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Burn out

Ach, du grüne Neune. Jetzt scheint schon der Weihnachtsmann vom burn out betroffen zu sein. Anders kann ich mir nicht erklären, wieso ich statt fürstlicher Gaben nur einen Zettel im Briefkasten vorfinde. Mit der Bitte um Nachsicht. Seine Rentiere seien total erschöpft. Früher hätten nur Kinder ein Recht auf Geschenke gehabt, heutzutage fordert jedermann ganzjährig des Weihnachtsmannes Dienste an. Die wild ausufernde Jachterei mache jedoch nicht nur seine Zugtiere fertig, sondern zunehmend auch die Beschenkten. Denn so mehr sie erhalten, umso größer wird das Verlangen, so sein Eindruck. Da geht verständlicherweise auch dem Weihnachtsmann mal die Puste aus.

Als ersten solidarischen Schritt sollten Mitfühlende ein äußeres Zeichen setzen. Sein Aufruf blieb nicht erfolglos: Beim Bäcker an Heiligabend trugen alle Verkäuferinnen rote Mützen.

Dienstreise

Was den Männern um Herrn Kaiser von der Hamburg-Mannheimer billig war, nämlich eine Sex-Tour in Budapest, ließ manche Herren von der Wüstenrot-Bausparkasse wohl nicht ruhen. Deren Firmenmotto lautet: "Wünsche werden Wüstenrot". Und schickte eine Gruppe verdienter Mitarbeiter auf Firmenkosten nach Rio. Kleine Abänderung war erlaubt - und so landeten einige Vertreter im Rahmen eine Sightseeing-Tour nicht nur am Zuckerhut, sondern am Ende im Puff. Wie viele Bausparverträge bei dieser Aktion abgeschlossen wurden, ist leider nicht bekannt.

Soko Holz

Frechheit siegt. Oberharzer Forstamtsbereiche wurden im Jahre 2011 bei 29 Holzdiebstählen um rund 60.000 € geprellt. Schon erstaunlich, was sich im Nationalpark so abspielt. Die Täter kommen ja nicht mit Handwagen zum Abtransport, sondern mit Laster und Kränen. Meist nachts und außerhalb der Dienstzeiten (!), wie die Sonderkommission Holz unter Leitung der Polizeistation Braunlage als erstes Fahndungsergebnis feststellte. Wenn Kommissar Zufall nicht hilft, sieht es mit Aufklärung wohl mies aus. Woher die vielen Kräfte nehmen, die sich im Wald auf die Lauer legen sollen, um abholbereites Holz flächendeckend zu bewachen?

Die Vorfälle erinnen mich an meine Kindheit. Meine Großmutter Lore Nüsse besaß in der Herzog-Wilhelm-Str.32 (Bäckerei Zapprun) einen Blumenladen. Immer wenn jemand verstarb (und früher starben mehr Leute - denn wir hatten ja doppelt so viele Einwohner), startete die Beschaffungsgruppe "Kranz-Hecke". Sie bestand aus meinem Bruder Petzi und mir. Bewaffnet mit Heckenschere, Leinensäcken und Handwagen schlichen wir in die umliegenden Wälder. Bei jedem Schnitt in die Hecke klopfte uns das Herz bis zum Halse. Denn wir begingen ja wissentlich Diebstahl an Volkseigentum, das war uns klar. Und seinerzeit waren die Förster mangels fehlender Ablenkung viel unterwegs in ihrem Dienstbereich (die Beschäftigung z.B.mit kommunalpolitischem Tun war noch wenig ausgeprägt). Waren zwei Säcke gefüllt, begann der riskanteste Teil der Aktion: der Abtransport. Insbesondere die Strecke an der Hauptstraße entlang löste oft neugierige Fragen aus. "Na, ihr kleinen Knilche. Was transportiert ihr denn da?" Manche tippten auf Pilze, andere auf Kartoffeln. Dass niemand auf Hecke kam, ist mir heute noch ein Rätsel. Glücklicherweise wurden wir nie erwischt. Für die Beschaffung bekamen wir von der Oma 50 Pfennige. Für uns viel Geld - und insofern der nervlichen Anspannung wert.

Spitznamen-Sammlung

Spitznamen haben in Braunlage eine lange Tradition. Um Angehörige von alteingesessenen Familien auseinander zu halten, verlieh man ihnen spezifische Namen. "Brathering" zum Beispiel. Dr. Rudolf Thomas, hier geboren und nach der Schule "wechjemacht", kam auf die schöne Idee, die hunderte von kursierenden Spitznamen zu recherchieren, um sie der Nachwelt in einem Buch zu erhalten! Eine wahre Mammutaufgabe. So wurde ein "Forschungsteam" ins Leben gerufen, dem neben Autor Thomas auch Walter Minnich sowie Karl-Günther Fischer als Leiter des Heimatmuseums angehören. Neben der Namensrecherche kamen etliche heitere Anekdoten zusammen, hierzulande "Stippstöreken" genannt. Ein unschätzbarer Nebeneffekt.

Doch an einem scheinbar unlösbarem Problem droht jetzt die geplante Veröffentlichung zu scheitern. Einige Betroffene fürchten wohl den Spott, der im Zusammenspiel von Spitz-, Familienname und Anekdote aufkommen könnte. Wer wirft sich schon freiwillig einer gierenden Öffentlichkeit zum Amüsement vor die Flinte? Zumal das namentliche Ärgernis endlich im zeitlichen Orkus zu versickern schien. Um juristische Auseinandersetzungen zu vermeiden, wurden im Museum jetzt Listen ausgelegt. Bis zum 17.Januar kann jedermann Einsicht nehmen und seine Bedenken vortragen.

