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WARUM BLOG?

Die Rubrik „BLOG“ ersetzt im Internet-Zeitalter mehr und mehr das nachbarliche „Schwätzchen“ über den berühmten Gartenzaun. Hier wie da teilt man Neuigkeiten mit, fabuliert über Erleuchtungen, verabreicht An- und Einsichten oder tratscht ganz ungeniert über Banalitäten. Dank WorldWideWeb ist dieser "Zaun" weltumfassend geworden, dennoch beschränkt sich der Focus meiner Betrachtungen überwiegend auf meine Heimatstadt. Manche Zeitgenossen finden solche Selbstbetrachtungen in aller Öffentlickeit überflüssig oder gar „schamlos“, andere wiederum lesen sie mit Freude und Neugier...ganz wie im richtigen Leben!!

(ältere Beiträge siehe unter ARCHIV)


Hörspieltage 2017 in Karlsruhe

Als jahrzehntelanger Autor und Liebhaber von Hörspielen spielte ich schon lange mit dem Gedanken, einmal diese Veranstaltung aufzusuchen. In diesem Jahr klappte es. Gleich vorweg: das Hörspiel besitzt natürlich nicht mehr die Bedeutung wie zur hohen Zeit in den 50er und 60er Jahren. Dem literarischen Hörspiel am Samstagabend lauschte damals die ganze Familie. Auch lehrreiche Schulfunksendungen wie zum Beispiel die beliebte Gemeinschaftskunde-Serie „Neues aus Waldhagen“ mit Heinz Reincke als Erzähler erfreuten und beflügelten die eigene Fantasie. Daraus resultierten eigene erste Versuche mit dem Tonband meines Vaters.

In Karlsruhe stellten die ARD-Hörspielredaktionen ausgewählte Produktionen aus 2017 vor. Die Hörspiele wurden in einem abgedunkelten Raum (ähnlich einer Aula) namens „Kubus“ gehört. Eine fünfköpfige Jury aus Fachleuten diskutierte anschließend auf der Bühne das Stück. Am Ende entschied die Jury zusammen mit dem Publikum vor Ort und per Online-Voting über den Preisträger. Klingt spannend, wie es heute so gern genannt wird.

Doch wenn ich ehrlich bin, erlebte ich eine nach meinem Geschmack halbgare Veranstaltung mit überschaubarem Zuspruch. Man merkt einfach, dass die besten Zeiten des Hörspiels lange zurückliegen. Wie zur Unterstreichung dieser Tatsache gab es mit dem „Salon Helga“ einen Frisiersalon im Ambiente der 50er Jahre. Hier setzt sich der Besucher unter eine nostalgische Trockenhaube und bekommt statt warmer Luft eine Auswahl von Kurzhörspielen aufs Haupt. FOTO So wundert es nicht, dass am Ende ein Stück gewann, das nicht meinem Geschmack entsprach: „Broken German“. Damit wurde wohl einmal mehr dem aktuellen Zeitgeist Genüge geleistet. Mein Favorit wäre die großartige NDR-Hörspieladaption von Heinz Strunks Bestseller „Der goldene Handschuh“ gewesen. Zu Recht erhielt auch Lars Rudolph für seine Rolle als „Honka“ den Preis für den besten Schauspieler.

Da ich immer auf der Suche nach kleinen unterhaltenden Filmbeitragen für meine Webseite bin, drehte ich auch in Karlsruhe vom Veranstaltungsort ein paar Videosequenzen. Zuvor hatte ich an der Auskunft gefragt, ob dies erlaubt sei. Kein Licht bitte, ansonsten kein Einwand. Als ich vor dem „Kubus“ auftauchte, um ein paar Sekunden von der Live Atmosphäre aufzuzeichnen, hob sich ein Arm und fragte nach der Drehgenehmigung. Ich verwies auf meine Absegnung durch die Kollegin. Danach erlebte ich eine Aufregung der besonderen Güte. Am Ende beschäftigte mein Anliegen vier (!) Mitarbeiter bis hoch zur Geschäftsleitung. Ich hätte eine Akkreditierung im Vorfeld beantragen sollen. Sie müssten ihre Urheberrechte schützen. Ich sei privat unterwegs, hielt ich entgegen, wie einige andere Leute auch, die mit Handy filmen oder fotografieren. Und 10 bis 15 Sekunden Atmo-Aufnahmen hätten nicht einmal die Länge einer nachhaltigen Kostprobe. Außerdem seien sämtliche Festivals-Hörspiele im Internet abrufbar. Sie hätten damit trotzdem ein Problem - wegen meiner professionell anmutenden Kamera. Die Qualität eines modernen Handys sei nachweisbar nicht schlechter als die eines Camcorders von 2014, beruhigte ich. Da kam die letzte Keule mit dem Hinweis auf das Hausrecht. Ich verzichtete auf eine weitere Diskussion mit den auch hierbei freundlichen Mitarbeitern und verließ die Veranstaltung mit der erstaunlichen Erfahrung, dass eine Mediaveranstaltung mit privaten Medienaufzeichnungen so ihre Qualen hat.

Beobachtungen in Wald und Flur

......... fake-news?

Kultur 1967

Der Herbst steht vor der Tür. Die Blätter wehen von den Bäumen. Das welke Baumkleid in seiner bunten Verfärbung erinnert mich mit leiser Wehmut an die Sommerzeit. Und an ein Jubiläum. Vor 50 Jahren feierten die Blumenkinder in San Franciscos berühmten Stadtteil Haight-Ashbury den "Summer of Love" mit ihrer Botschaft von Freiheit, Liebe und Musik. Doch der gewaltlosen Flower-Power-Bewegung war kein langes Leben beschieden. Sie endete mit der Veranstaltung "Death of a Hippie" im Oktober 1967, in welcher symbolisch ein Hippie zu Grabe getragen wurde. Zu diesem Zeitpunkt war das Szene-Viertel bereits hoffnungslos überlaufen. Es herrschte große Wohnungsnot. Daneben sorgten Negativ-Schlagzeilen über Vergewaltigungen, Drogentote und Diebstähle für weitere Unruhe.

Das Ende dieser Subkultur blieb mir damals ebenso verborgen wie ihr Beginn. Meine beschauliche Welt in ihrer mobilen Beschränktheit und abseits vom globalen Geschehen wusste nix von psychedelischer Kunst, kannte weder Happenings noch das friedliche Lebensgefühl oder die philosophische Begründung der Hippiekultur. Ich kannte allenfalls die Tagesschau-Version: tausende drogenumnebelter junger Leute stecken sich gegenseitig Blumen in überlange Haare, besetzen viktorianische Häuser und leben in versifften Wohngemeinschaften.

 Jedoch schon früh wurden meine Gefühlswallungen von der britischen Beatmusik bestimmt. Noch heute halte ich den "Beatclub von Radio Bremen" für die prägendste TV-Sendung überhaupt. Und so blieb Nachahmung nicht aus.

Auch mein Schulkamerad Hansi Schnabel war gleich zu Beginn von dieser Welle infiziert. Anschaulich schildert er im Video, wie die Welt eines „Beatmusikers“ seinerzeit aussah. (Video Lfzt. 13.40 Min., Foto anklicken)

Titan-Hängebrücke an der Rappbode-Talsperre

Nach dreieinhalbjähriger Planung und 10 Monaten Bauzeit eröffnete kürzlich im Oberharz nahe Rübeland eine neue Attraktion: die mit 458m weltweit längste Hängeseilbrücke „Titan RT“ überspannt den Stausee ohne Stützen in 100m Höhe. Die Brücke befindet sich direkt neben der altehrwürdigen Rappbodetalsperre, welche 1959 nach siebenjähriger Bauzeit eingeweiht wurde.

