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WARUM BLOG?

Die Rubrik „BLOG“ ersetzt im Internet-Zeitalter mehr und mehr das nachbarliche „Schwätzchen“ über den berühmten Gartenzaun. Hier wie da teilt man Neuigkeiten mit, fabuliert über Erleuchtungen, verabreicht An- und Einsichten oder tratscht ganz ungeniert über Banalitäten. Dank WorldWideWeb ist dieser "Zaun" weltumfassend geworden, dennoch beschränkt sich der Focus meiner Betrachtungen überwiegend auf meine Heimatstadt. Manche Zeitgenossen finden solche Selbstbetrachtungen in aller Öffentlickeit überflüssig oder gar „schamlos“, andere wiederum lesen sie mit Freude und Neugier...ganz wie im richtigen Leben!!

(ältere Beiträge siehe unter ARCHIV)


Wer ist Udo?

Hört man hierzulande den Namen „Udo“, schieben sich sofort einige prominente Gesichter vors geistige Auge. Wer ist gemeint: der verstorbene Weltstar Jürgens, der Sänger Lindenberg oder der Fußballtrainer Lattek? Weit gefehlt: an dieser Stelle wird von keinem der Genannten die Rede sein. Mein heutiges Porträt gilt jemandem, mit dem ich seit Braunlager Jugendtagen befreundet bin: Udo Toetzke. Der aufmerksame Leser wird, sofern er ein ehemaliger Schüler der Realschule oder des Gymnasiums Braunlage war, schnell kombinieren: Udo, der Sohn des Lehrers Harro Toetzke? Richtig, genau so verhält es sich. Für manche Söhne oder Töchter ist der Lehrerberuf des Vaters eher ein Schreckgespenst, werden sie doch bei dessen „Versagen“ schnell in die Rolle des Blitzableiters für verärgerte Mitschüler gedrängt. Bei Vater und Sohn Toetzke war diese Sorge allerdings unbegründet: Harro erfreute sich allgemein großer Beliebtheit und wurde von vielen Schülern sogar hoch geschätzt. So verwundert es nicht, dass Udo sich den Vater als Vorbild nahm und ebenfalls den Berufsweg des Pädagogen wählte.

Nach dem Abitur verließ er Braunlage und studierte in seiner Geburtsstadt Braunschweig auf Höheres Lehramt. Seine erste Stelle als frisch gebackener Pauker trat er an einem Hamburger Gymnasium an. Später übertraf er auf der Karriereleiter seinen Vater, wurde zunächst Schulleiter und am Ende seines beruflichen Werdeganges Oberschulrat im Schulbezirk Hamburg-Eimsbüttel. Sicher hätte Papa Toetzke seine helle Freude an der Entwicklung seines Sohnes Udo gehabt, doch leider verstarb er zu früh… 

Als Pensionär steht Udo inzwischen viel Zeit zur Verfügung. Und da er im Herzen jung und neugierig geblieben ist, entdeckt er für sich ein neues Hobby: während andere in seinem Alter allmählich vom Pferd steigen, erlernt er mit wachsender Begeisterung die Reiterei. 

Bereits seit seiner Jugend fasziniert Udo die Fotografie als Kunstform. Inzwischen entstehen Jahr für Jahr Tausende von Fotos - zumindest seit Einführung der Digitalfotografie - und er ist sogar richtig erfolgreich: etliche Ausstellungen in Hamburg sprechen für sich. Eine Reise nach Israel hielt Udo in einem interessanten Buch fest. In meinem Video erzählt er von seinen Eindrücken. Klick Mehr unter www.bildsetzer.de

Passend zur Adventszeit hier einige ausgesuchte Fotos von Udo. (biite Foto anklicken)

Veränderungen

Es gibt viel zu tun, sagen sich derzeit wohl viele auswärtige Investoren und gestalten Braunlage um. So wurde das frühere Romantik-Hotel Zur Tanne völlig entkernt, das Nebengebäude abgerissen und der Gesamtkomplex neu gestaltet. siehe Fotos Ebenfalls schon in imposanter Pracht (zumindest aus der Ferne) präsentiert sich der neue Turm auf dem Wurmberg. Er weist sogar eine gewisse Ähnlichkeit mit dem abgerissenen Schanzenturm auf und erfreut so das Auge des Betrachters Foto

Zur Posse entwickelt sich hingegen die Namensgebung für den Platz Neue Mitte. Da diese Neue Mitte auf dem ehemaligen Areal vom Hotel "Brauner Hirsch"verortet ist, sollte nach einer Vielzahl von Vorschlägen dieser Name nun greifen. Im städtischen Bauausschuss kam es daraufhin laut GZ zu einer kontroversen Diskussion, weil ein Vorbesitzer vom Braunen Hirsch mutmaßlich eine braune Vergangenheit habe, ohne dass diese mit dem Hirsch zusammenhinge. Daher wäre jetzt wieder "Neue Mitte" zu favorisieren, zumal dieser Begriff der Bevölkerung bereits vertraut sei. Das wirft allerdings die Frage auf, was passiert, wenn in ein paar Jahren die Neue Mitte nicht mehr neu ist? Beschwört das unter Umständen eine neue Diskussion herauf??

Nachtrag: Es ist vollbracht! Neue Mitte bleibt einfach Neue Mitte. Heißt, der Rat entschied sich für den Namen, der schon in der Bauphase den Platz des ehemaligen Hotels "Brauner Hirsch" prägte. Um den Namen "Brauner Hirsch" durchzusetzen, gab es in der Ratssitzung von einer Fraktion sogar das Angebot, auf "braun'" zu verzichten - also nur "Hirsch-Platz", während Bürgermeister Grote seinen Antrag "Mühlenplatz" ganz zurückzog. Am Ende stimmte der Rat mit Mehrheit für Neue Mitte. Damit das Drama um die Namensgebung im Gedächtnis verbleibt, sollen künftig zwei Tafeln an Hirsch und Mühle erinnern.

Ziel nicht erreicht

Zwar kamen stolze € 135.000 zusammen beim vom WSV Braunlage initiierten Crowdfounding-Projekt für die neue Skiarena am Brockenweg (Foto), doch die Zielsumme von € 375.000 für den Eigenanteil blieb in weiter Ferne. Trotzdem zeigt sich Jens Koch, WSV-Vorsitzender, kämpferisch. Der Zug sei noch lange nicht abgefahren. Zur ursprünglichen Planung bestünde eine rein sportliche Alternative ohne Tourismusnutzung. Und auch das große Ziel, eine Arena mit Erlebniswelt, Konzerten und anderen touristischen Angeboten zu schaffen, sei immer noch mögich. Viele Spender hätten weitere Unterstützung signalisiert - daher sei zur Abdeckung der Planungskosten und Bereitstellung des Startkapitals umgehend ein weiteres Crowdfounding-Projekt gestartet worden.

Ein Blick auf das sächsische Klingenthal zeigt jedoch, dass ohne konkrete Förderung vom Land nebst aktive Unterstützung durch Spitzenpolitiker ein Unternehmen in dieser Größenordnung nicht zu stemmen ist. Dort hatte das Land Sachsen für die Vogtland-Arena mehr oder weniger die Gesamtfinanzierung übernommen, nachdem ein Förderungsantrag aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) wegen gestiegener Mehrkosten zurückgezogen worden war. Das hiesige Projekt erfüllt für Niedersachsen ebenfalls eine Leuchtturmfunktion. Immerhin ist der Harz das einzige Gebirge und der Wurmberg die höchste Erhebung im sonstigen Flächenland.

Was dagegen feststeht, ist der Abriss einer weiteren Schanze. Nach der Wurmbergschanze 2014 wird im November die große Brockenwegschanze (Foto) wegen Einsturzgefahr verabschiedet. € 30.000 soll die Entsorgung kosten. Vermutlich war der Bau im Erstellungsjahr 1961 preiswerter. Nebenbei: der Schanzenrekord liegt bei 75m und wurde 1993 von Jörg Büttner gestanden. Siehe Film von einem Mattenspringen mit angehängten Fotos der Abriss-Schanze

Bermuda-Dreieck

Es gab Zeiten, in denen man vorbehaltlos selbst den kühnsten Berichten der Medien Glauben schenkte. Neben dem Seeungeheuer Nessie nahm das Bermuda-Dreieck dabei eine Sonderstellung ein: Wilde Geschichten von verschwundenen Schiffen und Flugzeugen mit abenteuerlustigen Passagieren, denen die Falle im Atlantik zum Verhängnis wurde. Der Mythos lebt bis zum heutigen Tage und löst trotz naturwissenschaftlicher Erklärungsversuche gewissen Schauder aus.

Verbürgt sind indes die Ereignisse, die sich in Braunlage der 60er Jahre abspielten. Fünf Kneipen verteilten sich damals auf rund 50 Meter Länge im Gebiet um die Kreuzung Herzog-Wilhelm-, Bahnhof- und Lauterberger Straße. Sie hießen „Herkules- und Achtermannkeller“, die „Quelle“ mit Tanzbar „Neue Welt“, die Bierkneipe „Zur Wiederkehr“ und „Die letzte Station“ und wurden mit dem schaurigen Attribut „Bermuda-Dreieck“ versehen. Nachvollziehbar, denn hier war die Gefahr von alkoholischen Exzessen enorm. Es gibt wohl nur wenige, die hier nicht mal versackten, in Havarien gerieten oder einfach absoffen!

Mit einem Augenzwinkern lasse ich im Video anhand von Fotos und einer fiktiven Story diese Zeit noch einmal aufleben. Video-Lfzt.11 Min

Das Friedenzeichen feiert Geburtstag

Das Friedenszeichen wird sechzig. 1958 geschaffen vom britischen Künstler Gerald Holtom als Zeichen für nukleare Abrüstung diente es später den Hippies und der 68er-Bewegung als Symbol des Aufbegehrens gegen den Vietnam-Krieg und für den Weltfrieden. Es soll einen stilisierten Menschen darstellen, angesichts einer waffenstarrenden Welt mit hilflos nach unten gestreckten Armen, der Kreis bildet die Erde ab.

Mir persönlich fiel das Symbol erstmalig 1968 auf: es prangte auf der roten E-Gitarre von Alvin Lee, Gitarrist der Blues-Rockgruppe Ten Years After. So verankerte ich es in meiner Wahrnehmung als ein Friedenssymbol - vergleichbar mit den Blumen der Hippies.