Es wäre höchst bedauerlich, wenn das Buch gar nicht oder nur in grob abgespeckter Version erscheinen würde.

Braunlager Kurzkrimi

Warncke ermittelt... nur Foto anklicken!

Fusion

Seit 1.November ist es jetzt amtlich: die Oberharzer Gemeinden Braunlage, St.Andreasberg und Hohegeiß fusionieren zur neuen Stadt Braunlage. Insgesamt 6.250 Einwohner zählt die gemeinsame Kommune beim Antritt, Tendenz abnehmend. Spöttisch hinzugefügt: Zweckmäßig wäre das Anbringen eines Zählwerks am Rathauseingang, das die aktuellen Abgänge anzeigt. In der Art einer Schuldenuhr - nur umgekehrt.

Ansonsten ändert sich durch die Zwangsehe wenig. Die Entfernungen zwischen den neuen Ortsteilen bleiben gleich, ebenso die Spottnamen: "Kuckucks" (Anderschberger) "Eselstäker" (Braunläger). Die Bezeichnungen sollen Folge steter Frotzeleien zwischen den Bewohner des hannoverschen St.Andreasberg und des braunschweigischen Braunlage gewesen sein. Das muss gefühlt hundert Jahre zurückliegen. Die gepflegte Antipathie zwischen Hohegeiß und Braunlage hingegen ist legendär. Wieso blieben die "Geißer" eigentlich ohne eigene Spottbezeichnung? Hier hat der Volksmund eindeutig versagt. Aus Gründen partnerschaftlicher Gleichberechtigung täte die neue Großgemeinde gut dran, dieses Manko schleunigst zu beseitigen.

Fortschritt

Die Welt, Europa und Deutschland befinden sich derzeit in einer neuen schwierigen Phase, wie dieser Tage allüberall zu lesen ist. Politik findet nicht mehr im nationalen Rahmen statt, sondern in einem kaum mehr überschaubaren globalen Ausmaß. Die Probleme sind entgrenzter und komplexer geworden. Angstpotentiale nehmen zu. Politiker werden misstrauisch beäugt, ihre Aussagen oftmals infrage gestellt oder offen verachtet. Verheißener Fortschritt wird von vielen Menschen als Rückschritt und als Auslöser vieler Probleme angesehen.

Ich frage mich: Was bedeutet eigentlich Fortschritt? Schreiten wir fort, indem wir unseren Wohlstand sichtbar mehren? Oder ist Fortschritt eine rein technische Sache - oder eine biologische? Welches Ziel beinhaltet Fortschritt? Ist Fortschrittsdenken vergleichbar mit einem Lebensplan? Ist es folglich ein Rückschritt oder gar reaktionär, wenn sich der Allgemeinzustand (Status Quo) verschlechtert? Oder sind Schlappen nur das Salz in der Suppe und in dieser Eigenschaft als Ansporn zu verstärkten Anstrengungen zu sehen?

Interessant ist auch die Frage, womit wir Fortschritt vergleichen. Das ist wohl auch eine Mentalitätsfrage. Wir Deutsche zum Beispiel - womit vergleichen wir? Etwa allzuoft mit Wünschenswertem? Denn es soll ja vollkommen sein, unser Glück, sonst droht die Ächtung. Das hat etwas vom Garten Eden. Befinden wir uns dann in einer glücklichen Phase, wird dem Glück natürlich misstraut. Irgendwo muss doch Unheil lauern, so unser Gefühl. Das wiederum führt zu Reaktionen wie: "Früher war doch alles besser, der Fortschritt hat das Gute verdorben."

Kunst

Über Kunst lässt sich nicht streiten, sagt man. Alles reine Geschmackssache. Malerei zum Beispiel. Mir persönlich gefällt ein Bild oder nicht. Ganz gleich, wer es gemalt hat. In einer Ausstellung sah ich unlängst Besucher eine Picassozeichnung betrachten. Bunte Kreise, die auch von einem Dreijährigen hätten stammen können. Die Genialität, die so mancher in der Buntstiftskizze zu entdecken glaubte, erschloss sich mir leider ganz und gar nicht.

Mandatswechsel

Der Braunlager Arzt, Dr.Kobarg, erhielt 170 Wählerstimmen bei der Kommunalwahl am 11.September - und holte damit für die Bürgerliste ein Ratsmandat. Jetzt sein Rückzieher. Er habe nicht damit gerechnet, gewählt zu werden. Und verzichtet zugunsten von Claudia Stöhr - erste Nachrückerin und derzeit noch amtierende stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Braunlage. Zur Begründung heißt es: Zeitmangel! Darüber hinaus vertrete Frau Stöhr grundsätzlich die gleiche Kommunalpolitik. Jedoch könne sie als gelernte Juristin diese weit besser kommunizieren! Hört, hört. Aber so kurz nach der Wahl, und ohne dass der zukünftige Rat ein einziges Mal zusammen gekommen ist? Ein Schelm, der Böses dabei denkt ... und dem beliebten und engagierten Arzt womöglich reine Stimmenbeschafferei unterstellt. Im Kommentar der GZ wird sogar vom Betrug am Wähler gesprochen. Nun ja ... wahr ist: bereits in der letzten Legislaturperiode hatte Dottore sein Mandat wegen Arbeitsüberlastung zugunsten von Susanna Richter aufgegeben.