Für Idee und Investition der Hängebrücke stehen die beiden findigen und wagemutigen Oberharzer Brüder Maik und Stefan Behrens, die seit Jahren bereits die Megazipline mit Doppelseilrutsche erfolgreich betreiben. Bei der Planung gingen sie behutsam vor, sprachen sich mit Natur- und Umweltschützern und Behörden ab und investierten 3 Mio. Euro in ihr jüngstes Bauwerk samt Funktionsgebäuden. Die Ausführung der filigranen Seilkonstruktion (4 Haupttragseile, 2 Stabilisierungsseile) für das insgesamt 120 Tonnen schwere Gesamtbauwerk übernahmen Spezialfirmen aus Bayern, Tirol/Österreich und der Schweiz.

Gedacht ist die Attraktion für alle, die den Nervenkitzel lieben. Bis zu 210 Personen gleichzeitig können auf der stets leicht swingenden Brücke die sensationelle Aussicht genießen oder bei Nebel ganz außergewöhnliche Sinneswahrnehmungen erleben. Der Spaziergang über den 120cm breiten Laufrost mit Blick in die Tiefe, gesichert durch das 130cm hohe Geländer mit Edelstahlnetzen, kann noch getoppt werden, denn in der Mitte der Brücke besteht die Möglichkeit zum GigaSwing, den spektakulärsten 75m Pendelsprung Europas – noch ein Superlativ!

Wurmberg-Challenge am Samstag, den 21.Oktober

Die 1.Wurmberg-Challenge wurde von den Veranstaltern als Extrem-Geländelauf der Extraklasse angekündigt. Am Samstagmorgen einmal den Wurmberg rauf und wieder runter, eine 12km-Strecke namens „kill me“. Mit einem Sprung in den Kurparkteich beginnt die Reise der rund 1300 Teilnehmern, danach geht es über/unter/durch Strohballen, Holzwände, Schlammgrube und weitere Hindernisse bis hinauf zum Wurmberggipfel. Dort wartet zum Verschnaufen eine 30 Meter lange nasse Rutsche. Danach geht es bergab zum Ziel an der Seilbahn-Talstation. Wem das nicht reicht, macht das Ganze eben ein zweites Mal: „kill me again“!

Eigentlich wollte ich mir das Spektakel nicht ansehen, aber dann passierte es: Als ich auf meinem Spaziergang an der Schule vorbeikam, liefen mir dort einige verdreckte Gestalten in Laufklamotten entgegen. Ich erinnerte mich wieder: „Kill me“! Das müssen Teilnehmer der Challenge sein. Plötzlich ertönte aus Richtung Schule eine schrille Stimme: „Abgeschlossen! Keine Sau da!“ Eine schmutzstarrende jüngere Frau keifte lauthals an der Eingangstür. „Wieso ist diese beknackte Schule zu?“ Mein Hinweis, am Samstag seien Schulen im Allgemeinen geschlossen, brachte sie erst recht in Harnisch. „Und wo gibt es jetzt was zu saufen? Es hieß ganz klar, dass es hier in dieser Scheißschule Wasser gibt!“

Am Laufanzug erkannte ich, dass die Frau zu den Läufern gehörte, und an ihrer Wortwahl, dass sie ernsthaft am Austrocknen war. Ein anderer Läufer kam hinzu. Er verwies auf die Getränkeausgabe beim Kurgastzentrum, ca.150m entfernt. Die Frau rastete erneut aus: „In der Schule, hieß es! Diese Penner, diese Arschgeigen, warum sagen die, es gibt was in der Schule und dann sperren sie nicht auf!!?? Ich hab Durst!!!! Ich verdurste!!!“ Sie hetzte wieder schreiend um das Schulgebäude herum, immer noch auf der vergeblichen Suche nach einer offenen Tür. Fasziniert beobachtete ich die aufgebrachte Läuferin. Als sie ihre Umrundung keuchend beendet hatte, stoppte ein weiterer Sportler. "Nee, nicht am Kurgastzentrum," sagte er im Brustton der Überzeugung, "im Schwimmbad, hieß es, gäbe es was zu trinken!" - „Und wo ist dieses Scheißschwimmbad?“, schrie die Frau den ihr am nächsten Stehenden an – also mich. Gleich um die Ecke, beeilte ich mich zu antworten, also eigentlich gibt es zwei Möglichkeiten, dort hinzukommen – und zeigte vorsichtshalber beide Richtungen an. „Wehe, wenn es da kein Wasser gibt!“, stieß sie drohend hervor. Der Läufer mit der Startnummer grinste. „Doch, gibt es. Man sagt, sogar drei Becken voll...“

Ich wurde jetzt neugierig auf die Veranstaltung: was hatte sie wohl noch so zu bieten? Und ging Richtung Großparkplatz. Dabei kamen mir immer mehr verschwitzte und verdreckte Läufer entgegen. Als ich an der Talstation der Wurmberg-Seilbahn anlangte, staunte ich nicht schlecht. Hier waren nicht nur Start und Ziel der Challenge, nein, es gab sogar jede Menge Verpflegungsstände inklusive des schmerzlich vermissten Wassers. Ich blickte leicht verwirrt in Richtung Schule und meinte, immer noch das Gejammer der jungen Frau zu vernehmen. - Einmal vor Ort machte ich noch einige Videoaufnahmen ...
(Video Lfzt. 4:30 Min) --

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Tyll

Neulich nahm ich die Gelegenheit wahr, die Lesung eines bedeutenden Schriftstellers live zu verfolgen. Daniel Kehlmann stellte sein neues Buch "Tyll" vor. Er kam ohne Umschweife zur Sache und las daraus drei Kapitel. Der Roman spielt im Dreißigjährigen Krieg, zu einer Zeit, als der eigentliche Namensgeber Till Eulenspiegel schon längst das Zeitliche gesegnet hatte. Gleich im ersten Kapitel wird deutlich, dass die historisch-politische Gemengelage bzw. die Kriegsgründe eine untergeordnete Rolle spielen. Hingegen wird schonungslos das Grauen eines Krieges in seinem ganzen verheerenden Ausmaß geschildert.

Tyll zieht als Spaßmacher durch das verwüstete Land und erreicht eine abgelegene dörfliche Gemeinde. Dort zeigt er jedoch irritierende Züge, denn er provoziert eine Schlägerei unter den Dorfbewohnern, die schließlich mit Toten endet. Als er abzieht, besetzt eine marodierende Söldnertruppe den kleinen Ort. Sie vergewaltigt, tötet und brandschatzt. Nur drei Dorfbewohner überleben mehr zufällig das fürchterliche Gemetzel. Das zweite Kapitel, das der Autor vorträgt, stammt aus der Mitte des 480 Seiten starken Bildungsromans. Hier beweist Kehlmann seine Fähigkeiten als begnadeter Humorist. Wie die historisch belegten Gelehrten seitenlang auf skurril-heitere Weise etwa über höhere Mathematik oder infantile Drachenkunde referieren, ist schon große Erzählkunst. Das erinnerte mich stark an Figuren aus seinem größten Erfolg "Die Vermessung der Welt". Im dritten vorgelesenen Kapitel geht es erneut sehr blutrünstig zu.

Nach Ende der Lesung fragte ich mich, ob das martialische erste Kapitel als Metapher für unsere heutige Zeit stehen könnte. Eben noch großer Spaß mit vielfältiger Unterhaltung, plötzlich kippende Stimmung, diffuse Konflikte schaukeln sich hoch zu einem unkontrollierbaren Gemisch - droht uns am Ende ein ähnlicher Untergang? Ich hätte Daniel Kehlmann dazu gern befragt, doch die vor mir auf eine Signatur wartende Menschenschlange war einfach zu lang. So begnügte ich mich mit ein paar schnellen Fotos und gab meinem Rappen danach die Sporen ...

Theater 2018

Das ist mal eine schöne Ankündigung, denn meistens bekomme ich es im Vorhinein nicht spitz, wenn ein Theaterstück von mir gespielt wird. In diesem Fall hat es geklappt - und so kommt natürlich große Freude auf.

