PLATT IN BRAUNLAGE

Man spricht Deutsch! Doch eine urdeutsche Sprache gibt es nicht. Deutsch ist eine Sprachmischung. Zusammengebraut aus dem unterschiedlichen Gebrabbele der Franken, Sachsen, Friesen, Bayern, Alemannen oder Schwaben. Die Entwicklung der vielfältigen Stammsprachen zur deutschen Volkssprache dauerte Jahrhunderte. So verwundert es nicht, dass selbst unsere Umgangssprache bis heute uneinheitlich ist. Verschiedene Dialekte und abertausende von Mundarten produzieren nach wie vor Verständigungsschwierigkeiten.

Im frühen Harz prägte das jeweilige Stammherzogtum die regionale Sprachvariante. Mit dem Aufkommen des Bergbaus um 1600 mixten die angeworbenen Bergleute und Handwerker ihren muttersprachlichen Jargon mit dem der Einheimischen. Das führte dazu, dass sich in den Oberharzer Ortschaften unterschiedliche Mundarten entwickelten. So besaß fast jedes Dorf eine eigene sprachkulturelle Identität. Davon ausgehend dürfte schon eine Reise in die Nachbargemeinde ähnlich angemutet haben wie heute ein Trip ins Ausland. Das Braunlager Platt gehört zur Kategorie der Untermundarten. Wobei der Begriff „ Platt“ an sich schon in die Irre führt, denn platt ist hier oben nichts. Hier bedeutet er soviel wie „verständlich“ oder „deutlich“

Weltweit ist Englisch im Trend, die deutsche Sprache wird über den Status eines Territorialdialekts kaum mehr hinauskommen. Mit der Folge, dass viele Mundarten wie zB die Braunlager Variante gänzlich aussterben, weil sie keinem Zweck mehr dienen.

Doch noch gibt es einige ältere Semester,  „de dat Brunläjer Platt spräken“. Kostproben gefällig? Bitte Fotos anklicken!

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