Später sah man es aufgemalt auf bunten Autos, als Anhänger an Halskettchen gehängt oder auf T-Shirts gedruckt. Irgendwann gegen Ende des Kalten Krieges geriet es zunehmend in Vergessenheit. Erfolgreiche Symbole erleben jedoch immer wieder eine Auferstehung, man denke nur an die biblische Friedenstaube, die von Picasso als Motiv für den Weltfriedenskongress ausgewählt wurde. Da Retro und Vintage derzeit im Trend liegen, machte die Fashionfactory das Friedenszeichen wieder hoffähig und holte es auf hippe Kleidung und in mein Bewusstsein zurück. Passend zur Renaissance der 68er und an deren Erinnerung zum 50.Jahrestag in sämtlichen Medien...also auch auf meiner Seite!

In Hamburg läuft bis zum Frühjahr 2019 im Museum für Kunst und Gewerbe eine Ausstellung über die 68er Jahre. Zusammen mit Freund Udo besuchte ich die Retrospektive. Es durfte fotografiert werden. Einige Aufnahmen sind hier zu sehen ...KLICK

Zitate

-- Die Zeit ist keine Schnellstraße zwischen Wiege und Grab, sondern Platz zum Parken in der Sonne. (Phil Bosmans)
-- Erfolgreich ist, wer weiß, was er nicht kann. (Willy Haas)
-- Nirgends strapaziert sich der Mensch mehr als bei der Jagd nach Erholung. (Laurence Sterne)
--
Das Neue ist selten das Gute, weil das Gute nur kurze Zeit das Neue ist. (Arthur Schopenhauer)

Fichtelberg

Fakten: Höhe: 1215m = höchster Berg Sachsens // erreichbar über Straße oder Schwebebahn // großes Wandergebiet, umfangreiche Touren für Mountainbiker // bedeutendstes Wintersportzentrum im Erzgebirge // Rekordsicht vom Fichtelberg zum Brocken (tolles Foto: LINK - nach Vergrößerung ist das Brockenprofil gut erkennbar)
lks.Videofilm vom Fichtelberg

Zusendungen

Eine Schuh-Ausstellung mit einer überraschenden Auflösung. Mit Dank an Susanne für Zusendung.

Reisebericht aus Kitzbühel einschließlich Museumsbesuch. Mit Dank an Rolf für Zusendung.

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Platz Neue Mitte eröffnet

Es ist soweit: nach Fertigstellung der Pflasterung auf dem ehemaligen Marktplatz gegenüber dem einstigen Feuerwehrgebäude fand am Mittwoch, den 26.September die offizielle Eröffnung statt. Jetzt fehle noch der Parkscheinautomat, so Bürgermeister Grote bei der Einweihung. Er sei aber bestellt. Bis er kommt, dürfen die Autos umsonst parken. Zur immer noch ungeklärten Namensgebung gesellt sich nun ein weiterer Vorschlag. Grote habe erfahren, dass sich bis 1952 an dieser Stelle die Mühle des Mühlengrabens befand und schlug folgerichtig „Mühlenplatz“ vor. Dies werde er dem Rat unterbreiten. Bei einer Fragebogenaktion der CDU im Frühjahr wurde jedoch bereits mehrheitlich für „Brunnenplatz“ votiert. Die Vorsitzende C.Ehrhardt hat daher für den 4.Oktober zu einer erneuten Namenssuche einschließlich Tombola eingeladen, damit die Bürger für ihre Favoriten abstimmen können.

Wenn ich mich richtig erinnere, stand dort bis vor wenigen Jahren ein geschichtsträchtiges Hotel namens „Brauner Hirsch“. Doch ausgerechnet dieser naheliegende Name scheint gegenwärtig eher chancenlos zu sein.

Hingegen ist der neue Turm auf dem Wurmberggipfel schon vom Ort aus sichtbar. Vielleicht wird er ja vor dem ersten Schneefall noch fertig. 

Besuch bei einer Legende

Max Bolkart. Allein der Klang seines Namens faszinierte mich als sportbegeisterter Bub. Er gewann in den 50er Jahren dreimal die deutsche Meisterschaft im Skispringen und 1960 als erster Westdeutscher die Vierschanzentournee. Durch die beständige Erwähnung in allen damaligen Medien wurde mir sein sportliches Wirken früh vertraut. Folglich hielt ich ihn in meiner jugendlichen Schwärmerei für den besten Skispringer der Welt. Mit dem Gewinn seiner vierten Deutschen Meisterschaft 1964 avancierte er zum deutschen Rekordhalter - und blieb es bis heute!! Im selben Jahr fand auf der Wurmbergschanze in Braunlage ein internationales Skispringen statt. Doch enttäuschenderweise fehlte ausgerechnet mein Held. So kam ich um die Chance, ihn aus der Nähe zu betrachten und live zu erleben ...

Erst 54 Jahre später sollte sich dieser Kindheitswunsch erfüllen.

Max Bolkart lebt bis heute in Oberstdorf, in den Allgäuer Alpen, zusammen mit seiner Familie, die eines der schönsten Hotels dort betreibt: das „Freiberg“ Romantikhotel, ausgezeichnet für seine hervorragende Gastronomie, die außergewöhnliche Wohnkultur und seine wunderschöne Lage. Bei allem Komfort legt die Familie besonderen Wert auf Herzlichkeit, Bodenständigkeit und familiäre Atmosphäre. „Opa Max“, wie er liebevoll genannt wird, gehört mit zum „Inventar“, genau wie seine vielen Pokale, Fotos und anderen Erinnerungsstücke, die im Kaminzimmer stehen.

Dort traf ich das Idol aus Jugendzeiten und sprach mit ihm auch über seinen ehemaligen Harzer Springerkollegen Helmut Reichertz, den ich im Frühjahr in einem Video porträtiert hatte. Die Leidenschaft und Begeisterung, mit welcher der heute 86jährige von früheren Zeiten erzählt, zeigt eindrucksvoll, was einen passionierten Sportler und lebensfrohen Menschen ausmacht. ------- Videolaufzeit. 6.Min. -------

LINK zu Cortina 1956 --- LINK zu Deutsche Sieger Vierschanzentournee --- LINK zu Hotel "Freiberg"

Crowdfunding

...ist wieder so ein wunderschöner Anglizismus (crowd=Menge/funding=Finanzierung) für eine Methode, die Geld für ansonsten unfinanzierbare Großprojekte einzusammeln hilft. Der WSV Braunlage plant derzeit die Erstellung einer neuen Schanzen- und Event-Arena am Brockenweg. Die Gesamtkosten betragen nach ersten Schätzungen rund sechs Millionen, der überwiegende Teil soll aus öffentlichen Fördertöpfen und Investoren-Geldern fließen. An Eigenmitteln für dieses sehr engagierte und ambitionierte Projekt werden € 375.000 benötigt.

Wer keine Visionen entwickelt, kann keine großen Ziele erreichen. Doch jede Zielsetzung beginnt mit dem ersten Schritt. Die erforderlichen 25.000 € für anfallende Architekturkosten zur Erstellung eines Planungskonzeptes stehen inzwischen zur Verfügung. Um die genannten 375.000 € zusammenzubringen, bewirbt der WSV-Vorstand jetzt im zweiten Schritt auf medienwirksamen Veranstaltungen und Internetplattformen das Crowdfunding-Projekt. Es wäre sehr erfreulich, wenn dieses Vorhaben im Sinne einer nachhaltigen Stärkung der heimischen Infrastruktur gelänge.

Die neue Arena soll Platz für 9.500 Besucher bieten und ganzjährig genutzt werden. Neben Skisprungveranstaltungen der
ersten FIS-Kategorie soll ein Bundesleistungszentrum für Skisprung und nordische Kombination entstehen. Im Sommer sind neben Mattensprungwettbewerben und anderen sportlichen Aktivitäten auch Konzert- und Kulturveranstaltungen vorgesehen.

Die Realisierung einer solchen umfassenden Anlage ist dem sächsischen Klingenthal mit der Vogtland-Arena bereits 2006 gelungen. Ich habe die Arena besucht und ein Video erstellt. Lfzt. 5.Min.

Bier und Bratwurst

Über die guten Eigenschaften von Bier zu reden, hieße, Hopfen in die Brauerei zu tragen. Heutzutage vermiesen jedoch zunehmend Gesundheitsdebatten mit ihren vorwurfsvollen Mahnungen "viel zu viel" die Freude am Genuß von Gerstensaft. Alkohol ist ein Zellgift und niemand wird ernsthaft das Suchtpotenial bestreiten, ebenso wenig wie bei Zucker. Das Maß (nicht die Maß) ist "hie wie da" das Maß aller Genüsse.

So sieht das auch der Neurologe Prof. Dr. Manfred Walzl. In einem Beitrag für N24 (klick) preist er die Vorzüge des Biertrinkens an. Auch BILD stellte aufgrund einer Studie fest: Bier macht glücklich (klick).

Bei Freilichtveranstaltungen gehört zum Bier die Bratwurst. Das wussten bereits unsere Vorfahren zu schätzen, denn über fünf Jahrhunderte reicht der Ursprung dieser Kombination zurück. Wo die Wiege der Urbratwurst stand, darüber streiten sich Bayern und Thüringer bis heute. Fakt ist, es gibt regionale Unterschiede in der Herstellung - so wie beim Bier. Anhang: Im Video Klick berichtet Harzklubchef Uwe Lohde über die Jagd nach einem verloren geglaubten Schmorwurst-Rezept.

SKY-Logik

In Kürze nimmt die Champions League ihren Spielbetrieb für die Saison 2018/19 auf. Bisher übertrug der Abo-Sender Sky sämtliche Partien, zudem waren einige ausgesuchte Spiele mit deutscher Beteiligung im Free-TV zu sehen.

Im letzten Jahr wurden nun die Karten im TV-Poker neu gemischt. Ab dieser Saison ist das Free-TV gänzlich raus, dafür kommt mit DAZN ein weiterer Bezahlsender hinzu, welcher sich mit SKY die Übertragungsrechte teilt. Der pekuniäre Wertschöpfungsgedanke mit seiner unvorstellbaren Geldflut treibt erkennbar immer neue Blüten. Konkurrenz belebt das Geschäft und füllt in diesem Fall sogar die Kassen, wird die UEFA als Veranstalter beglückt feststellen.

Nachdem die Verteilung zwischen Pay-Sendern im Frühjahr endgültig geregelt war, sprach vor dem Halbfinale Liverpool gegen ManCity die Sky-Moderatorin Jessica Kastrup von einer guten Nachricht für alle Zuschauer. Sie begründete ihre Freude damit, dass Sky weiterhin die Konferenzschaltung anbiete und dazu einige Einzelspiele deutscher Mannschaften zeigen werde.