Schon heute wünsche ich der Bühne69 eine erfolgreiche Aufführung. (für mehr Information bitte Foto ankicken)

Nebenbei: das Stück "Alles unter einem Dach" entstand 2006 in Zusammenarbeit mit meiner Co-Autorin Esther Rager und wird seitdem jährlich von verschiedenen Bühnen gespielt.

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WSV Braunlage feiert 125jähriges Jubiläum

Wenn ein Verein auf ein 125jähriges Bestehen zurückblicken kann, muss er vieles richtig gemacht haben. Zudem kann er einiges an Historie bieten, das zum Erzählen und zur Rückschau animiert. Die Jubiläumsfeier Ende September mit zahlreichen Gästen bot dafür die passende Bühne. So hieß es „Vorhang auf!“ für Reden, Danksagungen, Urkunden und Plaketten an ehemalige und aktuelle Ehrenamtliche, Unterstützer und verdiente Sportler. Die Chronik des WSV beinhaltet viele Stationen von der Gründung 1892 bis heute. Viele ehrenamtliche Vorstände und unzählige Mitglieder mit ihren individuellen Lebensläufen / Schicksalen / Ambitionen versammelten sich unter dem Vereinsdach. Sie schufen unterschiedliche Sportstätten wie die innerörtliche Skiwiese oder Abfahrts- und Langlaufpisten rund um den Ort sowie eine Schanzenanlage am Brockenweg und die große Sprungschanze auf dem Wurmberg mit ihrem weithin sichtbaren Anlaufturm. Über die Chronik des Schanzenbaus gibt der ehemalige Braunlager Museumsleiter K.G.Fischer in meinem Filmbeitrag kenntnisreich Auskunft.

Braunlage war Ort zahlreicher nationaler und lokaler Meisterschaften. Jede Periode der Vereinsgeschichte feierte ihre eigenen Großereignisse, allein vier Mal die Deutschen Nordischen Meisterschaften. Zu den bekanntesten Sportlern des Vereins zählen vor allem die mehrfache Deutsche Meisterin im Langlauf Birgit Kohlrusch, der  deutsche Vizemeister im Skispringen von 1961 Helmut Reichertz sowie Langlauf-Olympiateilnehmer Helmut Gerlach. Mit ihm als Schlussläufer gewann der WSV die Deutsche Meisterschaft 1966 in der 4x10km LL-Staffel.

Schon früh wurde im WSV der Eishockeysport gefördert. Mit Eröffnung des neuen Eisstadions 1974 erlebte die Sportart seine Blütezeit. Mein kürzlich verstorbener Freund Heinz-Jörg Fulst widmete dem Eisport als Braunlager Museumsleiter 2015 nicht nur eine umfassende Ausstellung, sondern schilderte in seiner Broschüre „Vom Eisteich zum Eisstadion“  faktenreich den historischen Ablauf.

Zum Schluss möchte ich auf die beiden MTS-Hörspiele „WSV olé“ (1981) und „WSV zwo“ (2007) hinweisen, die in heiterer Weise den Braunlager Eishockeysport karikieren. Diese Art der Präsentation dürfte deutschlandweit ebenso einmalig sein wie der älteste deutsche Wintersportverein selbst. --- (blau unterstrichen anklicken)

Donald, Papst, John, Jesus

Unlängst las ich an einem regnerischen Vormittag die Tageszeitung länger als sonst, sprich, ich las eigentlich alles. Dabei stieß ich auf eine interessante Mitteilung über den Kurznachrichtendienst Twitter (zu gut deutsch: Schwatzbläser). Dieser zwitscherte auf seiner Nachrichtenseite, Donald Trump vereine die meisten Follower (Leser wohl) hinter sich. Mit seinen 40 Millionen habe er selbst den Papst geschlagen. Das Oberhaupt der Katholischen Kirche komme demnach lediglich auf 39 Millionen. Der Unterschied bestünde aber in Güte und Qualität, stellte die Zeitung prüfend fest. Donald twittere nur in einer Sprache – seiner eigenen, während der Papst das immerhin in neun Sprachen erledige. Zudem verstünden immer weniger Menschen Donalds Kauderwelsch.

Wenn das kein Trost ist.

Nebenbei: Eine ebenfalls überflüssige Betrachtung stellte bereits 1966 John Lennon an, als er festzustellen meinte, die Beatles seien berühmter als Jesus (er sah das Christentum wohl im Niedergang begriffen). Selbst wenn es seinerzeit gestimmt hätte (wer kann das schon überprüfen?), spätestens heutzutage sind die Verhältnisse wieder gerade gerückt. Eine (traurige) Gemeinsamkeit teilt John jedoch mit Jesus: beide starben gewaltsam in noch jungen Jahren!

Ansichten

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Brockendorf Schierke

Schierke liegt im Tal der Kalten Bode unmittelbar am Fuße des Brockens, des höchsten Harzberges. Prächtige Wälder mit bizarren Felsen umgeben die sachsen-anhaltinische Ortschaft mit ihren rund 800 Einwohnern. Schierke galt um die Jahrhundertwende bis hinein in die 1940er Jahre als das „St. Moritz des Nordens“. Sogar die Austragung einer Winterolympiade war einst im Gespräch.

Nach Kriegsende lag der Ort im unmittelbaren Sperrgebiet und verfiel in einen jahrzehntelangen Dornröschenschlaf. Das änderte sich schlagartig mit der Wende. Eine neue Blütezeit begann mit umfangreichen Investitionen in Infrastruktur und Gebäudesanierung. Derzeit entsteht eine neue Eishalle - ein Mehrzweckbau für Eisläufer, Squash- und Tennisspieler. Diese soll im Touristik-Wettbewerb mit dem niedersächsischen Nachbarort Braunlage für neuen Schwung sorgen.

(links: Fotos von Gebäuden, Einrichtungen und mehr // mitte: Konkurrenten? Eishalle Schierke vs Eiststadion Braunlage // rechts: Sommer im Skigebiet am Wurmberg)

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Kunst

Hände mit kunstvoll bemalten Fingernägeln sieht man öfters - beeindruckende "Handkunst" wird eher selten geboten.

Und im Parkett sitzt die Hautevolee...

Ich bekam einen Zeitungsartikel und einen darauf bezogenen Leserbrief aus der Lüneburger Zeitung zugesandt mit dem Hinweis: Hier sind in der Wahrnehmung einer Veranstaltung gewisse Unterschiede feststellbar. Die Gegensätze - Motivation Veranstalter / Meinung Besucher - seien hochinteressant und gleichzeitig amüsant. Auch ich las beide Texte mit Vergnügen. Bei Interesse ... LINK

Feine Feststellung

"Wer die Gottesgabe der Begeisterung besitzt, der wird wohl älter, aber niemals alt." J.G.Oncken, Kaufmann und Kirchengründer Varel

Unterschiede

Grachtenfahrten in Amsterdam sind für Touristen ein Muss – also unternahm auch ich bei meinem Besuch eine solche Bootstour. Direkt und ohne jede Sicherung führen Straßen und Wege an den Kanälen entlang, und eher nebenher berichtete die einheimische Fremdenführerin von den etwa 100 Autos, die jährlich in die Wasserstraßen stürzten. Bedauerlicherweise würden nicht alle Menschen dies überleben. Auch sie selbst sei einmal ins Wasser gestürzt, als sie ihr Auto zu nah an der Uferbegrenzung geparkt und beim Aussteigen die Balance verloren hatte. In Deutschland unvorstellbar, meinte ich. Dort wären spätestens nach einem tödlichen Unfall ungezählte Sicherheitsmaßnahmen ergriffen worden, angefangen von Parkverboten in Kanalnähe bis zu Absperrungen und Geländern. Ja, erwiderte die Niederländerin lächelnd, das deutsche Bedürfnis nach Sicherheit und Regulierung ...

