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WARUM BLOG?

Die Rubrik „BLOG“ ersetzt im Internet-Zeitalter mehr und mehr das nachbarliche „Schwätzchen“ über den berühmten Gartenzaun. Hier wie da teilt man Neuigkeiten mit, fabuliert über Erleuchtungen, verabreicht An- und Einsichten oder tratscht ganz ungeniert über Banalitäten. Dank WorldWideWeb ist dieser "Zaun" weltumfassend geworden, dennoch beschränkt sich der Focus meiner Betrachtungen überwiegend auf meine Heimatstadt. Manche Zeitgenossen finden solche Selbstbetrachtungen in aller Öffentlickeit überflüssig oder gar „schamlos“, andere wiederum lesen sie mit Freude und Neugier...ganz wie im richtigen Leben!! (Anmerkung: Wer hier namentlich nicht genannt werden möchte, sage mit bitte kurz Bescheid)

(ältere Beiträge siehe unter ARCHIV)


Erfolgreich mit Hörspiel

Anfang letzen Jahres produzierte der Schweizer Rundfunk im Rahmen ihrer "Schreckmümpfeli-Reihe" mein Hörspiel

"Der Abendspaziergang"

Die Erstausstrahlung erfolgte am 22.April 2019. Präsentiert werden diese Kurzhörspiele des schwarzen Humors jeden Montag um 23h auf SRF1. Danach wandern die Beiträge in den Podcast-Bereich und können hier von Interessierten jederzeit nachgehört werden.

Wie heutzutage üblich, werden die Aufrufe gezählt und in sogenannten Rankinglisten wie Owltail ausgewiesen. Nach gut einem Jahr kann ich erfreut feststellen, dass "Der Abendspaziergang" im Ranking der populärsten Stücke seit längerer Zeit den 1.Rang belegt. klick

Zauberwelt Technik

Homeoffice heißt das neue Zauberwort in der Arbeitswelt, wobei der flexible Umgang mit technischen Kommunikationsmitteln selbstverständlich vorausgesetzt wird. Die Verwendung von Whatsapp, Facetime und Skype gilt schon als vorsintflutlich, man wählt zwischen hippen Anbietern wie Gotomeeting, Mikogo, Tiny chat, Own cloud, Rainbow, Zoom... alles total easy, einfach anmelden, Passwort, downloaden, dann müsste es funktionieren. Müsste ... Dafür brezeln sich viele in den eigenen Wänden auf, als ginge es ins Theater. Bloß nicht als schlampiger Nerd in die chatrooms stolpern.

Es erinnert an die Anfänge des Anrufbeantworters. Einigen besser bekannt als Vorläufer der Mailbox. Was hat sich da so mancher den Kopf zerbrochen, welche Nachricht er in welcher Form hinterlassen soll. Nicht wenige Anrufer übten fleißig vor dem Anruf. Anliegen notieren und mehrfach überpüfen, dann mit klopfendem Herzen die Nummer wählen. Traf ohne Vorbereitung die schlimme Befürchtung ein, wurde sofort aufgelegt. Die unpersönliche Maschine mit ihrer Aufzeichnungskonsequenz brachte Menschen zum Stottern und Herumgestammele, die ansonsten fehlerfrei parlierten. Heute ist es eher das eintönige Gedudel und die zum Warten auffordernde monotone Stimme, die Anrufer verzweifeln lässt.

Eine andere technische Errungenschaft, die erst einmal durchdrungen werden musste, war um 1990 der veränderte TV-Empfang. Kabel und die berühmte TV-Schüssel ersetzten vielfach das Antennensystem. Verbunden damit war die überwältigende und selbst für Technikfreaks überfordernde Umstellung von drei bis vier auf danach schier unzählige Fernsehprogramme. Eine weitere Folge der Umstellung war die Verschandelung ganzer Straßenzüge und Häuserblocks mit den hässlichen überdimensionierten Schüsseln auf den Balkonen.

Der neueste Stand der Technik inspirierte mich damals zu launiger Betrachtung des Geschehens, die ich in Kurzhörspielen erzählte.
(bitte Fotos anklicken)

Trauer um Helmut Gerlach

Unlängst sprachen sprachen wir noch zusammen. Helmut gedachte wehmütig eines nahen Freundes, der kürzlich verstorben war. Sein Fazit: So schnell geht es ...

Nun ereilte den ersten Braunlager Olypmiateilnehmer dasselbe Schicksal. Am 1.Juni verstarb Helmut kurz vor seinem 83.Geburtstag. Er hinterlässt Ehefrau Uta, zwei Töchter und zwei Enkelkinder.