So dreist bzw.selbstverständlich ist das inzwischen geworden. Ein reduziertes Leistungsangebot wird dem staunenden Publikum als freudige Nachricht verkauft. Kein Werben um Verständnis, kein Bedauern für die Abonnenten, die jetzt gleich zweimal zur Kasse gebeten werden, wenn sie das volle Paket empfangen wollen. Die explodierende Preisflut aufgrund weiterer Mitbewerber macht eine Verteuerung für den Endverbraucher nun mal unumgänglich - Punkt. Und man weiß ja: die fußballsüchtigen Deppen werden Kündigungen scheuen.

Der SKY Vorgänger Premiere warb einst noch mit dem Slogan: „garantiert ohne Werbung“. Heute bleiben selbst während der Spiele die Werbeeinblendungen nicht mehr aus. Werfe ich den Blick nach vorn, kommt mir folgendes Bild in den Sinn: Analog der Werbebanden in den Stadien, die das Spielfeld umrändern, wird das eigentliche Fernsehbild von einem dicken Werbeband umzogen, das ständig wechselt. Die Fußball-Übertragung läuft eingebettet inmitten des großen Werbebanners. Immerhin als Dauersendung.

Auch das werden sie noch als Zugewinn verkaufen: Jede Halbzeit garantiert ohne Ausblendung!

Spektakel Sautrogrennen

Seit jeher stehen schönes Sommerwetter und Wasserspiele in feucht-fröhlicher Verknüpfung. Als ich dieser Tage um den Braunlager Kurparkteich schlenderte, kam mir das gaudige Sautrogrennen von 2012 in den Sinn, das die beiden Veranstalter Peter Greulich und A.De Soghe hier vor rund 1700 Zuschauern veranstaltet hatten. Die urige Veranstaltung mit den schwimmenden Schweinetrögen war ein voller Erfolg. Zweiundzwanzig Holzkisten, zumeist aufwendig ausgestattet und verziert, nahmen den Kampf um den Sieg auf. Im KO-System fuhren jeweils zwei Tröge gegeneinander, und so gab es am Ende auch eine Gewinnerkiste. Ich war seinerzeit mit der Videokamera dabei und filmte das köstlich-spaßige Treiben rund um den Kurparkteich.

Übrigens trug dieser einst die Bezeichnung „Gondelteich“, weil dort jahrzehntelang Ruderboote zu einer besinnlichen Bootstour einluden. Die Boote verschwanden Ende der 70er Jahren mit der Kurparkumgestaltung, das Sautrogrennen mit dem Ableben von Peter Greulich 2015.

M-A-U-E-R-N

In vielen Städten Deutschlands stehen Überreste von historischen Stadtmauern, oftmals liebevoll restauriert. Die Befestigungsanlagen wurden früher mit leidenschaftlichem und immensem Aufwand erbaut, um sich vor Feinden zu schützen. Mit derselben Leidenschaft werden heutzutage bereitwillig die Stadttore für Besucher und Gäste geöffnet. Denn diese Fremden bringen nicht mehr Tod und Verderben, sondern Wohlstand und Aufschwung.

Im Mittelalter war die Errichtung einer Wehrmauer rings um eine Stadt noch ein Privileg = Befestigungsrecht. Der geschlossene Mauerring wurde mit einer begehbaren Mauerkrone versehen, die Wehrtürme hatten Schießscharten. Oftmals wurde vor der Mauer noch ein mit Wasser gefüllter Stadtgraben angelegt. Der legale Zugang in die Stadt war nur durch bewachte Stadttore möglich.

Die große Zeit der Sicherung durch Mauerbau schien im 19.Jahrhundert vorbei zu sein. Die altehrwürdigen Bollwerke konnten den modernen Waffen nicht mehr trotzen. Ferner wuchs überall die Einwohnerschaft rasant über ihre Mauern hinaus - manche Ortschaften platzten buchstäblich aus allen Nähten. Für den endgültigen Garaus der Befestigungsanlagen sorgte dann der Eisenbahnbau. Im 20.Jahrhundert hegte zwar niemand mehr die Absicht, eine Mauer zu errichten, doch wurde mit der Berliner Mauer sogar ein Novum geschaffen. Denn erstmals wurde eine Absperrung nicht errichtet, um Feinde abzuwehren, sondern den Abwanderungsgedanken der eigenen Bürger zu stoppen. Eine Sinnentfremdung, deren Ende absehbar war. Die Mauer fiel in einer Novembernacht. Bemerkenswert dabei, dass es friedlich verlief.

Jetzt im 21.Jahrundert wird erneut über die Strategie des Verschanzens hinter Mauern nachgedacht. Anlass sind weltweit tobende Konflikte und hierzulande eine völlig entgleiste Asyl- und Flüchtlingspolitik. So wachsen neue Mauern, unsichtbar noch, doch in den Köpfen schon spürbar...

Beobachtungen I

Ich hatte an dieser Stelle des Öfteren vom Stand der Umgestaltung der neuen Braunlager Mitte berichtet (ehemals Gelände Brauner Hirsch). Zuletzt wurde moniert, dass der Brunnen nicht in Waage stünde und das Wasser nur einseitig herunter fließe. Zur Überprüfung umkreiste ich einmal den Brunnen - und siehe da: es fließt rundum hinab, so wie es sein soll. Also Entwarnung!

Im unteren Bereich wird derzeit neu gepflastert. Nach Fertigstellung wird als Höhepunkt auf der Einweihungsfeier der neue Name für das Gesamtkunstwerk bekanntgegeben....

Beobachtungen II

in Bus, Bahn, Schiff, Flugzeug und im Mileu.

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Plakate einer Ausstellung

Der Grafikdesigner Günther Kieser gestaltete in den 60er Jahren für die Fankfurter Jazz-Festivals kunstvolle Ankündigungsplakate. Veranstalter war die Konzertagentur Lippmann+Rau. Für Beide war ebenso wie für Kieser der amerikanische Jazz die Musik der Befreier von Krieg und Unmenschlichkeit. Diese Musikform aktiv zu fördern führte sie zusammen und begründete eine fruchtbare jahrzehntelange Zusammenarbeit. Motto: Bilder treffen Musik. Für seine phantasievollen Arbeiten wurde Kieser vielfach ausgezeichnet und prämiiert. Daneben organisierten Lippmann + Rau auch erfolgreich die ersten Konzerte mit Rockstars und Blueslegenden der 50er +60er Jahre. In deren Musik vereinigte sich, so brachte es Günther Kieser auf den Punkt, was im Jazz etwas verloren gegangen war: außergewöhnliche Originalität und emotionale Intensität. Und genau diese genannten Kriterien spiegeln sich in seiner ausdrucksstarken Plakatkunst vollendet wider. So akzeptierte der Künstler auch keine Vorgaben, sah sich andererseits der vorgegebenen Thematik natürlich stets verpflichtet.

In der Kulturbäckerei Lüneburg lief bis zum 30.6. eine Ausstellung mit den schönsten Arbeiten von Günther Kieser. Wer Popkulturgeschichte hautnah erleben wollte, war hier gut aufgehoben.

Video von der Ausstellung
Lfzt. rd 7.Min.

Das schönste Jahrzehnt

Wenn du wählen dürftest, so lautete neulich eine Umfrage unter Erwachsenen in Deutschland, in welchem Nachkriegsjahrzehnt würdest du am liebsten leben? Die überwiegende Mehrheit entschied sich für die 80er Jahre, trotz Tschernobyl, Waldsterben oder der neuen Seuche Aids.

Die 80er wären auch meine Wahl gewesen, hätte mich jemand befragt. Ich stand „voll im Saft“, wie man den Zustand zwischen 30 und 40 gern beschreibt, hatte bereits gewisse Lebenserfahrungen gesammelt, der einschränkende Altersprozess lag gefühlt noch Lichtjahre entfernt. Auch stellte das kraftzehrende Nebeneinander von Beruf, Familie und Freizeit keinen unüberwindbaren Widerspruch dar. Meine freizeitlichen Aktivitäten lebte ich seinerzeit mit Schreiben und Produzieren eigener Hörspiele aus. Daneben war ich leidenschaftlicher Fußballtrainer.

Allgemein hatte sich in der aufstrebenden Bundesrepublik ein veritables Lebensgefühl eingestellt. Die Urlauber setzten auf ferne Länder, mit Trend zum Zweiturlaub wie auch zum Zweitauto. Medial feierten US-amerikanische Fernsehserien wie Dallas oder Denver Clan, die auf Vermehrung von Macht und Reichtum setzten, erstmals auch im deutschen TV große Erfolge. In bundesrepublikanischen Fernsehserien gab Götz George den raubeinigen Schimanski, Derrick den seriösen Ermittler, und Klaus Wussow operierte erfolgreich in der Schwarzwaldklinik. Im sportlichen Fokus wirkte die Hand von Diego Maradona als Gottes Fußballhand, wie er sie selbst sah. In der einstigen Randsportart Tennis fieberten Millionen Zuschauer mit Boris „Bobbele“ und unserer Steffi. Musikalisch setzten Künstler wie Michael Jackson, Prince und Falco die Zeichen der Zeit. Falcos „Rock me Amadeus“ erreichte als bis heute einziges deutschsprachiges Lied die Spitze der US-Billboard-Charts... Doch der weltbewegende Paukenschlag zum Ende des Jahrzehnts war zweifellos der Mauerfall. Die gewaltlose Überwindung der deutschen Teilung - eigentlich ein echtes Wunder.

Die Jetztzeit wird weltpolitisch überschattet von zunehmenden Aggressionen und schier unüberschaubaren Verwicklungen einschließlich diverser Bedrohungen. Zu Verunsicherungen und Ängsten führt auch die digitale Transformation in ihrer scheinbaren Alternativlosigkeit. So erstaunt es nicht, dass das letzte analoge Jahrzehnt ohne Internet, Privatfernsehen und Handy „die gute alte Zeit“ verkörpert, in der sich anscheinend noch unbeschwerter leben ließ.

Lach mal wieder

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Frühling und Mythen

Schneeschaufeln werden gegen Harken getauscht, Lindgrün und Rosarot verdrängen Schmutzweiß und Matschbraun. Türen und Tore stehen sperrangelweit offen, die muffige Winterluft zieht hinaus. Die verheißungsvolle Jahreszeit wird freudig begrüßt – endlich ist der Frühling da! Und mit seiner Ankunft öffnen sich nicht nur Gartenlokale, Eisdielen und Schwimmbäder, sondern viele andere Orte, die zuvor im tiefen Winterschlaf lagen. Jetzt wird jede Sitzgelegenheit von Mensch und Tier genutzt, um sich die Sonne gemütlich auf den Pelz scheinen zu lassen.

Auch der Naturmythenpfad oberhalb von Braunlage Nähe Silberteich lädt kleine und große Besucher wieder ein, auf den zehn lehrreichen Stationen das Verhältnis zwischen Mensch und Natur zu ergründen. Mythen, Märchen und Sagen gehören bekanntlich zu den ältesten Kulturgütern der Menschheit.