Anderer Schauplatz. In einer norddeutschen Stadt sprang dieser Tage eine Schülerin vorsätzlich aus dem Fenster ihres Klassenzimmers im 3. Stock und verletzte sich schwer. Ein Einzelschicksal und ohne Frage ein tragischer Vorfall. Noch bevor die Hintergründe geklärt worden sind, wurde behördlicherseits eine erste Maßnahme beschlossen: die Fenster der Schule, bislang aus Denkmalschutzgründen noch zu öffnen, sollten neue Sicherungssysteme erhalten!

 Ich frage mich nun nach der Erfahrung in Amsterdam, ob diese aufwändige Maßnahme vorbildlich oder (deutschspezifisch) überzogen ist?

Mitbringsel

--Offenheit--Kostenlos --Geschäftsfühlig --Denkmal


.......zumutbare Regenschäden (Videos)

Neuer Wurmbergturm 2018?

Es geht voran mit dem neuen Aussichtsturm auf dem Wurmberg! Wie dieser Tage in der GZ zu lesen war, soll das Bauvorhaben im Frühjahr 2018 starten. Bis dahin müssen allerdings noch einige Voraussetzungen erfüllt werden – schließlich wird das Gebäude behördlicherseits als Neubau gesehen. Auch wenn viele Einheimische glauben, dass es sich hier lediglich um einen Ersatz für den 2014 von der Stadt als Eigentümerin der Anlaufspur (!!) abgerissenen Schanzenturm handelt . Wegen Einsturzgefahr verlor der Wurmberg als höchster Berg Niedersachsens damals sein Wahrzeichen, das einst auch als signifikantes Symbol für Freiheit und Gerechtigkeit stand. Doch die Investorin, Karin Lauber, Tochter des einstigen Wurmbergwirtes und Turmeigentümers (!) Oskar Wesche, ist zuversichtlich, die letzten Hürden des behördlichen Genehmigungsverfahrens erfolgreich durchzustehen.

Über die Verwendung des Neubaus existieren bereits konkrete Vorstellungen. Zwei Ebenen mit Ausstellungsflächen werden in das Turmgebäude eingebaut, um neben dem Panoramablick weitere Attraktionen zu schaffen. Der Aussichtsturm wird übrigens eine Höhe von über 30 Metern haben, damit die magische 1000-Meter-Marke erreicht wird. siehe FOTO

Nacktheit

Dieser Tage beklagte Linken-Politiker Gregor Gysi öffentlich, dass seiner Beobachtung nach die seinerzeit in der DDR gepflegte Freikörperkultur Schritt für Schritt abgeschafft würde. Für die DDR-Bürger wäre Nacktsein nix ungewöhnliches gewesen, sie wollten sich nicht zeigen, sondern frei sein. Doch habe sich diese FKK-Traditon im Westen leider nicht durchgesetzt. Im Gegenteil: viele Westmänner seien mit einem leicht pornografischen Blick gekommen und hätten im Nacktsein wohl Lust auf Abenteuer vermutet. Mit seinem Vorbreschen möchte Gregor einen neuen Schub für die Freikörperkultur auslösen.

Ich erinnere mich, dass vor der Wende an westdeutschen Stränden auch FKK-Abschnitte ausgewiesen waren, meist hinter dem Hundestrand. Und ob ich da nackt rumlief oder nicht, wenn barbusige Damen an einem vorbeiliefen oder sich sonnten, schaute ich natürlich gern hin. Ich hielt das für normal, denn wer nicht hinsah, hatte wohl andere Interessen. Übrigens unternahmen die Harzer in der letzten beiden Jahrzehnten einige Schritte zur Pflege des Nacktsein. Im Ostharz gibt es seit Jahren einen Nacktwanderweg. Und in Braunlage wurde jahrelang ein Nacktrodeln durchgeführt ... noch dazu im Winter, also in verschärfter Form. Scharf war auch die Resonanz. Tausende kamen jedes Mal, um den Teilnehmerinnen (und Teilnehmern ... gähn) beim Rodelwettkampf zuzusehen. Die Siegerinnen sind namentlich nicht mehr bekannt, ihr Auftritt bleibt dennoch unvergessen ... (siehe Film von 2010)

Kurs ändern?

Jüngst versprach Donald der Allmächtige hoch und heilig: alles Quatsch mit dem Klimawandel. Was für seine These spricht: Nach wie vor heißen die Jahreszeiten Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Und das Wetter war schon immer instabil, sonst gäbe es unsere jetzige Welt gar nicht. Vergangene Eiszeiten ließen sogar die Pole ganzjährig vergletschern. Aber wer will das auf Dauer? Der Menschheit reichte schon die letzte „kleine“ Eiszeit vom 15. bis ins 18. Jahrhundert. Die natürliche Klimavariation während dieser Zeit brachte enorm niedrige Temperaturen mit sich. Man müsste nur mal die Leute von damals fragen - die würden sich die klammen Finger nach dem heutigen Klima lecken.

Gegen Donalds These spricht und stimmt nachdenklich, dass das von Menschenseite zusätzlich massiv aufgewärmte Klima zunehmend krasser und unberechenbarer daherkommt. Die Jahreszeiten behielten zwar ihre Namen, aber immer öfter lösen sich schneearme Winter und nasse Sommer bei fast gleichen Temperaturen ab. Auch der Niederschlag ist unverhältnismässig: Entweder bleibt er ganz aus oder er kommt in gewaltigen Mengen. Jüngstes Beispiel sind die Regenmassen in meinem Heimatkreis Goslar. Selbst die Kreisstadt stand erstmals komplett unter Wasser. Aus der Vogelperspektive sah das Ganze aus wie eine neue Inselwelt. So schaffte es der Harz mit seiner Wasserflut sogar als Topmeldung bis in die Tagesschau.

Und doch bleibt es in einer auf Ferien, Feiern und Festakte getrimmten Welt eine negative Botschaft. Könnten doch verstörte Gäste den Harz wegen Überschwemmungsschäden erstmal meiden! Allein auf Katastrophentouristen kann man kaum bauen.

Was tun? Die Leidensfähigkeit steigern und darauf vertrauen, dass die Wetterküche anderswo auch neue Negativmaßstäbe setzt? Wie in Südeuropa, das in diesem Sommer unter sengender Hitze nahezu verdorrt. Oder doch alle Anstrengungen unternehmen (individuell und gemeinsam), um den bereits spürbaren globalen Klimawandel wenigstens nicht weiter zu befeuern?

Aktuelle Meldungen wie kräftiges Zuwachsplus bei Bahn, Autoindustrie und Touristikbranche sprechen jedoch eine andere Sprache und passen eher in die Vorstellung, die Donald von einer fortschrittlichen Welt pflegt.

