Unendlich wie Sterne im Universum erscheint die Zahl der Webseiten im WorldWideWeb. So ist jeder Webanbieter natürlich erfreut, wenn seine Webpräsenz in diesem ganzen Internetwust überhaupt entdeckt wird. Die Beiträge auf meiner Homepage sind zweckfrei, sie unterliegen keinem ökonomischen Zwang und dienen im tieferen Sinn nur der (eigenen) Unterhaltung. Finden sie darüber hinaus Zuspruch beim zufälligen oder wiederholten Besucher, ist das eine schöne Bestätigung meiner Bemühungen - und ich sage gern:

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In meiner kindlichen Erinnerung ist das jährliche Schützenfest nachhaltig verankert. Kein Wunder, gab es doch für uns Kinder in den 50er Jahren neben Weihnachten und Ostern nur noch eine Veranstaltung mit ähnlichem Charakter, wenn auch bescheidener: das Jahrmarktsfest im Oktober.

Der Schützenplatz -folgerichtig am Ende der zunächst steil ansteigenden Schützenstraße- lockte mit hochfliegenden Kettenkarussells, bunten Buden mit allerlei Süßzeug sowie natürlich mit Bier- und Bratwurstständen. Wer es sportlich mochte, der probierte sich an den Schießbuden mit dem Luftgewehr aus oder beim Pfeile- und Dosenwerfen. Höhepunkt am Sonntag war der große Festumzug. Vom Bushalte-Platz am Berliner Hof ging es zur Mittagszeit mit wehenden Fahnen vorbei an den mit jungen Birken oder Girlanden festlich geschmückten Häusern. Oft war der Umzug so gewaltig lang, dass die Ersten schon auf dem Festplatz eintrafen, ehe die Letzten abmarschierten. Verschiedene Kapellen erfreuten mit Pauken, Bläsern, Pfeifen und Hörnerklang. Auch einheimische Vereine und andere Organisationen einschließlich Delegationen befreundeter Schützenvereine schickten schmuck gekleidete Abordnungen auf den Weg. Selbst bei größter Hitze marschierten alle im vollen Ornat. Eine Leistung, die Respekt verdient, wenn man bedenkt, dass manche von ihnen vom Schützenfrühschoppen bereits etliche Liter Bier intus hatten.

Spannend wurde es noch einmal am Dienstagabend, wenn das Heimbringen des neuen Schützenkönigs anstand. Wer ist es geworden? war die spannende Frage unter uns Knirpsen. Überall wurde gemunkelt und spekuliert. Für viele von uns war der Schützenkönig ein strahlender Held. Ich wusste zwar nicht mal, worauf die Männer überhaupt schossen und wie so ein König ermittelt wurde, doch war ich nicht minder voller Bewunderung.

Nach pandemiebedingter zweijähriger Abstinenz feiert die Schützengesellschaft vom 22.-24.Juli wieder das Schützenfest. Und das zum 333mal seit Gründung 1689. Eine Schnapszahl, die hoffentlich Glück bringen wird. 1994 begleitete ich mit meiner Kamera den Schützenkönig vom Ständchen bis zum Heimbringen. Wer mehr darüber erfahren will, klicke bitte auf das Foto!

Braunlager Schützenfest