Eine der Stationen widmet sich dem „Wolfsbrunnen“. Mit der Harzer Sage vom Wolf begibt sich der kleine Jaspar auf eine Reise in eine geheimnisvolle Märchenwelt ... klick

Neues von der Neuen Mitte

Kein Ende mit den Hiobsbotschaften beim Bauablauf der Neuen Mitte auf dem Grundstück des ehemaligen Hotels "Brauner Hirsch". Um schlappe € 150.000 weicht der Etat inzwischen von der ursprünglichen Kalkulation aus 2009 ab. Damit wird das Gesamtvolumen fast eine Million betragen - ohne den noch folgenden zweiten Bauabschnitt. Dieser sieht eine Neupflasterung der Parkflächen an der Marktstraße vor: Kosten rund € 400.000. Die unspektakuläre, fast karge Platzgestaltung bezeugt indes eindrucksvoll, wie teuer heutzutage das Bauen geworden ist. Foto

Zudem ist der neue Brunnen, wegen seiner marineblauen Farbe ohnehin arg umstritten, erneut ins Gerede gekommen. Wie verlautet, stünde das Highlight der Neugestaltung angeblich nicht in Waage - und so laufe das Wasser lediglich auf einer Seite herab. Um die Schräglage zu verdeutlichen, schoss ich ein Foto. Mit bloßem Auge ist der Fehler jedoch nicht auszumachen, aber vielleicht hielt ich meine Kamera schief ...

Abschied vom Winter

Jetzt beginnt es doch erst richtig Spaß zu machen, meinte mein Nachbar, als er Restschnee über die Strasse verteilte. Warum nicht gleich nur eine Jahreszeit ausweisen - beispielsweise fortwährend Winter? Als Argument führte er die halbjährliche Zeitumstellung an: Früher reichte eine einzige Uhrzeit für das gesamte Jahr. Dieser ständige Wechsel heutzutage macht die Leute nur wuschig. Nun ja, erwiderte ich, eine nach Wärme anmutende Jahreszeit sei ja grundsätzlich nicht zu verachten. Falsche Hoffnungen, kam seine Entgegnung wie aus der Pistole geschossen, der Wintermonat Januar war dieses Jahr wärmer als der Frühlingsmonat März. Und ob der Sommermonat Juli den Temperaturdurchschnitt vom Januar toppen wird, wäre noch dahingestellt. Prima Aussichten, konstatierte ich ein wenig spöttelnd.

Als ich überlegte, was ich nach Ostern an dieser Stelle präsentieren könnte, fiel mir das Nachbarschaftsgespräch wieder ein. Schnell ein schönes „echtes“ Winterfoto herausgekramt und zum Vergleich mit aktuellen Frühlingsaufnahmen gepaart. Ferner kam mir ein Name in den Sinn: Erich Meyer. Im Braunlager Skimuseum sah ich eine große Tafel mit Fotos und Ansteckplaketten aus siegreichen Wettbewerben von ihm. Bis dato waren mir weder sein Wirken noch sein Name bekannt. Falls es meinen Besuchern ähnlich geht, animiert vielleicht die kleine Collage zu einem Besuch vor Ort ....

Einen bekannten Wintersportler präsentiere ich hingegen in Kürze im Videoporträt: Helmut Reichertz, Harzer Skisprunglegende und Deutscher Vizemeister von 1961.

Wie unschwer erkennbar, bleibt der Winter im Harz offenbar doch ganzjährig ein Thema!

Der Arzt von Braunlage

Für mich stellen Ärzte seit jeher eine ganz besondere Spezies Mensch dar. Dies ergibt sich wohl aus der Wahl ihres Berufs, der häufig als Berufung, mithin als Lebensinhalt und Bestimmung empfunden wird. In vielen Fällen reicht allein ihre Anwesenheit und Zuwendung aus, um Patienten ein Gefühl von Vertrauen, Sicherheit und Hoffnung zu vermitteln. Dann wieder entscheidet ihre Leistungsfähigkeit nicht selten über Leben oder Tod. Während heute eher die Facharztpraxen boomen und die Ärzte sich häufig als Dienstleister verstehen, waren sie früher als Allgemeinmediziner und fürsorgliche Begleiter in allen Lebenslagen tätig. Hausbesuche waren ebenso an der Tagesordnung wie fachübergreifendes Wissen.

Zu den Besten dieser Kategorie gehörte der Bade- und Allgemeinarzt Dr. Jürgen Ebrecht aus meiner Heimatstadt - nicht nur meiner Meinung nach. Er genoss aufgrund seiner medizinischen Vielseitigkeit einen ausgezeichneten Ruf, der weit über die örtlichen Grenzen hinaus reichte. Eine Konsultation war stets mit enormer Wartezeit verbunden. Die Praxis öffnete bereits um 6:30 Uhr. Zur Bewältigung des Ansturms musste jeder Patient eine Nummer ziehen. Um 7:30 Uhr konnte das gut und gern schon die Nummer 50 sein - das sagt einiges über seine tägliche Arbeitsbelastung aus. Daneben absolvierte er wie alle Ärzte vor Ort noch Wochenenddienst. Trotz dieses hohen Pensums vermittelte Dr.Ebrecht mir als Patient nie das Gefühl von Zeitnot. Ganz im Gegenteil: stets gab es ein aufmunterndes oder privates Wort. Eine Überweisung zum Facharzt erwies sich während seiner Praxisjahre für mich nie als erforderlich.

Ich erinnere mich, dass Jürgen Ebrecht von seinem Vater Walter die Praxis übernahm. Sie befand sich damals im Hotel Blauer Engel, das die Familie besaß. Auf dem großen Grundstück unterhielt Vater Ebrecht bis ins hohe Alter einen kleinen Tierhof mit Pferden, Hühnern etc. Zum Anwesen gehörte ferner ein Mehrfamilienhaus an der Ecke Markt- / Herzog-Wilhelm-Straße. Im Parterre betrieb Friseurmeister Walter Wegmann sein Geschäft, darüber bezog ich meine erste eigene Wohnung. Die Miete kassierte Besitzer Dr. Walter Ebrecht jeden Monat in bar. Die regelmäßige Kommunikation schuf seinerzeit ein gutes Verhältnis zwischen Vermieter und Mieter. Eines Nachts brach in unserem Haus ein Feuer durch Brandstiftung aus. Es konnte gottlob schnell gelöscht werden, so dass bereits am frühen Morgen die Aufräumarbeiten begannen. Als Erster mit Schaufel und Kehrblech dabei war Jürgen Ebrecht …

Nun verstarb der Doktor im 87. Lebensjahr nach längerer Erkrankung. Zum Leben gehört der Tod, sagte er mir einmal. Und sinnierte kurz: was wohl hängen bleibt? Für mich kann ich ganz klar sagen: seine Persönlichkeit und sein Wirken werden mir unvergesslich bleiben.

Wenn Omas Setzbügeleisen übers Eis flitzt ...

Bergbewohner im Alpenraum oder in den Mittelgebirgen machten sich schon früh Gedanken über die Nutzungsmöglichkeit zufrierender Gewässer. So entstanden diverse Eissportarten. Zur populärsten Spielart entwickelte sich aufgrund einfacher Regeln das Eisstockschießen. Ziel des Spiels ist es, den Eisstock möglichst nahe an einer Daube (Holzwürfel) zu platzieren oder andere Stocks zu entfernen. Der Eisstock wurde anfangs einzeln aus Holz gefertigt und mit einem Eisenreifen versehen. Dieser sorgte für die nötige Härte beim Aufprall und für optimale radiale Gewichtsverteilung, während Skiwachs die Gleitfähigkeit der Bodenfläche verbesserte.

Da früher im Winter ganze Dorfgemeinschaften dem eissportlichen Vergnügen frönten, kann das Stockschießen historisch betrachtet dem Brauchtum zugerechnet werden. Zur wettkampfsportlichen Variation reifte in Jahrhunderten das Curling. 1924 in Chamonix erstmals zu Demonstrationszwecken vorgeführt, gehört es seit 1998 offiziell zum Olympiaprogramm.

Zurück in die Vergangenheit, sagten sich vor einiger Zeit etliche Freunde von Omas ausgedientem Setzbügeleisen. Sie durchkämmten die Dachböden älterer Wohnhäuser und fanden ausreichend Objekte ihrer Begierde. Jetzt können wir es schlittern lassen, riefen sie erfreut aus. Gesagt, getan. Und so wurden im März dieses Jahres bereits zum 10.Mal im Braunlager Eisstadion die offenen Deutschen Meisterschaften im Setzbügeleisen-Eisschießen veranstaltet – mit Teilnehmerrekord: 91 Setzbügeleisensportler ließen ihre Sportgeräte übers Eis flitzen. 2014 drehte ich zwei Videos über diese Veranstaltung. Zu finden in der Videothek.

Das neue Gesicht

Wie aus gut unterrichteten Kreisen verlautet, soll auf dem Wurmberg mit dem Neubau eines Aussichtsturmes im Frühjahr begonnen werden. Die Bauherrin Karin Lauber aus Braunschweig ist die Tochter des einstigen „Wurmbergwirtes“ Oskar Wesche. Ihrem Vater gehörte auch  der Anlaufturm der Schanze, der daneben von Besuchern als Aussichtsplattform genutzt wurde. Der 1951 erbaute stählerne Turm war mit einer Höhe von 1.000 Meter ü.NN. der höchstgelegene Ort Niedersachsens. Zusammen mit dem Schanzen-Anlaufkonstrukt präsentierte er sich über viele Jahrzehnte als touristische Attraktion von Braunlage und vor allem als einzigartiges Wahrzeichen.

Vermutlich ein Ausbau der Dachkonstruktion wurde im Jahr 2000 dem imposanten Stahlturm zum Verhängnis. Dadurch geriet Regenwasser an das am Ende komplett verrostete Eisengestell. Eine Sanierung wurde seitens der Kommune ausgeschlossen (alternativlos, hieß es) - und so erfolgte 2014 der Abriss!

Seitdem sieht der 971m hohe Wurmberg übel gestutzt aus. Hocherfreulich also, dass diese Zeit des „Gesichtsverlustes“ mit dem Neubau zu Ende gehen wird – dank der privaten Initiative von Frau Lauber.

Erinnerung

Angeregt durch die sonnigen Frosttage präsentiere ich heute einmal Winterbilder von anno dazumal. Sie verdeutlichen, welche Freude und Möglichkeiten ein echter Winter zu bieten hat. Die Fotos stammen übrigens aus dem Fundus meines verstorbenen Freundes Heinz-Jörg Fulst. Er wäre am 8.März 60 Jahre alt geworden.