Ansehenswert

Erinnerung an Nobi Tusche

Es war der große Wunsch von Norbert, seinen 66.Geburtstag am 16.Juni mit den Mitgliedern unserer ehemaligen Schülerband „Early Birds“ zu feiern. Gerne planten wir dieses Datum fest ein. Doch das Schicksal wollte es anders – im März begleiteten wir Norbert auf seinem letzten Weg. Im Anschluss saßen wir zusammen, sprachen über gemeinsame Zeiten und gedachten des Jugendfreundes auf unsere Weise – musikalisch eben. Wir „Early Birds“-Mitglieder erinnerten uns 2016 bereits in einem Video an die Gründung unserer Band vor 50 Jahren. Entstanden ist ein launiger Film – und auch Norbert machte voller Freude mit, obschon er schwer erkrankt war. Ich bin sehr froh, dass wir diese filmische Erinnerung an „unseren“ Nobi besitzen ... mehr

Nachfertigung der Kamelfichte im Kurparkteich

Welcher Harzer kennt nicht die legendäre Kamelfichte unterhalb des Achtermann-Gipfels? Dort stand die Fichte mit ihrem charakteristischen Höcker bis zum Ende des letzten Jahrhundert. Über 200 Jahre hatte sie dem rauen Klima getrotzt, doch trotz stützende Hilfsmaßnahmen starb der Stamm und zerfiel. Für den ehemaligen Braunlager Helmut Fricke stand der verkrüppelte Baum auch für eine Lebenseinstellung: bei Schicksalsschlägen gib nicht auf und denke daran, dass im Leben nicht alles geradeaus wachsen kann. Aus dieser Erkenntnis schöpfte er stets neue Kraft. Damit die Kamelfichte nicht gänzlich in Vergessenheit gerät, hatte Fricke in Eigeniniative eine Nachfertigung des Höckers beauftragt. Das Kunstwerk wurde am Heimattag 2016 der Öffentlichkeit vorgestellt und im Frühjahr 2017 im Kurparkteich aufgestellt. Und erfreut so nicht nur nostalgisch gestimmte ältere Personen, sondern auch interessierte junge Leute

AUTOMATEN, NEUBAUTEN, KURPARKS, PERSONEN

Eurovision Song Contest 2017

Der deutsche Beitrag hieß "Perfect Life“ und landete wie schon in den vergangenen Jahren ganz hinten – nein, nicht ganz: diesmal war es der vorletzte Platz. „Perfect Life“ klingt in meinen Ohren wie ein Werbeslogan für schickes Wohnen, durchgestylte Freunde, angesagte Ferienorte. Und ein englischer (!)Text für einen deutschen Beitrag ... spricht nicht gerade für patriotisches Selbstbewußtsein. Die Veranstaltung als solche interessiert mich eigentlich nicht. Interessant an der ganzen Thematik finde ich allein die Berichterstattung. Vorher hoffnungsfreudige Zuversicht, dannach Prügel für die stets schlechten Platzierungen. Im aktuellen Fall sei die Show uninspiriert gewesen, die Sängerin Levina habe eisige Kühle ausgestrahlt, so könne man die Herzen der Zuschauer nicht gewinnen, schreiben einige Kommentatoren. Meine Interpretion geht allerdings in eine andere Richtung. Ich frage mich nämlich, ob die fehlende Wertschätzung seitens der internationalen Jury und des europäischen TV-Publikums nicht eine Retourkutsche für die deutsche Dominanz in wirtschaftlicher und politischer Hinsicht darstellt. Es würde mich jedenfalls nicht wundern, wenn Europa den jährlichen Sängerstreit gern mal zum Anlaß nimmt, uns lustvoll einen zwischen die Hörner zu geben.

Esther freut sich ... worüber? Klick hier

Kuriositäten

Mit wachen Augen durch die Welt. Überall gibt es Vertrautes, Sonderbares und Überraschendes zu entdecken. Sei es die Ruhebank eines Alt-Braunlägers namens Deubel-Kahn, die plötzlich den Standort gewechselt hat. Sei es im Zug die seltsame Ruhehaltung eines ausländischen Geschäftsmannes ... oder schließlich die Ausrüstung eines Straßenmusikers in München. Es darf gestaunt werden!

Robert Stolz in Braunlage

Zugegeben: der Aufenthalt des berühmten Komponisten liegt fast 100 Jahre zurück. Doch als Robert Stolz 1923 eine Zeitlang im Braunlager Posthotel weilte, befand er sich auf dem Höhepunkt seiner Schaffenskraft. So wanderte er nicht nur durch die schneebedeckte Landschaft, sondern komponierte hier vor Ort auch etliche seiner beliebten Melodien, die noch heute von Musikkennern in aller Welt geschätzt werden.

Als das Posthotel erst in das Paul-Silex-Blindenerholungsheim (FOTO) und später zu einer Kurklinik umgebaut wurde, hatte der frühere Braunlager Bürgermeister Alfred Wickenhagen gemeinsam mit anderen Kunstinteressierten die Idee, dem Komponisten vor dem baulich veränderten Anwesen einen Gedenkstein zu setzen. Der Einweihung im Jahre 1969 wohnte mit dem Staatssekretär im Wohnungsbauministerium, Dr. Wandersleb, auch ein Lebensfreund von Robert Stolz teil, deren Freundschaft einst während des Aufenthaltes im Posthotel begonnen hatte.

Isa Wickenhagen, die Tochter des damaligen Bürgermeisters, erinnert sich im Video an die Einweihungsfeier, zeigt Fotos und zitiert aus dem damaligen lebhaften Schriftwechsel zwischen ihrem Vater und dem österreichischen Komponisten. Video Lfz. 8:20 Min, 133 MB

Hexen im Wandel der Zeit

hieß 2013 eine Ausstellung im Zinnmuseum Goslar. Ziel der Präsentation war nicht das Nachstellen touristischer Veranstaltungen mit symbolischen Handlungen, die alljährlich am 30.April stattfinden. Vielmehr wollte die Zinnfiguren-Ausstellung an Hexenprozesse früherer Zeiten erinnern, wo unzählige Frauen aufgrund abstruser Vorwürfe einen sinnlosen und grausamen Tod starben.
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Zum Video bitte Foto anklicken.

Udo in Israel

Der Mensch bereist die Welt auf der Suche nach dem, was ihm fehlt. Und er kehrt nach Hause zurück, um es zu finden. - George Moore

Verreisen, Urlaub machen – heutzutage für die meisten Menschen ein beinahe gewöhnlicher Vorgang. Vor nicht allzu ferner Zeit war eine Reise gleichbedeutend mit Abenteuer und aufregenden Eindrücken. Heute scheint jedes noch so abgelegene Hotel, jede seltene Sehenswürdigkeit und jede fremde Kultur bereits beschrieben, gefilmt und in Reiseführern aufgelistet zu sein. Es bleibt höchstens die Frage, welches Verkehrsmittel man wählen sollte, wovon wiederum oft auch das Ziel abhängt. In meiner Kindheit und Jugend stellte bereits eine Busfahrt in den Nachbarort ein aufregendes Abenteuer dar. Meine Eltern besaßen keinen fahrbaren Untersatz, für weniger begüterte Familien in den 50-60er Jahen nichts Ungewöhnliches. Nur mein Opa als Gärtnermeister und Kreisdesinspektor verfügte über Führerschein und Auto, doch leider verstarb er sehr früh. Wir fuhren also mit Bus und Bahn, auch nicht gerade kostenfrei, und entsprechend fielen meine Reisen aus. Altersgenossen, deren Familien mit schnuckligem Auto ausgestattet waren, taten sich infolge mit dem Erwerb von Führerschein und eigener Karre natürlich leichter. So auch der damals beste Freund meines Bruders Petzi. Er besaß mit 18 Jahren Führerschein und Auto sowie Lust auf Reisen und Abenteuer. Die Beiden unternahmen etliche Autoausflüge, und dann fuhren sie nach Paris – einfach so! Da kam ich mit meinem Fahrrad nicht hinterher.