Sein Ausnahmetalent als Skilangläufer bewies Helmut erstmals 1966 bei den Deutschen Nordischen Meisterschaften in Winterberg mit dem 3.Platz über 15km. Diese Leistung katapultierte den Harzer in den Kader des Nationalteams. Sieben Jahre hielt sich der "Einsame aus dem Norden" (lt. einem Pressebericht aus den 60ern) im erlauchten Elitekreis. Seine besten Ergebnisse auf nationaler Ebene erreichte Helmut bei den Deutschen Meisterschaften 1966: über 50km wurde er Vizemeister und führte darüber hinaus als Schlussläufer die 4x10km Vereinsstaffel vom WSV Braunlage zum Titel - ein bis heute einmaliger Erfolg. Internationale Höhepunkte waren die Teilnahme an der WM 1966 in Oslo und bei den Olypmischen Spielen 1968 in Grenoble mit Starts über 15 und 50km sowie in der Staffel.

Mit seinem Ableben verliert seine Familie den liebevollen Ehemann, Vater und Großvater - und Braunlage seinen erfolgreichsten Wintersportler - mehr klick!

Beobachtungen

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In diesen Tagen

Theater, Kino, Feste, Veranstaltungen und sonstige Events finden in Corona-Zeiten gar nicht oder nur sehr eingeschränkt statt. Betroffen davon sind wir alle. Da wächst die Begehrlichkeit, so schnell als möglich in gewohnte Zustände zurückzukehren.

Denn ein Blick in den Rückspiegel zeigt: in den letzten beiden Jahrzehnten waren für die meisten Menschen die Kalender prall gefüllt mit Vergnügungen aller Art. Gern wurde dabei von den „friedlich Feiernden“ gesprochen - bis Corona brutal diesen locker-heiteren Zustand beendete.

Die augenblickliche Situation erinnert mich an Zeiten, als Feierlichkeiten auf wenige Tage beschränkt waren. Die Bevölkerung verstand sich mehr als „fleißig Schaffende“. Doch wehe, wenn sie losgelassen!

Beispielsweise an Christi Himmelfahrt - im Volksmund bekannt als Vatertag. An diesem Herrentag gehörte es zum guten Ton, volltrunken und lautstark feiernd umherzuziehen. Dieser Tradition huldigten auch wir MTS-Mitglieder insbesondere in den 70er Jahren. Allerdings verbanden wir das fröhliche Treiben gern auch mit kreativem Tun. So entstand 1977 am Silberteich, dem Juwel des Harzer Nationalparks, ein Film mit wild-mystischer Thematik. Den Ursprungsfilm bearbeitete ich nach 40 Jahren und nahm aufgrund technischer Möglichkeiten einige Änderungen vor. klick

Für all Jene, die in diesen Tagen eher die Idylle bevorzugen und den Silberteich in beschaulicher Stille genießen möchten, ist der zweite Film gedacht - äh gemacht… So oder so: gute Unterhaltung!

Die Natur erwacht

Der Mai ist gekommen... das "Leben" in der anhaltenden Corona-Krise soll behutsam hochgefahren werden. Rückkehr in die Normalität - so die Hoffnung. Der Wonnemonat verwöhnt uns unabhängig von persönlichen Einschränkungen mit seiner gewohnten Farbenpracht. Der Flieder verströmt aus weißen, zart- und dunkellila Blütendolden seinen eindringlichen Duft, der Raps betört uns mit grellgelben Farben und süßlich-morbidem Geruch. Die Birken tragen auf weiß-schwarzen Stämmen ihr zartgrünes Laubkleid und erinnern uns daran, dass sie ehemals auch Maien genannt wurden. Das Vogelgezwitscher regt an, das uralte Kinderlied von den Vögeln, die alle wieder da sind, mit zu pfeifen. In diesen Augenblicken erscheint uns die Natur wunderbar und versöhnlich.

Von dieser Flora und Fauna gleichermaßen inspiriert drehte der Braunlager Amateurfilmer Joachim „Achim“ Winkel in den 70er Jahren herausragende Naturfilme. Sie zeugen von einer ausgezeichneten Beobachtungsgabe und fast unendlicher Geduld und bereiten nach beinahe 50 Jahren noch große Freude. Mehr ... klick

Kein Besenflug möglich

Covid-19 schafft alle ... selbst höllische Kräfte kapitulieren vor der Seuche. Erstmals finden die traditionellen Veranstaltungen zum jährlichen "Harz-Silvester" nicht statt. Ergo keine Auffrischung von Zauberkräften für Hexen und kein mitternächtliches Feuerwerk für liebestolle Teufel. Das satanische Geschwader steht im gesamten Harzgebiet unter Quarantäne - muss also zu Hause bleiben und darf sich weder in Parks noch anderswo herumtreiben.