Ihm zu Ehren präsentiere ich einen kleinen Film, den wir 2011 anläßlich des 30jährigen Jubiläums unseres gemeinsamen MTS-Hörspiels „WSV olé“ aufnahmen. Eine Erinnerung an die Entstehung dieses Braunlager Kultstücks in etwas augenzwinkender Form... (bitte Foto rechts anklicken)

Im Frühjahr 2015 legte Jörg eine faktenreiche Broschüre über die Geschichte des Harzer Eishockeys vor: "Vom Eisteich zum Eisstadion". Mehr Infos hier

Alles unter einem Dach

Das heitere Theaterstück, gemeinsam mit Esther Rager geschrieben und im Vertrieb beim Deutschen Theaterverlag, wird seit 2007 jährlich mehrmals gespielt. Da es bereits in etliche deutsche Mundarten "übersetzt" wurde, darf man durchaus von einem Erfolgsstück sprechen.

In diesem Jahr beginnt die Bühne 69 in Kamp-Lintfort mit der Inszenierung. Ankündigung und Rezension siehe rechts.....

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Harzer Olympioniken

Als Arnd Peiffer vom WSV Clausthal-Zellerfeld im 10km Biathlon-Sprint in Pyeongchang die Goldmedaille gewann und sich damit zum ersten Harzer Olympiasieger im Skilauf kürte, musste ich unwillkürlich an Helmut Gerlach denken. Er startete für den WSV Braunlage und nahm 1964 und 1968 als erster Harzer Langläufer an Olympischen Spielen teil. 1988 später gelang mit Birgit Kohlrusch der ersten Langläuferin aus Braunlage dieses Kunststück; sie startetete allerdings für den SC Hirschau (Bayern). Ihr erfolgreichstes Jahr war 1986, wo sie über 5km, 10km und 20km gleich drei Deutsche Meisterschaften gewann. Eine großartige Leistung.

Mit Helmut führte ich vor einem guten Jahr ein Videointerview. Darin schilderte er seine Erinnerungen an die erfolgreiche Langlauf-Karriere. Mehr Infos gibt es unter Zeitzeugen oder klick hier

Der Stein des Anstosses

Die „hallenbadblaue“ Farbe des Brunnens am „Platz Neue Mitte“ (vormals Hotel Brauner Hirsch, siehe Erstbericht weiter unten) bewegt weiter die Gemüter. Dabei konnte das Modell jahrelang im Rathausfoyer begutachtet werden. Doch wie beim Fußball interessiert keinen die Trainingsleistung. "Grau ist alle Theorie, wichtig ist auf'm Platz" (Fußballweisheit). Und so wird die Diskussion um Farbe und Gestaltung munter fortgesetzt. Manche unterbreiten konkrete Änderungsvorschläge wie "Zementklotz wegreißen, stattdessen Granitstein aus dem Brlg.Steinbruch", andere wollen erstmal abwarten, wie die blaugraue Brunnenfarbe im Frühjahr wirkt.

Einstige Generationen assoziierten die Farbe „Blau“ wohl mehr im Zusammenhang mit „Vergnügen“ (laut Definition Duden = inneres Wohlbehagen). Die Fotos belegen diese These!

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In eigener Sache

Im letzten Jahr erzielte die Besucherzahl meiner Webpräsenz wieder einen erstaunlichen Aufschwung. Sie erhöhte sich in 2017 auf 69.000. Dabei klickte es 709. 000 Mal auf Inhalte wie Fotos, Videos, Berichte etc.. Im Januar 2018 hielt der Aufschwung an und endete sogar mit einem Rekord: Erstmals seit Bestehen meiner Präsenz wurden in einem Monat über 7.000 Besucher gezählt. Augenzwinkernd gesagt: ginge es hier um einen börsennotierten Daxwert, würde ich jetzt von einem Allzeit-Hoch sprechen.

Das ansehnliche Echo löst bei mir als Betreiber einer rein privaten Webseite ohne jeglichen kommerziellen Hintergedanken natürlich große Freude und auch gewissen Stolz aus. Ich danke Allen für das Interesse an den unterschiedlichen Beiträgen, Geschichten und Ereignissen. Zwar gibt es im Leben immer wieder ein Auf und Ab, das gilt auch für ein Angebot wie dieses, doch werde ich bemüht sein, weiterhin Beiträge aller Art zu produzieren und damit hoffentlich gut zu unterhalten. Und das ganz im Sinne der Maxime von Carl Zuckmayer, die ich mir zu eigen gemacht habe:

"Die einzige dauerhafte Form irdischer Glückseligkeit liegt im Bewußtsein der Produktivität"

Der Anrufbeantworter

Wird vom Anberufbeantworter gesprochen, verorten viele Leute die hilfreiche Erfindung in die Zeit Anfang der 90er Jahre. Dabei gab es bereits Ende der 70er den ersten häuslichen Anrufbeantworter namens Alibi-Nota von Zettler, München - siehe Foto. Details: Meldetext zwischen 10-60 Sekunden, Aufnahmekapazität zwischen 3 und 6 Stunden. Preis um die 1.000 Mark -

Der Vorläufer der populären Antwortmaschine wurde "Telegraphon" genannt und vom Dänen Valdemar Poulsen gebaut. Schon 1898 gelang es ihm, Schall (und damit Gespräche) magnetisch aufzuzeichnen. 1931 präsentierte William Schergens eine kommodengroße Maschine, worauf eine Nachricht hinterlassen werden konnte. Für den Durchbruch und eine größere Verbreitung sorgte schließlich der Japaner Kazuo Hashimoto mit seinem Ansa Fone. Dieser wurde ab 1960 erfolgreich in den USA verkauft.

So viel zur Geschichte des Anrufbeantworters. Mit Erscheinen der heutigen Smartphones ist der ursprüngliche AB schon wieder aus dem Rennen. Nicht Wenige jedoch werden sich noch zurückerinnern, wie holprig die ersten Telefonate verliefen, wenn am anderen Ende eine Maschine zum Sprechen aufforderte.

Von eigenen Erfahrungen mit einem Anrufbeantworter handelt auch mein gleichnamiger Sketch aus den 90ern. Lfzt. 6.Min. Bitte Foto anklicken!

Springbrunnen am Platz Neue Mitte

Die Grundstücksfläche des ehemaligen Hotels „Brauner Hirsch“ heißt jetzt offiziell

„Platz Neue Mitte“

und erhielt als Blickfang unter anderem einen Springbrunnen, dessen Sockel mit einem auffallenden Blau bemalt ist. Die Farbe bringt bei Befürwortern und Gegnern die maritime Fantasie zum Blühen und führt zu heftigen Diskussionen. Derzeit präsentiert sich das Areal wintergrau. Da fragt sich der unbekümmerte Betracher voller Neugier, wie das jetzt leuchtende Marineblau inmitten von bunten Frühlings- und Sommerblumen wohl wirken wird?

Dabei hätte die einheimische Farbpalette durchaus Alternativen zu bieten. Überdies mit patriotischem Bezug zum Ort. Das satte Grün im Braunlager Stadtwappen zum Beispiel. Oder das Blau/Grün im Emblem des Wintersportvereins, immerhin Deutschlands ältester Skiklub. Mit der zweiten Farbe verschwände sogar das blasse Grau im oberen Brunnenteil.

Würden die Verantwortlichen das Ganze dann noch um eine Dennert-Tanne mit Hinweis auf den erwähnten WSV und auf die Einführung des Skilaufs im Harz durch Oberförster Ulrichs erweitern, wäre der örtliche Bezug vollends hergestellt.

Nachtrag: in einem GZ-Leserbrief wird bemängelt, dass die neue Platzbezeichnung wie ein Parteiname klänge. Die Verfasserin schlägt "Brauner-Hirsch-Platz" vor. Aus meiner Sicht ein naheliegender Gedanke in Erinnerung an das einst den Platz prägende Hotel. (siehe Video links)

Zum Ableben von Klaus-Dieter "Ente" Endler

Das neue Jahr beginnt leider wieder mit einer traurigen Nachricht: Am 2.Januar verstarb Klaus-Dieter "Ente" Endler.

"Ente" galt als besonders talentierter Sportler unter den einheimischen Athleten. Seine Fähigkeiten erlaubten es ihm, in unterschiedlichen Sportarten erfolgreich zu agieren, am nachhaltigsten sicherlich im Eishockey. Seine beste Zeit hatte "Ente" in den 70er Jahren. Parallel dazu begann mit Fertigstellung des Eisstadions 1974 für den WSV Braunlage eine äußerst fruchtbare Periode. Bereits in der Saison 1976/77 konnte der WSV die erste Regionalmeisterschaft feiern. Ein seinerzeit begeisternder Erfolg. Und "Ente" trug als torgefährlicher Stürmer mit zahlreichen Treffern sein Scherflein bei.

So war es mir auch ein Anliegen, ihm im MTS-Hörspiel "WSV zwo" ein kleines Denkmal zu setzen. Gesprochen wurde er übrigens von Huby Eimbeck, ebenfalls eine Braunläger Eishockey-Ikone., worüber sich "Ente" natürlich sehr freute.

Auch im Fußball spielte "Ente" eine gute Rolle, allein schon wegen seiner vielfäligen Verwendbarkeit. Ob als Stürmer, Abwehrspieler oder gar Torwart: "Ente" glänzte auf allen Positionen! Ich erinnere mich noch ganz genau an ein besonderes Spiel 1981 in St.Andreasberg. "Ente" musste unseren verletzten Stammtorwart vertreten - und tat das in ganz großartiger Manier.

So sah ich die entscheidende Szene:

Großes Gewühl im Strafraum, der gegenerische Stürmer zieht aus kurzer Entfernung bombastisch ab. Ich sehe den knallhart geschossenen Ball schon im äußersten unteren Torwinkel landen, da wirft sich "Ente" pfeilschnell Richtung Eck. Seine Körperstreckung gleicht dabei einem gewaltigen Katzensprung - und wie mit Zauberhand lenkt er das Leder noch um den Pfosten.

Nur selten sah ich in einer unteren Liga solch eine feine Torwartparade. Wann immer wir über seine grandiose Rettungstat von damals sprachen, die uns letztlich den Erfolg sicherte, glänzten seine Augen und sie erfüllte ihn mit Stolz. Verdientermaßen!

Nun hat "Ente" mit nur 65 Jahren seine Sportkluft für immer abgelegt. Aber sicherlich wird er nicht nur bei mir eine bleibende Erinnerung hinterlassen.