Irrsinn

Jeder Krieg ist verabscheungswürdig. Das unterstreicht ein einziger Blick auf das letzte Jahrhundert. Sind Deutsche wie jetzt in Afghanistan beteiligt, wird's manchmal makaber, weil bürokratisch. Wie sonst sollte man folgenden Vorgang bewerten?

Ein Unteroffizier verlor im Kampfeinsatz seinen Handschuh. Grob fahrlässig hätte er sich verhalten, so der Vorwurf des Bundesamtes für Wehreinsatz. Und stellte ihm 7,17 € in Rechnung. Der Soldat wandte sich an den Wehrbeauftragten. Nach etlichem Hin und Her wurde seine Beschwerde anerkannt, "weil eine Nachsuche in unsicherer Gegend zu gefährlich und mithin unzumutbar wäre".

MDR-Schlappen

Der mitteldeutsche Sender kommt in letzter Zeit einfach nicht aus den Negativschlagzeilen heraus. Seltsame Geldtransfers des Unterhaltungschefs erschütterten das Ansehen des Senders ebenso wie hochspekulative Devisendeals. Ebenfalls ins Rampenlicht geriet der MDR mit der Affäre um den Verwaltungsdirektor beim Kinderkanal. Dieser soll Unterschlagungen in Höhe von 8.2 Mio vorgenommen haben. Die Aufsicht über den KiKa oblag dem MDR. Vor Jahren hatte sich bereits der MDR-Sportchef als korrupt erwiesen.

Nun stand dieser Tage die Neuwahl des Intendanten an. Zuvor tauchte ein GEZ-Anmeldungformular eines Kandidaten auf. Hinter der Frage, ob er bereits GEZ-Gebühren zahle stand handgeschrieben: "Leider" !! Die Rundfunkräte werteten den Vermerk negativ und erteilten dem Kandidaten mit 12:29 eine deutliche Abfuhr. Noch ist nicht endgültig geklärt, ob die Notiz tatsächlich vom Kandidaten stammt.

Wer kennt die Antworten?

- Ist ein Raumschiff, das ausschließlich mit Frauen besetzt ist, eigentlich unbemannt?
- Gibt es in einer Teefabrik Kaffeepausen?
- Was passiert, nachdem man sich 2-mal halb tot gelacht hat?
- Wenn Schwimmen schlank macht, was machen Blauwale falsch?
- Wenn die Stiftung Warentest Vibratoren testet, ist dann befriedigend besser als ‚gut‘?
- Wenn ein Schäfer seine Schafe verhaut, ist er dann ein Mähdrescher?
- Warum ist einsilbig dreisilbig?
- Wer hatte bloß die Idee, ein S in das Wort „lispeln“ zu stecken?
- Ist ein Keks, der unter einem Baum liegt, nicht ein wunderbar schattiges Plätzchen?
- Warum ist Abkürzung so ein langes Wort?
- Warum muss ich auf Start klicken, um Windows zu beenden?
- Warum werden Rundschreiben in einem eckigen Umschlag verschickt?
- Sind nymphomane Hündinnen eigentlich zwangsläufig?
- Dient der Auspuff zum Verlassen des Bordells?
- Wie lange muss eine Katze trainieren, um ein Muskelkater zu werden?
- Können Einzelgänger auch alleinstehend sein?
- Darf man mit Hosen zu einem Rockkonzert?
- Darf sich jemand, der sich im Ruhestand befindet, nachts hinlegen?
- Geht der Meeresspiegel kaputt, wenn man in See sticht?
- Wie lange kriegt man für einen Wintereinbruch oder gibt es darauf Bewährung?
- Wo wachsen eigentlich Purzelbäume?
- Darf man in einem Schaltjahr auch Automatik fahren?
- Ist eine Gesichtscreme, die 20 Jahre jünger macht, lebensgefährlich, wenn man erst 19 Jahre alt ist?

Entnommen einer Rundmail...

Übersehen

"Andrea Bocelli sieht Vaterfreuden entgegen", Illustrierten-Überschrift zu einem Artikel über den blinden Sänger.

20 Jahre Brockenbahn

Heute selbstverständlich, vor dem Mauerfall undenkbar: nach 30 Jahren Stillstand nahm die Brockenbahn wieder den Betrieb auf. Entscheidende Ereignisse im Vorfeld: am 3.12.89 gibt die DDR-Regierung dem Druck der Protestierenden nach und öffnet den Zugang zur Brockenkuppe. Am 27.5.91 fährt erstmals wieder ein Dampfzug zur Erprobung der Gleisanlagen bis zum Brockenbahnhof. Beide Zeitdokumente jetzt auf einer DVD vereint (Lfzt.30 Min)- ERSTMALIG....EINMALIG....

Legenden

Anläßlich des traurigen Ereignisses vom 11.09.01 fertigte BILD zum Zehnjährigen seine Montagsausgabe direkt in New York, um die Solidarität mit den USA zu unterstreichen. Mit dabei am Ground Zero die Familie Guttenberg. Der Zeitung einstiger Lieblingspolitiker und Kanzlerkandidat in spe war seit seinem Rücktritt von der politischen Bühne verschwunden. Nicht ganz schuldlos wurde seine aufstrebende Politikerkarriere schnell entmythologisiert.