Der Freund von damals heißt Udo, viele Jahre sind seitdem vergangen, doch die Reisefreudigkeit ist ihm bis zum heutigen Tag geblieben. Er fährt jedoch nicht los, um einzig Touristenziele aufzusuchen. Nein, er möchte Land UND Leute kennenlernen. Dazu ist er schon seit Jugendzeiten ein begeisterter und talentierter Fotograf. Als er 2016 Israel bereiste, folgte er einem inneren Impuls. Er kam mit wunderbaren Fotos und vielen Eindrücken zurück. Im folgenden Video spricht er über seine Beweggründe, ausgerechnet Israel zu bereisen, und er schildert bewegende Momente und spannende Situationen. Im besten Fall kann eine Reise auch eine Reise zu sich selbst sein... (Video Laufzeit rd. 16.Min. - 250 MB)

Was Armin Hary mit Café Waldmann verbindet

Die ersten OLYMPISCHEN SPIELE, an die ich mich bewusst erinnere, fanden im August/September 1960 in Rom statt. Und so erlebte ich sie: im Café Waldmann an der Ecke Elbingeröder Straße 14/Ecke Wurmbergstraße, gegenüber von Feinkost Kühnhold (Lampe) hatte der Besitzer für seine sportinteressierten Gäste einen Fernseher aufgestellt. Wir Kinder aus der Nachbarschaft stellten uns vor die verglaste Eingangstür und konnten so wunderbar die Wettkämpfe verfolgen – Sportübertragungen in Echtzeit, also live. Wenn bei gutem Wetter die Eingangstür geöffnet war, drangen sogar die aufgeregten Reporterstimmen an unsere Ohren. Mein Bruder und ich waren von der gesamten Stimmung fasziniert, und so pilgerten wir täglich zum Café Waldmann. (Bilder von Café und Innenausstattung - re Foto anklicken)

Unsere besondere Aufmerksamkeit galt jenem Athleten, der als erster Mensch die 100 Meter in 10.0 Sekunden lief: Armin Hary! Schon sein Name klang für uns verheißungsvoll. Dazu diese siegessichere Ausstrahlung – phänomenal! Er war bereits 1958 Europameister geworden, was wir Kinder aber nicht wussten. Wir Jungs fieberten mit dem „blonden Blitz“, wenn er die Aschenbahn in seinem unnachahmlichen Spinningstil hinunter trommelte. Höhepunkt jeder Olympiade ist der 100-Meter-Endlauf - natürlich auch in Rom. Auf der Außenbahn: Armin HARY. Trotz Fehlstarts und Verzögerungen ließ sich unser Held im Finalrennen nicht kirre machen, riss gleich nach dem Start die Führung an sich und besiegte eindrucksvoll die gesetzten US-amerikanischen Favoriten. Damit wurde Armin der erste und bis heute einzige deutsche Olympiasieger über 100 Meter. (Endlauf klick Foto Hary)

Am 22.März beging unsere Lauflegende seinen 80.Geburtstag - immer noch fit und im Kampfmodus, wie zu lesen war. Von der Einstellung „Dabei sein ist alles“ der heutigen Leichtathletengeneration hält das Sprintass nicht besonders viel: Das allein sei schon falsch. ‚Alles’ könne höchstens eine Goldmedaille sein. Mann gegen Mann, darum ginge es! Nicht hinfahren, im Vorlauf ausscheiden, wieder nach Hause fahren und das Ganze als eine Art Ausflug betrachten. Während die Geschlagenen früher von dannen schlichen, erklären die heutigen Verlierer ihre Leistungen vor den Fernsehkameras mit wohlfeilen Worten, teils sogar mit zufriedener Miene und in der Überzeugung, alles gegeben zu haben, möchte ich hinzufügen.

 Ja, nun liegt der Sieg des Ausnahmeläufers schon fast 57 Jahre zurück – und auch das Café Waldmann ist längst Geschichte(über rechtes Foto zur Ansicht vom heutigen Gebäudekomplex)

Abgesang auf eine Kultkneipe

In den 60er Jahren galt der Braunlager „Herkuleskeller“ - oder einfach kurz „Keller“ - als eine der angesagtesten Lokalitäten der damals munteren Kneipenszene. Man kann es sich heute gar nicht mehr vorstellen, was für ein quirliges Nachtleben in diesem Ort herrschte! Eine Kultfigur jener Zeit war Heini Nieft. 20 Jahre lang stand der einst schnellste Zapfer des Oberharzes hinterm Tresen und galt bis in die 80er Jahre als Seele des „Kellers“ - da schon umbenannt in "Slow Down".  Dieser Tage war jetzt zu lesen , dass die Schließung dieses legendären Lokals mit dem derzeitigen Namen „Intensivstation“ verordnet wurde. Bauliche Mängel sind der offizielle Grund. Ob der vorzeitige Ruhestand mit knapp 60 Jahren auf dem Kneipenbuckel endgültig sein wird, bleibt abzuwarten. (siehe Artikel GZ)

Wer wie ich ungezählte feuchtfröhliche Stunden in diesem Kellergelass verbrachte, den könnte leise Wehmut beschleichen. Doch alles hat seine Zeit. Ein kleines Trostpflästerchen zur Erinnerung kann ich jedoch anbieten: auf meiner Seite unter der Rubrik „Fotos“ gibt es ein Album mit „Keller-Fotos“. Vielleicht erkennt sich die eine oder der andere darauf wieder...!

Vom Kartoffelanbau und seinen Folgen

Vor kurzem fiel mir beim Stöbern ein älteres Buch in die Hände: „Chronik der Stadt Braunlage“ von Karl Moritz. Ich begann in den vergilbten Seiten zu blättern und mich in den einen und anderen Abschnitt zu vertiefen. Von einem völlig heruntergekommenen Ort im Oberharz war da die Rede und von einer hungernden Bevölkerung in bitterer Armut. Wie bitte? Diese erbärmliche Darstellung passte so gar nicht zu dem Bild des einst blühenden Kurortes, den ich in seiner ganzen Pracht noch kennengelernt hatte. Heute, ja natürlich, heute sind wir Braunlager sämtlicher Attribute beraubt. Es gibt weder ein Wahrzeichen "Schanze" auf dem Wurmberg noch darf sich das kurbetriebliche Restgebilde "heilklimatisch" nennen. Könnte man durchaus als abgewirtschaftet bezeichnen. Doch welche Zeit meint die Chronik? Wann soll das denn gewesen sein?

Also las ich das Buch von Beginn an. Bald war ich vertieft in die Schilderung der Lebensumstände im 18.Jahrhundert. So erfuhr ich vom ersten Kartoffelanbau im Forstort Brandhai und auf welche Weise unsere Vorfahren auf Anordnung der Fürstlichen Kammer und mit Unterstützung von Hofjägermeister von Langen schließlich von Getreidevertilgern zu Kartoffeljunkies mutierten. Der aus Kartoffeln gewonnene Branntwein versetzte die Braunläger nebenher wohl in einen wahren Rausch von Glückseligkeit und Gefühlsduselei, denn gleich drei Denkmäler wurden aus Dankbarkeit errichtet.

Ich versicherte mich der Hilfe meines Freundes Rolf, welcher als ehemaliger Geschichtslehrer schon von Berufs wegen Interesse an Besonderheiten historischer Stoffe pflegt, und gemeinsam gingen wir mit der Kamera auf Spurensuche. Nach Abschluss der Dreharbeiten legte Rolf noch ein umfassendes Dossier über die Kartoffel an. Beide Arbeiten können per Klick aufgerufen werden, auf dass die hoffentlich angeregte Neugier vollends gestillt werde... - VIDEO (5:50 Min. 92MB) -- DOSSIER

Schneeskulpturen

Winterzeit. Wenn früher in den Gebirgsregionen der Schnee fiel und die Dörfer eingeschneit wurden, verbarrikadierten sich die Menschen in ihren Häusern. Zur Tatenlosigkeit verdammt und in warme Decken eingehüllt verfielen sie wie die heimische Tierwelt in einen dreimonatigen Winterschlaf.

Doch mit der Eintönigkeit hatte es ein Ende, als Norweger um 1880 die ersten Skibretter in die deutschen Höhenregionen exportierten. Die neue Bewegungsfreiheit stimulierte bei den Einheimischen ungeahnte Kräfte und löste vielfältige Aktivitäten aus. Vereine zur Förderung des Skisports wuchsen wie Eiszapfen aus dem Nichts, und bald schon wurde der gesundheitliche Aspekt durch die körperliche Ertüchtigung beim Skifahren anerkannt und gefördert. Die "Winterfrische" begann und machte aus manch verarmten Bergdorf einen überregional anerkannten heilklimatischen Kurort.