.........Links zu Buch/Video/Hörspiel ... bitte Fotos anklicken

Von guten Vorsätzen

Für die meisten Mitmenschen gehören gute Vorsätze fürs neue Jahr genauso zum Jahreswechsel wie die Böllerei. Einige Beispiele: mehr Sport, weniger Süßes, mehr Familie, weniger Stress. Klingt alles vernünftig und erreichbar. Leider ersticken viele gute Ansätze im schnöden Alltagssumpf. Sie erleiden ebenso Schiffbruch wie die jährlich wiederkehrenden Wahlversprechen unserer Weltgewaltigen. Auch diese überheben sich regelmäßig mit ihren Forderungen nach Frieden, Freiheit, Verständigung und verbesserten Lebensbedingungen. Am Ende geht es der hehren Wunschliste wie den schönen Versen beliebter Dichter: sie werden gern zitiert ... Punkt! Wie wär's also mal mit gänzlich neuen Parolen? Ein Vorschlag wäre:

"Wie schaffen wir den Gute-Laune-Bürger?"

Bekanntlich reduzieren sich Wünsche mit zunehmendem Alter auf einen einzigen: Gesundheit! Denn ohne ist alles nix. Sind Menschen einigermaßen fit, können sie schaffen, streiten, lieben und streben - je nach individueller Beschaffenheit und gestalterischer Möglichkeit.

In diesem Sinne wünsche ich allen Besuchern meiner Webseite ein gesundes 2018.

2017

Weihnachtstöne

Wieder einmal ist es soweit: die weihnachtliche Festwoche steht an! Abhängig Beschäftigte freuen sich zunächst über zwei arbeitsfreie Tage. Und trotz anlockendem Glockengebimmel bleiben viele Mitbürger ihrem einmal gefassten Beschluss treu und verzichten auf den Austausch von Geschenken. Andere wiederum nehmen gern die Last des Stöberns und Einkaufens auf sich. Der Gabentisch mit Angeboten ist landauf-landab zum Bersten gedeckt. Daraus das passende Geschenk hervorzupicken, ist durchaus eine Kunst. Also Augen auf bei der Auswahl, denn...

...der jährliche Knaller unter den Christbaumpräsenten - das "gute" anspruchsvolle Buch - kann, muss aber nicht Freundensprünge auslösen. Ebenso wenig wie eine Heizdecke für die im besten Alter stehende Ehefrau. Und auch die schöne Lampe mit viel Lux für den zu Trübsinnigkeit neigenden Partner erheitert nur,  wenn der Schenkende nicht selbst der Anlass für die Verstimmung ist. Unverständnis ist ebenfalls vorprogrammiert, wenn Oma der halbwüchsigen Enkelin wärmende Unterwäsche schenkt, damit diese sich bloß nicht verkühlt.

Eine spezielle Gefahr geht stets vom Kerzen geschmückten Weihnachtsbaum aus. Wenn das Wachslicht nicht nur festlich flackert, sondern mit einem ungeplanten Einäscherungsprogramm traktiert, ist eine umfängliche Eintrübung der feierlichen Weihnachtsgala nicht auszuschließen. klick hier

Überhaupt gibt es Begleiter zur Christzeit, die jeder gern zum Teufel wünscht. Das betrifft nicht zwangsläufig die Verwandten, die übrigens auch nicht austauschbar sind. Nein, vielmehr handelt sich um bekannte Quälgeister wie „Viren und Bakterien“. Ihre Unart vor allem zu Festtagen aufzutreten, tötet jede Freude. Statt fröhliche Weihnachten mit Festschmaus und Sektgelage zu genießen, hantiert der Erkrankte mit allerlei Gegenmittelchen und darbt ansonsten. Gleichzeitig reduziert sich dessen Wunschzettel an den Weihnachtsmann auf eine einzige Bitte: dass er mit dem quälenden Störenfrieden möglichst schnell die Kurve kratzen möge.

 Gesundheit bleibt nunmal das schönste Geschenk. Nicht nur an Weihnachten!


Anhang. Hermann Hesse schrieb 1927 über das Weihnachtsfest ernüchtern:
:
"Weihnachten ist ein Giftmacher aller bürgerlichen Sentimalitäten und Verlogenheiten. Anlass wilder Orgien für Industrie und Handel."

Neues aus Braunlage

Von Zeit zu Zeit erreichen mich Anfragen, ob ich nicht größere bauliche Veränderungen oder andere prägende Ereignisse in Braunlage auf meiner Webseite veröffentlichen könne. Der Wunsch stammt meist von ehemaligen Einwohnern, die heute überall auf der Welt in der Diaspora leben. Von dort blickt man natürlich immer wieder freudig auf die alte Heimat - und dies wohl auch gern über meine Webseite.

Die Stadt verändert sich. Das ist wahr. Vor allem in den letzten Jahren erfuhr Braunlage weitreichende bauliche Veränderungen. Wie sah es an dieser Stelle früher aus, wie nach der Veränderung? Welche Erinnerungen knüpfen sich daran? Filme, Fotos und Interviews sollen helfen, den Blick darauf lebendig zu machen. Wenn von Historie die Rede ist, denke ich gleichzeitig an meinen verstorbenen Freund und Braunlager Museumsleiter Heinz-Jörg Fulst. In seinem Archiv befinden sich viele fotografische Erinnerungen.

In unregelmäßigen Abständen hatte ich über das ein oder andere Geschehen hierzulande schon berichtet, wie Stammbesucher wissen.

Heute geht es um ein 2000 Quadratmeter großes Grundstück in der Elbingeröder Straße zwischen „Omas  Kaffeestube“ und dem "Restaurant Akropolis". Für dieses ehemalige Tankstellengelände, das jahrzehntelang brach lag, ist nun eine Lückenbebauung geplant. Die Bezeichnung führt eindeutig in die Irre: ein Lückenbüßer ist das neue Gebäude weiß Gott nicht. Das Vier-Sterne-Garni-Hotel mit dem Namen „Echtzeit – dein Hotelquartier“ entwarf der Braunlager Architekt Daniel Richter. Die Investitionen betragen lt.Zeitungsbericht 4,5 Mio. Euro. Bereits im Juli dieses Jahres erfolgte der erste Spatenstich, im Sommer 2018 soll Eröffnung gefeiert werden.

Den Fortschritt der Bauarbeiten zeigt mein kleiner Film von Anfang Dezember. Zudem einige frühere Fotos von der Vorbebauung des Grundstücks.

Zweitens:

Die altehrwürdige Braunlager Schützengesellschaft von 1689 e.V. sieht sich der Tradition verpflichtet (immerhin wurde sie als "immaterielles Kulturerbe" ausgezeichnet), verschließt sich aber keineswegs modernen und aktuellen Trends. So stellten die Schüzen über viele Jahre den äußerst beliebten und gut geführten Stellplatz für Reisemobilisten auf dem Schützenplatz zur Verfügung. Er wurde als "ausgezeichneter Wohlfühlplatz" beworben und war aufgrund der nahen Lage zur Innenstadt bestens gebucht. Nun wurde er dicht gemacht, wie es heißt "aus wirtschaftlichen Gründen" und zum großen Kummer vieler Besucher.

Das Unglück des Einen kann jedoch die Freude des Anderen bedeuten: befreit von störenden Wohnmobilisten können die Schützen nun wieder ungebremst ihrem Schießauftrag von Herzog Rudolph aus dem Jahre 1688 nachkommen - mit guten Büchsen und frei nach dem Motto:

"Freie Bahn für blaue Bohnen!" ------ FOTO

Drittens:

Auch für 2018 gibt die Museumsgesellschaft Braunlage unter Federführung von Dr.Bonewitz wieder einen Jahreskalender heraus. Diesmal werden in den Monatsblättern ältere Hotelbetriebe und Gasthäuser gezeigt, deren Entwicklung untrennbar mit dem infrastrukturellen Aufbau der Stadt zum Heilklimatischen Kurort und Wintersportplatz verbunden ist. Neben Fotos sind informative Details aufgeführt, so dass der Betrachter einen interessanten Einblick in die Entstehungsgeschichte des Tourismus gewinnt.

Der Kalender kostet € 12,50 ----- FOTO

Viertens:

Momentan gibt es eine gewisse Aufregung um den Umbau des ehemaligen Gasthauses "Zur Tanne" in der Herzog-Wilhelm-Straße. Der neue Eigentümer saniert die Fassade - und das, wie viele Bürger meinen, zur Unzeit: Muss die Baumaßnahme unbedingt vor Weihnachten beginnen? Dadurch ist der Gehweg gesperrt. So überqueren an ohnehin schmaler Stelle viele Passanten in wilder Jachterei die Straße. Die Behörden hingegen reagieren mit Unverständnis. Zusammengefasst: es ist alles rechtens! Und eine solche Maßnahme müsse mal ausgehalten werden. Früher wurde in einem solchen Fall ein Kompromiss geschmiedet. Bei allgemeiner Betrachtung der Weltlage ein Begriff, welcher ohnehin bald auf der Liste austerbender Wörter landen dürfte. FOTO

Tödliche Wildschwein-Attacke

Indianer! So meinte wohl das Hausschwein, als es erstmals seinen Artgenossen auf freier Wildbahn begegnete. Dabei ist Vorsicht geboten, denn die wilden Schweine kennen weder Verwandte noch Furcht vor anderen Lebewesen, wenn sie sich angemacht oder gar bedroht fühlen.

Das gilt auch für Menschen. Ein tragischer Vorfall ereignete sich Anfang Dezember bei einer Treibjagd in Vorpommern. Ein Jäger wurde von einem Wildschwein attacktiert und schwer am Bein verletzt. Trotz schneller Hilfe starb er wenig später im Krankenhaus.

Zum Thema verwies mein alter Musikerfreund Otto Vollbrecht "Harzer Jungens" auf einen YouTube-Film. Er trägt den Titel "Kommt ein Wildschwein zum Optiker". Hier ging es für Passanten gut aus, für das Wildschwein weniger. klick

Ausstellung über das Leben in digitalen Welten

In Karlsruhe besuchte ich die Hörspieltage 2017. Die Veranstaltung fand im Zentrum für Kunst und Medien (ZKM) statt. Ebenfalls im ZKM ist die Ausstellung "Open Data" untergebracht. Diese informiert den Besucher über das Leben in einer globalisierten Welt - einer Welt von Codes und Computern. Hier wird aufgezeigt, wie binäre Codes erzeugt werden und wie sehr sie unsere heutige Welt bestimmen. Die Ausstellung versammelt zeitgenössische künstlerische und wissenschaftliche Arbeiten. (siehe Video - linkes Foto anklicken) Abgestimmt auf das Ziel, die heutige digitale Umgebung besser verstehen zu lernen. So stand das Ganze auch unter dem Motto:

Die Welt verstehen, in der wir leben.
Die Welt verstehen, von der wir leben.
Die Welt verstehen, die wir bewohnen.