Entmythologisierungsversuche sind immer wieder über John Kennedy zu lesen. Der angeblich große Staatsmann soll einzig in der Imagepflege wirklich meisterlich gewesen sein. Der Verfasser der "Schmähschrift", Gary Wills, schreibt ferner, dass Kennedy sein Kriegsheldentum selber erdichtet, dafür aber zwei Bücher nicht selbst geschrieben habe, deren Verfasserschaft er hartnäckig für sich reklamiert. Und im übrigen sei er politisch ein Dilettant gewesen. Mal ehrlich: ändert sich dadurch das Image von Kennedy? Wie schon der Publizist J.Gross feststellte, "schlägt die Legende die Wahrheit allemal..."

Der wahre Bürgermeister von Braunlage

Bei den offziellen Wahlen am Sonntag, den 11.September siegte mit Stefan Grote der Amtsinhaber. Er gewann für die SPD mit großem Vorsprung vor Altbürgermeister Albert Baumann und Fleischermeister H-D.Lambertz. Damit führt Bürgermeister Grote ab 1.November die unter starken Abwanderungen leidenden Oberharzgemeinden Braunlage, St.Andreasberg und Hohegeiß in die Fusion. Doch werden zwangsläufig weitere Gebietszusammenschlüsse folgen müssen, um den steten Einwohnerverlust Rechnung zu tragen

Gedankengänge dieser Art sind den Bewohnern des Arnikagrunds fremd. Das Viertel, seit jeher veräppelnd "Kängurusiedlung" genannt, weil nach der Sage die damals Bauwilligen mit unzureichenden Eigenmitteln große Sprünge machen wollten, veranstaltet jährlich ein buntes Straßenfest. Vermutlich um sich gegenüber den einst Flachsenden abzugrenzen, wählen die Anwohner dabei aus den eigenen Reihen einen Bürgermeister. Die Inhronisierung geschieht feierlich mit Übergabe der Amtskette. Bislang bekleidete Walter Gottschlich das Ehrenamt. Doch beim diesjährigen Treffen verabschiedete sich der Würdenträger aus Altersgründen aus dem Amt und überließ Titel und Ornat seinem Nachfolger Dieter "Dikus" Kallmeyer.

Loriots Wurzeln

In seltener Einigkeit trauert unser Land über den Verlust eines großen Humoristen. Loriots Sketche, Filme oder Zeichnungen sind zeitlos. Generationen lachen über Opa Hoppenstedts Weihnachtsmarsch durch die gute Stube, staunen über die Klavierlieferung aus Übersee mit dem unaussprechlichen Namen Massachusetts oder versuchen sich an Loriots stilprägendem Jodler aus der Volkshochschule: "Holeri du dödel di - diri diri dudel dö"! Und natürlich kommt ihnen jedes schief hängende Bild bekannt vor. "Ach was??"

Über Loriots Privatleben und seine Familie ist indes weit weniger bekannt. Nur Eingeweihte dürften wissen, dass Loriots Wurzeln bis in den Harz reichen. Nach dem Tod der Mutter heiratete Loriots Vater, Johann-Albrecht von Bülow, seine zweite Frau 1932 in Vienenburg. Nach Jahren in Berlin zog es das Ehepaar von Bülow zunächst zurück nach Vienenburg. Ihr endgültiges Domizil fand die Familie 1956 in Braunlage - und zwar in der Bismarckstraße 13. Hier besuchte der Künstler seine Eltern mehrmals im Jahr. Erst nach dem Tod des Vaters 1972 sollen die Besuche weniger geworden sein, so heißt es.

Anekdote: Als der Vater im Sterben lag, saß Loriot an seinem Bett und flüsterte ihm aufmunternd zu: "Ich kann mir nicht vorstellen...", worauf der preußische Vater lächelnd erwiderte: "Du brauchst dir nicht vorzustellen, ich kenn dir schon..."

Regenurlaub

Urlaub im Allgäu. Regen in allen Formen erlebt. Landessprachlich tröpflet, nieslet, küblet, schüttete es - um nur einige Begriffe zu nennen. Das Beste draus machen, hieß mein Ansatz. Also erstellte ich von den Wassermassen filmische Sequenzen und stellte sie auf meine Webseite. Der "Renner" war das Filmchen vom Wasserball am Bodensee. Ein Klick aufs Foto nebenan führt zum Video.

Hotel "Brauner Hirsch"

Nach langem Leerstand und schleichenden Verfall wurde dem ältesten Braunlager Hotel nun das Ende bereitet. Die Abrissaktion stand im Zusammenhang mit der geplanten Innenstadtsanierung. Die Stadt hatte die baufällige Immobilie vor Jahren erworben. Was mit dem freien Gelände genau passieren soll, steht noch nicht fest. Für Filmchen vom Areal vor und nach Abriss bitte Foto anklicken.

Falscher Click

Eine Hamburger Schülerin wollte einige Freunde zu ihrem 16.Geburtstag über das Internet-Netzwerk "Facebook" zur Fete einladen. Doch das ging gründlich schief. Beim Versenden drückte sie den falschen "Knopf" und der Eintrag wurde öffentlich! Schnell kamen so 16 000 Zusagen zusammen. Trotz diverser "Richtigstellungen" war nichts mehr zu retten, zumal einschlägige Gazetten sich inzwischen der Sache angenommen hatten. Die Schülerin flüchtete am Geburtstag zu ihrer Oma, um der Meute zu entgehen.