So auch Braunlage. Das winterliche Vergnügen erstreckte sich dabei auf immer neue Felder. Zur Freude von Gästen und Bewohnern erschufen Künstler wahre Kunstwerke aus Schnee und verschönten mit diesen Skulpturen das Ortsbild. Einer dieser Schneekünstler war der Friseur Christian Dreymann. In ihren "Erinnerungen an vergangen Zeiten" erzählt Isa Wickenhagen von ihrer Freundschaft mit der Enkelin des Skulpturenbauers und präsentiert alte Fotos dieser Kunst.

Erkenntnis

Alle denken nur darüber nach, wie man die Menschheit ändern könnte, doch niemand denkt daran, sich selbst zu ändern.

Leo Tolstoi

Bunte Seite

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Begegnungen

Im Rückblick auf das vergangene Jahr 2016 wurde der Verlust vieler bekannter und beliebter Personen bedauert. Mit ihnen gingen oft auch Ikonen ihres Genres und letzte Zeitzeugen einer Epoche und rissen dadurch unersetzbare Lücken. Auch in meinem persönlichen Umfeld waren das gesamte Jahr hindurch viele traurige Ereignisse zu beklagen, von Menschen, die mir sehr nahe standen und solchen, die ich einfach gern hatte. Manchmal genügt eine einzige Begegnung, um einen Menschen wertzuschätzen.

Klaus Beddies war eine dieser Persönlichkeiten, und die Nachricht von seinem Tod in den letzten Tagen des vergangenen Jahres berührte mich. Ich begegnete ihm im April 2013 in der von ihm initiierten Ausstellung aus Anlass des 100.Geburtstages von Manfred Schmidt, des geistigen Vaters von Nick Knatterton in Bad Harzburg. Seine spannenden Ausführungen zum Autor und die Vermittlung von Hintergrundwissen fesselten mich und ich war von der Ausstrahlung des pensionierten Schuldirektors beeindruckt. Damals entstand ein kleiner Film mit ihm, den ich ihm zum Gedenken und meinen Besuchern zur Freude nochmals zeigen möchte. Ganz im Sinne des Dichters und Philosophen Khalil Gibran „Erinnerung ist eine Form des Begegnens“.

Über das Ende

Das nachstehende Gedicht bekam ich zugesandt. Es stand zum Andenken an einen Verstorbenen in einem Nachruf und stammt von César Vallejo. Mich berührt es - und deshalb veröffentliche ich es an dieser Stelle.

Ich will in Paris sterben, wenn es regnet ,
an einem Tag, an den ich mich bereits erinnere.
Ich will in Paris sterben - und ich laufe nicht weg -
Vielleicht im Herbst, an einem Donnerstag, wie heute.

Ein Donnerstag wird es sein, denn heute
am Donnerstag, da ich diese Zeilen schreibe
spüren meine Knochen die Wende;
und nie war ich wie heute, auf meinem langen Weg,
mit mir so allein.

Erfolgreich in eigener Sache

Meine Webpräsenz fand 2016 soviel Zuspruch wie noch nie in den Jahren zuvor. 52 474 Besucher klickten insgesamt 688 247 mal auf Fotos, Filme, Seiten und mehr. Das ist natürlich eine wunderbare Bestätigung meiner Bemühungen. Ich bedanke mich bei allen Besuchern, vor allem bei jenen, die mich von Anfang an begleiten. Gestartet ist die Website 2007 mit 7 659 Besuchern und 178 294 Klicks.

Januar 2017

Eigentlich überraschend fiel in der ersten Januarwoche Schnee, nachdem Weihnachten nur neblig-trübes Wetter zu bieten hatte. Am Freitag, den 5.1. schoss ich ein paar Fotos von belebten Plätzen... hier

noch 2016

Zum Jahreswechsel

Zeitungen, Journale und andere Medien nehmen regelmäßig den Jahreswechsel zum Anlass, um Rückschau zu halten und an vergangene Ereignisse zu erinnern. Meist betrifft es Geschehnisse, die überwältigend, sensationell, traurig, entsetzlich oder großartig waren. Mich erstaunt dabei immer wieder, wie schnell derart scheinbar überragende und unvergessliche Begebenheiten aus dem Gedächtnis verschwunden sind.

Auch im persönlichen und privaten Bereich glückt dann und wann der Rückblick auf das vergangene Jahr, gepaart mit guten Vorsätzen für das kommende Jahr. Doch was passiert mit all den Erinnerungen in Form einer Lebensbetrachtung? Meist verflüchtigen sie sich, gehen verloren, schleichen sich fort, geraten in Vergessenheit. Welche sollte man unbedingt bewahren, welche tilgen? Und wie gelingt sowohl das Eine wie das Andere? Eine wunderbare Anregung zum Umgang mit Erinnerungen findet sich im heiter-besinnlichen Gedicht "Besuch" aus dem Gedichtband "Katergedichte" von Rolf Lüer. Foto bitte anklicken

Museumsgesellschaft mit Kalender 2017

Seit 1990 gibt die Museumsgesellschaft einen Kalender mit interessanten Aufnahmen aus vergangenen Braunlager Zeiten heraus. Neu war im letzten Jahr, dass auf der Rückseite eines Monatsblattes der Vergleich "Einst und Jetzt" mittels Fotos dokumentiert wurde.

Der diesjährige Kalender steht unter dem Motto "Ausflugsziele". Garniert wurde das jeweilige Monatsblatt nicht nur wieder mit Fotovergleich, sondern zusätzlich mit vielen Informationen zum Ziel. Wer sich also mit "Alt-Braunlage" durch 2017 begleiten lassen möchte, ist hiermit gut bedient.

Erhältlich ist der Kalender u.a. im Museum.

Lachhaftes

Nr.1

Zwei Beamte treffen sich morgens um 7 Uhr im Flur vom Rathaus. "Mein Gott", sagt der Erste, "du siehst ja völlig fertig aus. Was ist denn Grauenvolles passiert in aller Herrgottsfrüh?"

Der zweite Beamte ringt nach Luft. "Fix und fertig bin ich. Stell dir vor: ich war zu spät dran und habe nur mit Mühe und Not in allerletzter Sekunde die Stechuhr erreicht ... ehe sie im 5 Minuten-Takt weitergesprungen wäre!"

"Ach, du lieber Himmel," ist der Erste entsetzt, "dann hättest du Armer am Abend ja noch 5 Minuten dranhängen müssen."

Nr.2

Angestellter in der Autobranche: "Vom Weihnachtsgeld kaufe ich mir ein Auto und vom Rest fahre ich in den Urlaub."

Angestellter in der IT-Branche: "Ich lasse mir davon einen Swimmingpool bauen und mache mit dem Rest eine Weltreise."

Beamter im öffentlichen Dienst: "Ich kaufe mir einen warmen Rollkragenpullover"

Die beiden Angestellten fragen nach: "Und der Rest?"

Beamter: "Den Rest geben mir meine Eltern dazu!"

Satte Beute mit einer Pfandflasche

Wie kann man das Recycling-System einer Plastikpfandflasche optimieren, fragte sich offenbar ein Getränkehändler, nachdem er einen großen Schluck aus der Wasserpulle genommen hatte. Endlich kam ihm die zündende Idee. Gedacht, getan. Mit Hilfe eines Holztunnels und eines Magnetsensors manipulierte er seinen eigenen Pfandrückgabeautomaten derart, dass die Flasche zwar gescannt, aber nicht geschreddert wurde. Und dass machte er im Laufe der Zeit ungefähr 180.000 Mal und kassierte dafür die erkleckliche Summe von rund 44.000 €. Damit ihm nicht langweilig wurde, hörte er nebenbei Radio. Eine logistische Meisterleistung, attestierte sogar das Gericht, das ihn nach einem anonymen Hinweis den Prozess machte und am Ende zu zehn Monaten Haft verurteilte. Eigenartigerweise schöpfte die für den Pfandausgleich zuständige Deutsche Pfandsystem GmbH überhaupt keinen Verdacht.