Ob jeder Besucher mit neuen, nachhaltig fundierten Erkenntnissen die Räumlichkeiten verlässt, wage ich angesichts der Hülle und Fülle von Informationen zwar zu bezweifeln, doch ansehenswert ist das neuartige Ausstellungsformat zweifelsohne. Foto

Hörspieltage 2017 in Karlsruhe

Als jahrzehntelanger Autor und Liebhaber von Hörspielen spielte ich schon lange mit dem Gedanken, einmal diese Veranstaltung aufzusuchen. In diesem Jahr klappte es. Gleich vorweg: das Hörspiel besitzt natürlich nicht mehr die Bedeutung wie zur hohen Zeit in den 50er und 60er Jahren. Dem literarischen Hörspiel am Samstagabend lauschte damals die ganze Familie. Auch lehrreiche Schulfunksendungen wie zum Beispiel die beliebte Gemeinschaftskunde-Serie „Neues aus Waldhagen“ mit Heinz Reincke als Erzähler erfreuten und beflügelten die eigene Fantasie. Daraus resultierten eigene erste Versuche mit dem Tonband meines Vaters.

In Karlsruhe stellten die ARD-Hörspielredaktionen ausgewählte Produktionen aus 2017 vor. Die Hörspiele wurden in einem abgedunkelten Raum (ähnlich einer Aula) namens „Kubus“ gehört. Eine fünfköpfige Jury aus Fachleuten diskutierte anschließend auf der Bühne das Stück. Am Ende entschied die Jury zusammen mit dem Publikum vor Ort und per Online-Voting über den Preisträger. Klingt spannend, wie es heute so gern genannt wird.

Doch wenn ich ehrlich bin, erlebte ich eine nach meinem Geschmack halbgare Veranstaltung mit überschaubarem Zuspruch. Man merkt einfach, dass die besten Zeiten des Hörspiels lange zurückliegen. Wie zur Unterstreichung dieser Tatsache gab es mit dem „Salon Helga“ einen Frisiersalon im Ambiente der 50er Jahre. Hier setzt sich der Besucher unter eine nostalgische Trockenhaube und bekommt statt warmer Luft eine Auswahl von Kurzhörspielen aufs Haupt. FOTO So wundert es nicht, dass am Ende ein Stück gewann, das nicht meinem Geschmack entsprach: „Broken German“. Damit wurde wohl einmal mehr dem aktuellen Zeitgeist Genüge geleistet. Mein Favorit wäre die großartige NDR-Hörspieladaption von Heinz Strunks Bestseller „Der goldene Handschuh“ gewesen. Zu Recht erhielt auch Lars Rudolph für seine Rolle als „Honka“ den Preis für den besten Schauspieler.

Da ich immer auf der Suche nach kleinen unterhaltenden Filmbeitragen für meine Webseite bin, drehte ich auch in Karlsruhe vom Veranstaltungsort ein paar Videosequenzen. Zuvor hatte ich an der Auskunft gefragt, ob dies erlaubt sei. Kein Licht bitte, ansonsten kein Einwand. Als ich vor dem „Kubus“ auftauchte, um ein paar Sekunden von der Live Atmosphäre aufzuzeichnen, hob sich ein Arm und fragte nach der Drehgenehmigung. Ich verwies auf meine Absegnung durch die Kollegin. Danach erlebte ich eine Aufregung der besonderen Güte. Am Ende beschäftigte mein Anliegen vier (!) Mitarbeiter bis hoch zur Geschäftsleitung. Ich hätte eine Akkreditierung im Vorfeld beantragen sollen. Sie müssten ihre Urheberrechte schützen. Ich sei privat unterwegs, hielt ich entgegen, wie einige andere Leute auch, die mit Handy filmen oder fotografieren. Und 10 bis 15 Sekunden Atmo-Aufnahmen hätten nicht einmal die Länge einer nachhaltigen Kostprobe. Außerdem seien sämtliche Festivals-Hörspiele im Internet abrufbar. Sie hätten damit trotzdem ein Problem - wegen meiner professionell anmutenden Kamera. Die Qualität eines modernen Handys sei nachweisbar nicht schlechter als die eines Camcorders von 2014, beruhigte ich. Da kam die letzte Keule mit dem Hinweis auf das Hausrecht. Ich verzichtete auf eine weitere Diskussion mit den auch hierbei freundlichen Mitarbeitern und verließ die Veranstaltung mit der erstaunlichen Erfahrung, dass eine Mediaveranstaltung mit privaten Medienaufzeichnungen so ihre Qualen hat.

Beobachtungen in Wald und Flur

......... fake-news?

Kultur 1967

Der Herbst steht vor der Tür. Die Blätter wehen von den Bäumen. Das welke Baumkleid in seiner bunten Verfärbung erinnert mich mit leiser Wehmut an die Sommerzeit. Und an ein Jubiläum. Vor 50 Jahren feierten die Blumenkinder in San Franciscos berühmten Stadtteil Haight-Ashbury den "Summer of Love" mit ihrer Botschaft von Freiheit, Liebe und Musik. Doch der gewaltlosen Flower-Power-Bewegung war kein langes Leben beschieden. Sie endete mit der Veranstaltung "Death of a Hippie" im Oktober 1967, in welcher symbolisch ein Hippie zu Grabe getragen wurde. Zu diesem Zeitpunkt war das Szene-Viertel bereits hoffnungslos überlaufen. Es herrschte große Wohnungsnot. Daneben sorgten Negativ-Schlagzeilen über Vergewaltigungen, Drogentote und Diebstähle für weitere Unruhe.

Das Ende dieser Subkultur blieb mir damals ebenso verborgen wie ihr Beginn. Meine beschauliche Welt in ihrer mobilen Beschränktheit und abseits vom globalen Geschehen wusste nix von psychedelischer Kunst, kannte weder Happenings noch das friedliche Lebensgefühl oder die philosophische Begründung der Hippiekultur. Ich kannte allenfalls die Tagesschau-Version: tausende drogenumnebelter junger Leute stecken sich gegenseitig Blumen in überlange Haare, besetzen viktorianische Häuser und leben in versifften Wohngemeinschaften.

 Jedoch schon früh wurden meine Gefühlswallungen von der britischen Beatmusik bestimmt. Noch heute halte ich den "Beatclub von Radio Bremen" für die prägendste TV-Sendung überhaupt. Und so blieb Nachahmung nicht aus.

Auch mein Schulkamerad Hansi Schnabel war gleich zu Beginn von dieser Welle infiziert. Anschaulich schildert er im Video, wie die Welt eines „Beatmusikers“ seinerzeit aussah. (Video Lfzt. 13.40 Min., Foto anklicken)

Titan-Hängebrücke an der Rappbode-Talsperre

Nach dreieinhalbjähriger Planung und 10 Monaten Bauzeit eröffnete kürzlich im Oberharz nahe Rübeland eine neue Attraktion: die mit 458m weltweit längste Hängeseilbrücke „Titan RT“ überspannt den Stausee ohne Stützen in 100m Höhe. Die Brücke befindet sich direkt neben der altehrwürdigen Rappbodetalsperre, welche 1959 nach siebenjähriger Bauzeit eingeweiht wurde.

Für Idee und Investition der Hängebrücke stehen die beiden findigen und wagemutigen Oberharzer Brüder Maik und Stefan Behrens, die seit Jahren bereits die Megazipline mit Doppelseilrutsche erfolgreich betreiben. Bei der Planung gingen sie behutsam vor, sprachen sich mit Natur- und Umweltschützern und Behörden ab und investierten 3 Mio. Euro in ihr jüngstes Bauwerk samt Funktionsgebäuden. Die Ausführung der filigranen Seilkonstruktion (4 Haupttragseile, 2 Stabilisierungsseile) für das insgesamt 120 Tonnen schwere Gesamtbauwerk übernahmen Spezialfirmen aus Bayern, Tirol/Österreich und der Schweiz.

Gedacht ist die Attraktion für alle, die den Nervenkitzel lieben. Bis zu 210 Personen gleichzeitig können auf der stets leicht swingenden Brücke die sensationelle Aussicht genießen oder bei Nebel ganz außergewöhnliche Sinneswahrnehmungen erleben. Der Spaziergang über den 120cm breiten Laufrost mit Blick in die Tiefe, gesichert durch das 130cm hohe Geländer mit Edelstahlnetzen, kann noch getoppt werden, denn in der Mitte der Brücke besteht die Möglichkeit zum GigaSwing, den spektakulärsten 75m Pendelsprung Europas – noch ein Superlativ!

Wurmberg-Challenge am Samstag, den 21.Oktober

Die 1.Wurmberg-Challenge wurde von den Veranstaltern als Extrem-Geländelauf der Extraklasse angekündigt. Am Samstagmorgen einmal den Wurmberg rauf und wieder runter, eine 12km-Strecke namens „kill me“. Mit einem Sprung in den Kurparkteich beginnt die Reise der rund 1300 Teilnehmern, danach geht es über/unter/durch Strohballen, Holzwände, Schlammgrube und weitere Hindernisse bis hinauf zum Wurmberggipfel. Dort wartet zum Verschnaufen eine 30 Meter lange nasse Rutsche. Danach geht es bergab zum Ziel an der Seilbahn-Talstation. Wem das nicht reicht, macht das Ganze eben ein zweites Mal: „kill me again“!