So fanden sich ohne die Verursacherin rund 1500 "Gäste" in prächtiger Feierlaune vor dem Reihenhaus der Eltern ein. Mit ihnen ein Polizeiaufgebot von ca. 70 Leuten. Doch wie es so ist, wenn ein Ding aus dem Ruder läuft, hauten einige Feiernde nach einigen Stunden kräftig über die Stränge und gingen deftig zur Sache. Die daraufhin von den Beamten zusätzlich angeforderte Reiterstaffel musste sich jedoch zurückziehen, da die Tiere wegen der Tumulte durchzugehen drohten.

Als gegen zwei Uhr nachts die Stadtreinigung zum Aufräumen ausrückte, ergab eine erste Schadensaufstellung folgende Bilanz: niedergerissene Gartenzäune, beschädigte Autos, eine Laube und ein Abschleppwagen in Brand, ein Wohnungsaufbruch, jeweils ein verprügelter Journalist und Polizist, dazu zahllose verunreinigte und niedergetretene Blumenbeete. Die Kosten trägt vermutlich der Steuerzahler (es gab ja keinen "Veranstalter"). Und das alles nur wegen eines falschen Klicks. Heftig, heftig...

Kottan ermittelt

Inspektor gibt's kan. Der Wiener Polizeimajor Adolf "Dolferl" Kottan kehrte dieser Tage mit dem Kinofilm "Rien ne va plus" ins Licht der Öffentlichkeit zurück. Von 1976 bis 1983 gab Kottan in 19 TV-Folgen seine Visitenkarte ab. Zunächst angefeindet bekam die verwegene Serie später Kultstatus. Denn im Gegensatz zu deutschen Fernsehkrimis spielte das eigentliche Sujet nur eine untergeordnete Rolle. Am Ende war das Ganze einen Farce - bestehend aus Gesangseinlagen, Running-Gags oder Slapsticks. Wie beispielsweise der stets mit dem riesigen Kaffeeautomaten kämpfende Polizeipräsident! Doch Humor ist wandelbar. Was früher Lachsalven auslöste, ringt heutigen Generationen ein müdes Lächeln ab. Bestenfalls! Der Film knüpft nahtlos an die TV-Serie an - dürfte aber trotz köstlicher Zoten nur Hardcore-Fans in nostalgische Begeisterung stürzen. Ein Beispiel? Der Polizeipräsident sitzt am Schreibtisch und müht sich mit dem Öffnen einer Getränkedose ab. Er gerät darüber in Harnisch, bearbeitet schließlich mit dem Knüppel die Dose und brüllt:

Aufmachen! Polizei!

Herr Kaisers Kollegen auf Abwegen

Wer kennt ihn nicht? Versicherungsvertreter Günter Kaiser ist neben Clementine, Onkel Dittmeyer, Tante Tilly und dem HB-Männchen die wohl bekannteste Werbe-Ikone im Fernsehen. Weil die Ergo-Versicherungsgruppe die Marke Hamburg-Mannheimer aufgab, verlor der "nette Mann von Nebenan" vor einiger Zeit seinen Job. Schade für Herrn Kaiser. Doch wie jetzt überall zu lesen war, ist der gesparte Werbeetat erfolgreichen Kollegen zugute gekommen. So wurden 2007 die besten hundert Vertreter der Hamburg-Mannheimer zu einer riesigen Sexparty in Budapest eingeladen. Dafür war eine bekannte Therme temporär in ein Freiluftbordell umgewandelt worden.

Der erste Abend begann mit einer "Warm-up-Party" (BILD), am zweiten folgte die eigentliche Sex-Orgie. Die Versicherungs-Branche heult seit der Aufdeckung wahre Krokodilstränen. Und hofft insgeheim, dass sich daraus ein nachhaltiger Werbeeffekt entwickelt. Unter dem Stichwort "Ich war dabei" könnten Detailschilderungen aus erster Hand den Kollegen vom netten Herrn Kaiser sogar einen ungeahnten Wettbewerbsvorteil einbringen.

Unwesen

Kaum ist die Gartenzeit angebrochen, steht erster Ärger ins Haus. Wie aus diskreter Quelle (BILD) zu erfahren war, etabliert sich in Sachsen offenbar eine Gartenzwerg-Mafia. "Befreiung aus der Sklaverei" nennt die Terrorvereinigung "Front zur Befreiung von Gartenzwergen" ihr schändliches Tun. Ihr jüngstes Opfer ist ein Zwerg von 72 Zentimeter Größe aus dem Garten eines Drogisten in Leipzig. Tagelange Suche ergab keinen Anhaltspunkt, der Zwerg blieb verschwunden. Also wurde die Kripo eingeschaltet. Diese wartet jetzt auf ein Bekennerschreiben.

Der Fall erinnert an den zerstörten Blumenkübel aus dem Münsterland im letzten Jahr. Zur Tat hatte sich seinerzeit die Gruppe "Free Flower" bekannt. Sie wollte nicht mehr hinnehmen, dass alte Menschen unschuldige Blumen in Kübel einsperren und zur eigenen Belustigung vor Altenheimen aufstellen.