Ich frage mich jetzt, was mit der einträglichen Pfandflasche passiert. Wird sie vergoldet und bringt am Ende dem einst Unermüdlichen in einer Auktion nochmals 44.000 €? Zu gönnen wäre es dem jetzt Inhaftierten – gerade zu Weihnachten.

Kriegerdenkmäler in Braunlage

Neben der ev.Kirche in Braunlage steht ein Kriegerdenkmal beschriftet mit den Namen jener Einheimischen, die als Soldaten im 1.Weltkrieg ihr Leben ließen. Ein weiterer Gedenkstein steht an der Kreuzung von Langen Straße / Schultal und erinnert an die Völkerschlacht bei Leipzig von 1813. Dieser Granitfindling wurde 1913 - also hundert Jahre später - im Rahmen eines Festwochenendes feierlich eingeweiht. Im Kurgarten direkt hinter der Schule befindet sich eine Gedenkstätte für die Opfer von Krieg und Gewalt. Und schließlich haben ehemalige Verwundete und Veteranen einen Gedenkstein an der Verlobungswiese gestiftet.

Der Ursprung von Denkmälern und Gedenktafeln geht auf König Friedrich-Wilhelm II. von Preußen zurück. Die Denkmäler für gefallene Krieger sollten den Angehörigen Trost spenden und dem Tod ihrer Lieben einen ehrenhaften Sinn verleihen. Zudem hatte er 1813 mit dem „Eisernen Kreuz“ einen Orden geschaffen, um verdiente Soldaten auszuzeichnen.

Auch heute noch werden am Volkstrauertag Kränze an den Denkmälern niedergelegt. In Gedenkfeiern wird der Toten gedacht und an das Grauen vergangener Kriege erinnert unter dem Motto: „Verleih uns Frieden“. Im Protest gegen Kriegstreiberei und andere Gräueltaten liegt auch meine Intention, die heimischen Denkmäler zu fotografieren und hier zu präsentieren. (Fotos zur Vergrößerung bitte anklicken)

Reformator Martin Luther

„Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele zum Himmel springt“, versprach der Dominikanermönch Johann Tetzel vor 500 Jahren den Menschen, die aus Angst vor der Hölle als Strafe für ein sündiges Leben sogenannte Ablassbriefe kauften. Doch wäre der dreiste Ablasshändler Tetzel längst vergessen, hätte sich sein Lebensweg nicht mit dem Martin Luthers zufällig gekreuzt.

Denn Luther erkannte im „Schacher um die menschliche Seele“ einen Verrat an der Botschaft des Neuen Testaments. „Der Papst kann nicht irgendeine Schuld erlassen“, urteilt er – und pappt am 31.Oktober 1517 seine 95 Thesen ans Tor der Wittenberger Schlosskirche. „Hier stehe ich und kann nicht anders“. Der historische Verlauf dieses aufbegehrenden Streiches ist allgemein bekannt. Infolge dessen habe ich zum Beispiel nicht als Firmling die Kommunion gespendet bekommen, sondern empfing als Konfirmand in einer Reformationskirche die Einsegnung ins evangelische Erwachsenenalter.

Nun ist der große Reformator Luther, dessen weitere bahnbrechende Leistung in der Übersetzung des Neuen Testaments aus dem Griechischen ins Deutsche besteht, wieder in aller Munde: Sein revolutionärer Frontalangriff gegen die katholische Kirche jährt sich 2017 zum fünfhundertsten Male. Dieses Jubiläum wird vom diesjährigen Reformationstag an für ein ganzes Jahr in vielen Veranstaltungen gewürdigt.

Mein Freund Rolf prüfte in der Lutherstadt Wittenberg schon mal den Stand der Feierlichkeiten und schoss dabei ein Foto mit erstaunlicher Umdeutung der Lutherischen Thesen. Jetzt fehlt nur noch, dass im Lutherjahr der clevere Tetzel zur Ikone innovativer Werbestrategie ausgerufen wird.

Bizarre Sammlerstücke ...

...erzielen auf Versteigerungsauktionen mitunter absurde Beträge. Insbesondere, wenn ein früher Tod die Hinterlassenschaft ihrer mythologisierten Besitzer in Grenzen hält.

Beispiel Jimi Hendrix. Einer Überlieferung zufolge soll er bei einem Konzert im November 1966 gefrustet seine Gitarre kurz und klein gedroschen haben, weil sein Name im Ankündigungsschriftzug (Jimmy statt Jimi) falsch geschrieben war. Das Publikum reagierte mit Gejohle, worauf sein damaliger Manager Chas Chandler (Bassist der legendären Animals) im Zertrümmerungsakt ein unverwechselbares Markenzeichen sah. Und bald schon galt Jimis Gitarrenzerstörung als Ritual für einen rebellischen Zeitgeist. 1967 beim Monterey-Popfestival ging Hendrix noch einen Schritt weiter und entfachte auf offener Bühne mit dem Gitarrenkorpus ein Feuerchen - dokumentiert im Festivalfilm von D.A.Pennemaker. Darauf folgten viele Nachahmer. Doch Nachahmer sind gähnend langweilig. Deshalb verwundert es nicht, dass bei einer Auktion im Jahre 2008 die angesengte Jimi-Gitarre für den unvorstellbaren Betrag von 345.000€ versteigert werden konnte.

Anmerkung: 19.5.2017 - heute brachte die GZ einen Bericht über Jimis schwarz-weiße Fender-Stratocaster, die beim Montery-Festival zum Einsatz kam und jetzt wieder versteigert werden soll. Startpreis 500.000 Dollar, erwartet werden 750.000 Dollar. (KLICK)

Beispiel Eva Braun. Von der Hitler-Geliebten ging ein spitzenbesetzter lila Schlüpper mit ihren Initialen für 3.250 € über den Auktionstisch. Wer das Wäschestück ersteigert hat und welchen Fetisch der neue Eigentümer damit verbindet, blieb ebenso im Dunkel verborgen wie der Name des Vorbesitzers. Das wirft die Frage auf, wie eine gebrauchte Unterhose überhaupt auf ihre Echtheit überprüft werden kann? Initialen lassen sich jederzeit einnähen. Ob eventuell ein brauner Streifen als charakteristisches Beweismittel für die Anerkennung diente, ist selbst vor dem historischen Hintergrund ihrer Erstbesitzerin doch eher nicht anzunehmen ...

Parodien

Nachahmen, kopieren, parodieren: wer nachgeäfft wird, hat es zu etwas gebracht. Die meist parodierte Spezies dürfte immer die aktuelle Politikerriege sein. Doch mit ihrem Ausscheiden aus Amt und Würden überlebt sich meist auch ihre Parodie.

Künstler hingegen werder eher selten imitiert. Nur Wenigen ist dieses Prädikat vergönnt. Einer, der sich mit seinen exzentrischen Wutausbrüchen und legendären Beschimpfungen die Imitation redlich verdient hat, ist der 1991 verstorbene Schauspieler Klaus Kinski. Beispiel siehe Link hier (Youtube)

Sein Kollege, Max Giermann, spezialisierte sich auf dessen Darstellung und scheint mittlerweile das Original sogar zu übertrumpfen. So zum Beispiel in der ZDF-Serie "Sketch-History".
Klick aufs Foto rechts führt zum Link (Youtube)

Es ist übrigens nicht neu, dass Kopien mehr Zustimmung bekommen als das Original. Dies musste schon der unvergessene nuschelnde Schauspieler Hans Moser erfahren. In einem "Hans-Moser-Imitieren"-Wettbewerb belegte er höchstselbst nur den vierten Platz...

WEITERE BLOGBEITRÄGE 2016 UND WEITERE JAHRE UNTER ARCHIV

"Die einzige dauerhafte Form irdischer Glückseligkeit liegt im Bewußtsein der Produktivität" (Carl Zuckmayer)