Eigentlich wollte ich mir das Spektakel nicht ansehen, aber dann passierte es: Als ich auf meinem Spaziergang an der Schule vorbeikam, liefen mir dort einige verdreckte Gestalten in Laufklamotten entgegen. Ich erinnerte mich wieder: „Kill me“! Das müssen Teilnehmer der Challenge sein. Plötzlich ertönte aus Richtung Schule eine schrille Stimme: „Abgeschlossen! Keine Sau da!“ Eine schmutzstarrende jüngere Frau keifte lauthals an der Eingangstür. „Wieso ist diese beknackte Schule zu?“ Mein Hinweis, am Samstag seien Schulen im Allgemeinen geschlossen, brachte sie erst recht in Harnisch. „Und wo gibt es jetzt was zu saufen? Es hieß ganz klar, dass es hier in dieser Scheißschule Wasser gibt!“

Am Laufanzug erkannte ich, dass die Frau zu den Läufern gehörte, und an ihrer Wortwahl, dass sie ernsthaft am Austrocknen war. Ein anderer Läufer kam hinzu. Er verwies auf die Getränkeausgabe beim Kurgastzentrum, ca.150m entfernt. Die Frau rastete erneut aus: „In der Schule, hieß es! Diese Penner, diese Arschgeigen, warum sagen die, es gibt was in der Schule und dann sperren sie nicht auf!!?? Ich hab Durst!!!! Ich verdurste!!!“ Sie hetzte wieder schreiend um das Schulgebäude herum, immer noch auf der vergeblichen Suche nach einer offenen Tür. Fasziniert beobachtete ich die aufgebrachte Läuferin. Als sie ihre Umrundung keuchend beendet hatte, stoppte ein weiterer Sportler. "Nee, nicht am Kurgastzentrum," sagte er im Brustton der Überzeugung, "im Schwimmbad, hieß es, gäbe es was zu trinken!" - „Und wo ist dieses Scheißschwimmbad?“, schrie die Frau den ihr am nächsten Stehenden an – also mich. Gleich um die Ecke, beeilte ich mich zu antworten, also eigentlich gibt es zwei Möglichkeiten, dort hinzukommen – und zeigte vorsichtshalber beide Richtungen an. „Wehe, wenn es da kein Wasser gibt!“, stieß sie drohend hervor. Der Läufer mit der Startnummer grinste. „Doch, gibt es. Man sagt, sogar drei Becken voll...“

Ich wurde jetzt neugierig auf die Veranstaltung: was hatte sie wohl noch so zu bieten? Und ging Richtung Großparkplatz. Dabei kamen mir immer mehr verschwitzte und verdreckte Läufer entgegen. Als ich an der Talstation der Wurmberg-Seilbahn anlangte, staunte ich nicht schlecht. Hier waren nicht nur Start und Ziel der Challenge, nein, es gab sogar jede Menge Verpflegungsstände inklusive des schmerzlich vermissten Wassers. Ich blickte leicht verwirrt in Richtung Schule und meinte, immer noch das Gejammer der jungen Frau zu vernehmen. - Einmal vor Ort machte ich noch einige Videoaufnahmen ...
(Video Lfzt. 4:30 Min) --

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Tyll

Neulich nahm ich die Gelegenheit wahr, die Lesung eines bedeutenden Schriftstellers live zu verfolgen. Daniel Kehlmann stellte sein neues Buch "Tyll" vor. Er kam ohne Umschweife zur Sache und las daraus drei Kapitel. Der Roman spielt im Dreißigjährigen Krieg, zu einer Zeit, als der eigentliche Namensgeber Till Eulenspiegel schon längst das Zeitliche gesegnet hatte. Gleich im ersten Kapitel wird deutlich, dass die historisch-politische Gemengelage bzw. die Kriegsgründe eine untergeordnete Rolle spielen. Hingegen wird schonungslos das Grauen eines Krieges in seinem ganzen verheerenden Ausmaß geschildert.

Tyll zieht als Spaßmacher durch das verwüstete Land und erreicht eine abgelegene dörfliche Gemeinde. Dort zeigt er jedoch irritierende Züge, denn er provoziert eine Schlägerei unter den Dorfbewohnern, die schließlich mit Toten endet. Als er abzieht, besetzt eine marodierende Söldnertruppe den kleinen Ort. Sie vergewaltigt, tötet und brandschatzt. Nur drei Dorfbewohner überleben mehr zufällig das fürchterliche Gemetzel. Das zweite Kapitel, das der Autor vorträgt, stammt aus der Mitte des 480 Seiten starken Bildungsromans. Hier beweist Kehlmann seine Fähigkeiten als begnadeter Humorist. Wie die historisch belegten Gelehrten seitenlang auf skurril-heitere Weise etwa über höhere Mathematik oder infantile Drachenkunde referieren, ist schon große Erzählkunst. Das erinnerte mich stark an Figuren aus seinem größten Erfolg "Die Vermessung der Welt". Im dritten vorgelesenen Kapitel geht es erneut sehr blutrünstig zu.

Nach Ende der Lesung fragte ich mich, ob das martialische erste Kapitel als Metapher für unsere heutige Zeit stehen könnte. Eben noch großer Spaß mit vielfältiger Unterhaltung, plötzlich kippende Stimmung, diffuse Konflikte schaukeln sich hoch zu einem unkontrollierbaren Gemisch - droht uns am Ende ein ähnlicher Untergang? Ich hätte Daniel Kehlmann dazu gern befragt, doch die vor mir auf eine Signatur wartende Menschenschlange war einfach zu lang. So begnügte ich mich mit ein paar schnellen Fotos und gab meinem Rappen danach die Sporen ...

Theater 2018

Das ist mal eine schöne Ankündigung, denn meistens bekomme ich es im Vorhinein nicht spitz, wenn ein Theaterstück von mir gespielt wird. In diesem Fall hat es geklappt - und so kommt natürlich große Freude auf.

Schon heute wünsche ich der Bühne69 eine erfolgreiche Aufführung. (für mehr Information bitte Foto ankicken)

Nebenbei: das Stück "Alles unter einem Dach" entstand 2006 in Zusammenarbeit mit meiner Co-Autorin Esther Rager und wird seitdem jährlich von verschiedenen Bühnen gespielt.

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WSV Braunlage feiert 125jähriges Jubiläum

Wenn ein Verein auf ein 125jähriges Bestehen zurückblicken kann, muss er vieles richtig gemacht haben. Zudem kann er einiges an Historie bieten, das zum Erzählen und zur Rückschau animiert. Die Jubiläumsfeier Ende September mit zahlreichen Gästen bot dafür die passende Bühne. So hieß es „Vorhang auf!“ für Reden, Danksagungen, Urkunden und Plaketten an ehemalige und aktuelle Ehrenamtliche, Unterstützer und verdiente Sportler. Die Chronik des WSV beinhaltet viele Stationen von der Gründung 1892 bis heute. Viele ehrenamtliche Vorstände und unzählige Mitglieder mit ihren individuellen Lebensläufen / Schicksalen / Ambitionen versammelten sich unter dem Vereinsdach. Sie schufen unterschiedliche Sportstätten wie die innerörtliche Skiwiese oder Abfahrts- und Langlaufpisten rund um den Ort sowie eine Schanzenanlage am Brockenweg und die große Sprungschanze auf dem Wurmberg mit ihrem weithin sichtbaren Anlaufturm. Über die Chronik des Schanzenbaus gibt der ehemalige Braunlager Museumsleiter K.G.Fischer in meinem Filmbeitrag kenntnisreich Auskunft.

Braunlage war Ort zahlreicher nationaler und lokaler Meisterschaften. Jede Periode der Vereinsgeschichte feierte ihre eigenen Großereignisse, allein vier Mal die Deutschen Nordischen Meisterschaften. Zu den bekanntesten Sportlern des Vereins zählen vor allem die mehrfache Deutsche Meisterin im Langlauf Birgit Kohlrusch, der  deutsche Vizemeister im Skispringen von 1961 Helmut Reichertz sowie Langlauf-Olympiateilnehmer Helmut Gerlach. Mit ihm als Schlussläufer gewann der WSV die Deutsche Meisterschaft 1966 in der 4x10km LL-Staffel.

Schon früh wurde im WSV der Eishockeysport gefördert. Mit Eröffnung des neuen Eisstadions 1974 erlebte die Sportart seine Blütezeit. Mein kürzlich verstorbener Freund Heinz-Jörg Fulst widmete dem Eisport als Braunlager Museumsleiter 2015 nicht nur eine umfassende Ausstellung, sondern schilderte in seiner Broschüre „Vom Eisteich zum Eisstadion“  faktenreich den historischen Ablauf.

Zum Schluss möchte ich auf die beiden MTS-Hörspiele „WSV olé“ (1981) und „WSV zwo“ (2007) hinweisen, die in heiterer Weise den Braunlager Eishockeysport karikieren. Diese Art der Präsentation dürfte deutschlandweit ebenso einmalig sein wie der älteste deutsche Wintersportverein selbst. --- (blau unterstrichen anklicken)

Donald, Papst, John, Jesus

Unlängst las ich an einem regnerischen Vormittag die Tageszeitung länger als sonst, sprich, ich las eigentlich alles. Dabei stieß ich auf eine interessante Mitteilung über den Kurznachrichtendienst Twitter (zu gut deutsch: Schwatzbläser). Dieser zwitscherte auf seiner Nachrichtenseite, Donald Trump vereine die meisten Follower (Leser wohl) hinter sich. Mit seinen 40 Millionen habe er selbst den Papst geschlagen. Das Oberhaupt der Katholischen Kirche komme demnach lediglich auf 39 Millionen. Der Unterschied bestünde aber in Güte und Qualität, stellte die Zeitung prüfend fest. Donald twittere nur in einer Sprache – seiner eigenen, während der Papst das immerhin in neun Sprachen erledige. Zudem verstünden immer weniger Menschen Donalds Kauderwelsch.

Wenn das kein Trost ist.

Nebenbei: Eine ebenfalls überflüssige Betrachtung stellte bereits 1966 John Lennon an, als er festzustellen meinte, die Beatles seien berühmter als Jesus (er sah das Christentum wohl im Niedergang begriffen). Selbst wenn es seinerzeit gestimmt hätte (wer kann das schon überprüfen?), spätestens heutzutage sind die Verhältnisse wieder gerade gerückt. Eine (traurige) Gemeinsamkeit teilt John jedoch mit Jesus: beide starben gewaltsam in noch jungen Jahren!

Ansichten

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Brockendorf Schierke

Schierke liegt im Tal der Kalten Bode unmittelbar am Fuße des Brockens, des höchsten Harzberges. Prächtige Wälder mit bizarren Felsen umgeben die sachsen-anhaltinische Ortschaft mit ihren rund 800 Einwohnern. Schierke galt um die Jahrhundertwende bis hinein in die 1940er Jahre als das „St. Moritz des Nordens“. Sogar die Austragung einer Winterolympiade war einst im Gespräch.

Nach Kriegsende lag der Ort im unmittelbaren Sperrgebiet und verfiel in einen jahrzehntelangen Dornröschenschlaf. Das änderte sich schlagartig mit der Wende. Eine neue Blütezeit begann mit umfangreichen Investitionen in Infrastruktur und Gebäudesanierung. Derzeit entsteht eine neue Eishalle - ein Mehrzweckbau für Eisläufer, Squash- und Tennisspieler. Diese soll im Touristik-Wettbewerb mit dem niedersächsischen Nachbarort Braunlage für neuen Schwung sorgen.

(links: Fotos von Gebäuden, Einrichtungen und mehr // mitte: Konkurrenten? Eishalle Schierke vs Eiststadion Braunlage // rechts: Sommer im Skigebiet am Wurmberg)

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"Die einzige dauerhafte Form irdischer Glückseligkeit liegt im Bewußtsein der Produktivität" (Carl Zuckmayer)