Ostern

Wieso gibt's eigentlich weiße oder braune Eier? Ist die Gefiederfarbe der Henne verantwortlich? Nein, sagen die Biologen! Die Hühnerrasse und die Farbe der Ohrscheibe (!) spielen die entscheidende Rolle. Jedes Huhn legt übrigens alle 24 Stunden nur ein einziges Ei, selbst wenn uns ein bekannter Gassenhauer fälschlich "weiß" machen will, dass es sonntags auch mal zwei werden können... Dass es zu Ostern bunte Eier gibt, ist wohl einer langen Tradition zu danken. Der Mensch greift eben gern ein ins Geschehen. Etwas überrascht hat mich hingegen die Todesanzeige in der GZ vom 23.4. KLICK!

Wunderkinder

Für heutige Eltern besteht Gewissheit, dass man Talente der Sprösslinge früh genug fördern muss. So werden Babys gleich ins Wasser geworfen, kaum dass sie geboren sind. Schließlich soll die Schwimmfähigkeit, im Fruchtwasser erworben, nicht durch unnützen Zeitverlust verloren gehen. Das Ganze nennt sich Babyschwimmen. Mit unverhohlenem Stolz berichtete unlängst ein Bekannter gegenüber einem Kollegen vom Erfolg seiner Tochter: diese hatte mit nur drei Jahren das Seepferdchen geschafft! Doch welche Ernüchterung, als der Kollege überraschend bemerkte: Ach du liebe Zeit, jetzt erst? Meine Tochter ist vier und bastelt bereits am Fahrtenschwimmer!

Da lobe ich mir jene holländischen Eltern, die in ihren Bemühungen um ihr Kind ganz weit vorn liegen dürften. Ihr erst ein(!!)jähriger Sohn wurde nämlich vom holländischen Fußballerstligisten Venlo für 10 Jahre unter Vertrag genommen. Allen Ernstes! Er war durch ein Video bei Youtube aufgefallen. Bemühte Eltern sollten deshalb stets ein waches Auge auf ihren Nachwuchs haben. Und sich ernste Gedanken machen, falls das Kind bereits ein Vierteljahr alt ist und weder schwimmen noch Rad fahren kann. !

Weltruhm

Neulich las ich von Jean Guichard. Der Mann ist Franzose und Fotojournalist. Ende der 80er Jahre kommt er auf die ungewöhnliche Idee, Leuchttürme im Sturm zu fotografieren. Am 21.Dezember 1989 ist Guichard mit einem Helikopter unterwegs zum Leuchtturm "Phare de la Jument" vor der bretanischen Insel Ile de Ouessant. Am Turm toben atlantische Urkräfte, ein gewaltiger Orkan rührt riesige Wellenberge an. Dem diensthabenden Leuchturmwärter ist himmelangst. Er wartet auf Rettung, hört den Hubschrauber des Fotografen und tritt vor die Tür. Im selben Moment rast in seinem Rücken eine gigantische Welle heran. Er sieht sie nicht, spürt aber die verhängnisvolle Gefahr und weicht in den Turm zurück. Nur Sekundenbruchteile danach schlägt das Wasser vor der Tür zusammen. "Hätte ich nur einen Augenblick länger gewartet", wird er später sagen, "hätten mich die Wassermassen mitgerissen". Aus dem Helikopter hält Jean Guichard das archaische Naturschauspiel mit der Kamera fest. So gelingt ihm das Foto seines Lebens. Und kommt infolgedessen zu Weltruhm: World Press Foto Awards kürt das Werk zum zweitbesten des Jahres. Für mich hätte es den ersten Platz verdient... der Link führt dorthin!

Nacktrodeln 2011

Natürlich wieder ein voller Erfolg. 17 000 Besucher, damit 3 000 mehr als 2010. Veranstalterherz, was willst du mehr? Weltweites Medieninteresse fürs Kuriosum "Harzer Wintersport"! Doch der Berliner Tagesspiegel bewertete den Event schon etwas kritischer - Zitat: "Irrelevanz und Ungeschmack lassen sich ja kaum sinnfälliger in einem einzigen Ereignis zusammenfassen". Ob das barbusige Treiben demnächst wohl eine Doktorarbeit initiiert?? Film v 2010

Eisstadion zu verpachten!!

Laut Bericht der GZ sucht die Tourismus GmbH Braunlage für das hiesige Eisstadion einen Pächter! Nicht allein für den gastronomischen Bereich, wie man glauben könnte und wie es bisher der Fall war, sondern für den gesamten Komplex. Mit Kaufoption! Der Handlungsdruck wird wohl durch die anstehende Fusion mit St.Andreasberg erzeugt. Die Kassen sind leer, das Minus für Eisstadion, Kurgastzentrum und Hallenbad beläuft sich auf eine halbe Million. Die "Kuckucks" sind schon einen Schritt weiter, haben ihr Hallenbad am Knöchel bereits geschlossen und streben den Verkauf ihres ebenfalls verlustreichen Kurhauses an.

Nur frage ich, welcher Investor kauft marode Zuschussbetriebe? Noch dazu mit städtischen Auflagen? Mit jedem Dampfer kommt ein Blöder, heißt es lapidar in der Immobilienbranche. Doch so dämlich kann keiner sein. Es sei denn, derjenige ist als mobiler Glücksritter unterwegs und handelt frei nach dem Motto: Mal schauen, was geht und für wie lange. Und wenn nichts mehr geht: Ciao, Amigos! Die Angeschmierten sind die Bürger der Fusionsgemeinden. Sie schauen am Ende dumm aus der Wäsche, wenn einst öffentliche Freizeiteinrichungen verfallen oder nurmehr auf alten Fotos im Heimatmuseum bestaunt werden können.

Mein Vorschlag wäre daher, die neu geschaffene Fusionseinheit gleich zu privatisieren, Politik und Verwaltung abzuschaffen und die Gründung einer Ortsgemeinschaft nach Vereinsrecht vorzunehmen!

Braunläger

Für alle Ehemaligen, die ihr Dasein in der Diaspora fristen, Tratsch und Wissenswertes kurzgefasst ...

Abriss des alten SHE-Bahnhofs weiter ungewiss. Nachdem Aldi kein Interesse mehr zeigt, sucht die Eigentümerfirma nach neuen solventen Pächtern für Grund und Boden. Eigentlich hätte die Abrissbirne dem Gebäude schon 2010 die letzte Ehre erweisen sollen...

In Kürze werden dafür Abrissbagger dem ältesten Braunlager Hotel das Ende bereiten. Mit dem Erwerb und jetzigen Abriss des Hotels „Brauner Hirsch“ startet die Stadt Braunlage in eine Innenstadtsanierung, die zweifellos das Stadtbild nachhaltig verändern wird. Die Planer erhoffen sich mit neuen "Sichtachsen" auch die Eröffnung neuer Entwicklungschancen....

Zehn kleine Negerlein... zum Schluss fand sich kein Vorstand mehr. Und so streicht der traditionsreiche Männergesangverein "Liederkranz" die Segel. Auf einer außerordentlichen Versammlung wurde die Auflösung beschlossen, nachdem Fusionsgespräche mit Trautenstein gescheitert waren.

Gewünscht

Offenbar voll ins Schwarze getroffen. Denn was haben Nacktrodeln und ein Vergleich von Flugzeugtypen gemein? Richtig! Nackte Tatsachen. Auf vielfachen Wunsch also weiterhin:

Worin liegt der entscheidende VORTEIL von einem Flugzeug mit ROTIERENDEN gegenüber einem mit FIXEN Flügeln? Bitte Foto unten anklicken!

Dschungelcamp

Auf der Suche nach dem ultimativen Kick stand im Januar das Dschungelcamp von RTL voll im Mittelpunkt des Fernsehlebens. Bis zu acht Millionen Zuschauer betrachteten täglich, wie sich elf Campbewohner langweilten, hungerten oder gegenseitig nervten - und nur in die Gänge kamen, wenn einmal am Tag eine sogenannte Dschungelprüfung anstand. Interessante Prominente hatten sich locken lassen, unter ihnen mit Rainer Langhans oder Mathieu Carrière sogar zwei älteren Semesters - und gewiss keine typischen! Doch ausgerechnet sie meinten in ihrer Nachbetrachtung, "dass diese Show eine Kulturrevolution in Gang gesetzt hätte und sie stolz drauf wären, dabei gewesen zu sein". Mathieu setzte sogar noch einen drauf: "Das war ein Meilenstein der Fernsehgeschichte“! Und Rainer meinte abschließend: "Das Dschungelcamp wird Auswirkungen auf Politik und Fernsehwelt haben“.

Bei solch revolutionärem Gedankengut kann die nächstjährige Staffel wohl nur getoppt werden, wenn der Papst mit einzieht.

Vom Anstehen

Nach Einführung von Brötchentheken und Sitzgelegenheiten sind Bäckereien und Stehcafes schwer im Trend! Die selben Leute, die früher nachts um die die Häuser zogen, hocken heute beim gemeinschaftlichen Frühstücken zusammen. Neben ihnen Mütter, Großmütter, Rentner, mitunter ganze Familien, aber auch Berufstätige in ihrer Pause. Bei Kaffee und Frühstücksleckereien werden Themen besabbelt, die ehemals für den Abend reserviert waren. Doch Backwaren scheinen allgemein Konjunktur zu haben, anders sind die langen Schlangen vor den Verkaufstresen nicht zu erklären. Neulich stand ich an wegen zwei Schnittbrötchen. Etwa acht Leute vor und zehn hinter mir. Plötzlich schob sich eine ältere Dame zwischen mich und meinen Vordermann. Sie schaute mich freundlich, ich sie überrascht an. "Junger Mann" (eine Worthülse, die ich nicht mehr so gerne höre, weil sie schlicht und ergreifend nicht den Tatsachen entspricht), sprach sie, "wissen Sie, Sie haben noch länger zu leben als ich!" Diese Erklärung fand ich ziemlich dreist. Sicher dürfte sie etwas älter gewesen sein, doch das Verfallsdatum ist ja niemandem auf die Stirn tätowiert. Es blieb jedoch bei der veränderten Reihenfolge.

Nur wenig später stand ich bei einem Lebensmittel-Discounter an der Kasse. Ein Einziger vor mir. Doch wer wohl stand ganz zufällig hinter mir?? Ich war gewillt, dieses Mal standhaft zu bleiben, denn ich hatte Gefrorenes im Korb. "Oh Gott", flüsterterte sie und rückte näher an mich ran, "wissen Sie, ob's hier eine Toilette gibt?" Klarer Versuch, mich einzulullen: "Keine Ahnung, fragen Sie doch mal eine Verkäuferin!" Sie ließ sich nicht abschütteln: "Nur zwei Teile. Ich weiß, ich nerve, aber ich muss so dringend."

Jetzt machte ich einen entscheidenden Fehler, weil ich witzig sein wollte: "An der nächsten Kasse erzählen Sie mir vermutlich, dass Ihr Jüngstes gewickelt werden muss." Die Dame wurde ernst und laut. "Wissen Sie, das muss ich mir von Ihnen nicht sagen lassen. Wirklich nicht!" Die ersten Köpfe drehten in unsere Richtung. Verständnislosigkeit war aus den Gesichtern zu lesen. Indes drängte die Dame an mir vorbei und richtete ihre Stimme an die Kassiererin. "Die netten Männer heutzutage musste wirklich mit der Lupe suchen." Bezahlte und zischte ab. Der Kassiererin war das Grübeln anzusehen, was ich wohl an Unflätigem gesagt haben mochte.

Zahlen

Auch 2010 stieg die Besucheranzahl meiner Website - von 22.600 auf rd. 27.000 ! Vielen Dank vor allen jenen Treuen, die regelmäßig Besuch abstatten. Überhaupt überraschen mich die ständig zunehmenden Zahlen allüberall: im Medienbereich, beim Sport, in der Kultur oder bei anderen Events (zB Nacktrodeln Braunlage!!). Bei der Vielzahl von TV-Sendern, Hörfunk-Stationen, Internetmedien plus Unmengen von Lesbaren, frage ich mich allerdings: Wer guckt hört liest wann wo was? Wer kann beispielsweise noch Höhepunkte vom letzten Jahr aufzählen bei der Fülle beständig neuer Ereignisse?

Kein Wunder, dass viele glauben, die Zeit würde immer schneller vergehen. Dazu sagte ein bayrischer Mönch in einem Interview sinngemäß, dass wir verlernt hätten, den Augenblick zu genießen, und deshalb schon beim Erleben des einen an die Vorbereitung oder Durchführung eines anderen Events oder auch einer Aufgabe denken. Uns also schon in der Gegenwart mit der kommenden Zeit beschäftigen.

Bekenntnis zum Welttiertag

Unglaublich?

Gier ist allgegenwärtig. Kaum ein Tag, an dem nicht über Auswüchse berichtet wird. Ich frage mich allen Ernstes, warum das Gier-Genre noch keine Weltmeisterschaft ausrichtet. Doch stopp! Die Sparte "Schadenersatz" verleiht mit dem "Stella-Liebeck-Preis" jetzt eine Trophäe.

Ewiger Ruhm war Frau Liebeck damit beschert, weil sie vor Gericht eine 4,5 Millionen $ Ausgleichszahlung erstritt. Das sprengte aller bisher gekannten Schadenersatzleistungen. Was war passiert? Stella Liebeck hatte sich bei McDonalds einen Becher Kaffee über den Leib geschüttert und auf Schmerzensgeld geklagt. Ihr Vorwurf: sie sei nicht auf die Tatsache hingewiesen worden, dass der Kaffee heiß ist!!

Bei der letzten Prämierung wurde ein Mr.Grazinski aus Oklahoma City unangefochten Gewinner des Stella-Awards. Er verklagte den Wohnwagenhersteller Winnebago, ihm nicht nur ein neues Wohnmobil zu stellen, sondern auch 1.750.000 $ Wiedergutmachung zu zahlen. Auf dem Heimweg von einem Football-Spiel hat Mr. Grazinski die Tempomatic seines Gefährts auf 110 km/h eingestellt und danach den Fahrersitz verlassen, um im hinteren Teil des Wohnmobils ein Getränk aufzubereiten. Ohne Fahrer kam das Wohnmobil prompt von der Straße ab und überschlug sich. Mr. Grazinski begründete seine Forderung mit der Tatsache, dass in der Betriebsanleitung des Wohnmobils nicht darauf hingewiesen worden sei, dass auch bei eingeschalteten Tempomatic der Fahrerplatz nicht verlassen werden dürfte.

Selbst in Deutschland gibt es mittlerweile vielversprechende Ansätze auf Schadensgeld. Eine Bekannte teilte mir zu diesem Thema folgendes mit: Rings um ihr Haus, direkt am Fundament, wurde Erde abgetragen, um Leitungen und Rohre zu verlegen. Es entstand dadurch ein ca. 50-60 cm tiefer Graben. Der Handwerker wies sie an, den Graben sorgfältig mit Flatterband abzusichern. Auf ihre Bemerkung, sie und ihre Familie würden schon acht geben, erwiderte der Handwerker, dass es dabei nicht um sie ginge, sondern um fremde Menschen. Wenn beispielsweise nachts ein Einbrecher in den Gaben stürzt und sich verletzt, so würde sie haftbar gemacht. Man muss als Hausbesitzer stets gewährleisten, dass niemand zu Schaden kommen kann, auch wenn eine kriminelle Tat im Gange ist.

Kalte Zeiten, schöne Fotos

Musik verbindet

soll mein Motto für 2011 sein. Und so fertigte ich flink ein Filmchen über zwei meiner musikalischen Mitspieler an, die Ende des Jahres zueinander fanden und künftig als Paar zum Üben erscheinen werden. Klick!

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