Als Gewinner darf sich die Natur fühlen! Der Kurpark in Braunlage präsentiert sich menschenleer und erfrischend, wie mein Film beweist.

Wie das dämonische Treiben zu Zeiten unserer Altvorderen ablief, zeigen filmische Szenen und Fotos im Video "Walpurgiszauber". Dazu gesellt sich ein Rückblick auf eine MTS-Walpurgisfete in Schierke 1991.

Und gern erinnere ich in diesem Zusammenhang an den Start unserer Hörspielserie "Die Seelenjäger" vor 35 Jahren. Mehr Info darüber hier hier

Die goldene Frage

17. Januar 1962. Braunlage, Kurhaus. Der Saal schier am Bersten. Zu Gast der Quizmaster der Nation, Hans-Joachim Kulenkampff. Die Dabeigewesenen werden sich seiner legendären Begrüßung noch erinnern: „Kinder, wo habt Ihr bloß die gute Luft her?“ Verantwortlich für die solcherart gelobte Luft war der hohe Reinheitsgrad des Mittelgebirgsklimas mit gesunden Wäldern und blühenden Bergwiesen. Darüber hinaus erfreuten sich Erholungssuchende an einer intakten Infrastruktur mit Kureinrichtungen und abwechslungsreichen Unterhaltungsangeboten. Sogar eine Kurzeitung erschien wöchentlich, worin neben Anregungen und Veranstaltungshinweisen jeder Kurgast namentlich mit Länge seines Aufenthaltes plus Quartier aufgelistet wurde. Braunlage stand in goldener Blütezeit und trug zurecht das Prädikat "Heilklimatischer Kurort".

In jenen Tagen sorgte noch das Radio für die Unterhaltung. Großer Beliebtheit erfreuten sich Ratesendungen wie „Die goldene Frage“. Zumal deren Aufzeichnung nicht in einem Rundfunkstudio erfolgte, sondern live vor Ort mit Publikum. So waren knallvolle Säle und spannende Unterhaltung garantiert, wenn der populäre „Kuli“ seinen Kandidaten (meist sechzehn ausgewählte örtliche Intelligenzler) mit anspruchsvollen Fragen auf den Zahn fühlte.

Meine Familie fieberte damals vor dem Radiogerät mit den Kandidaten. Mein Vater als stolzer Besitzer eines Tonbandgeräts wusste überdies: Was von der UKW-Welle auf Magnetband gespeichert wird, kann jederzeit wieder abgespielt werden - selbst nach 60 Jahren. Nach so langer Zeit erhält es zudem ein wertvolles Prädikat: Zeitdokument! Genug der Vorrede. Viel Spaß jetzt beim Anhören.

Betreten verboten!..klick

Die Corona-Krise schafft No-Go-Areas. Fast unvorstellbar, aber wahr: Touristische Ziele in Sachsen-Anhalt sind bis auf weiteres tabu, heißt es von der Landesregierung in Magdeburg. Lockerungen können erst erfolgen, wenn Covid-19 kontrollierbar erscheint. Zwar überqueren mutige Niedersachsen mit dem Auto weiter die Grenze zwischen den beiden Bundesländern, aber auszusteigen verkneifen sie sich lieber, sonst droht rüde Zurückweisung. So können wir Oberharzer beispielsweise die Rappbode-Talsperre, den Wasserfall in Königshütte, die Burg Falkenstein oder das Josephskreuz auf dem Großen Auerberg nicht mehr besuchen.

Wer unter den Einschränkungen leidet, findet vielleicht in meiner Videosammlung etwas Trost. Von den genannten Ausflugszielen liegen Filme vor. Eventuell helfen sie ja die Zeit zu überbrücken, bis ein persönlicher Besuch wieder möglich ist. Bis dahin vertrauen wir den aufmunternden Worten aus der Hymne unseres Bundeslandes:

"Wir sind die Niedersachsen, sturmfest und erdverwachsen .."

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Humor in der Quarantäne

Die Nachrichten über die Corona-Seuche werden leider nicht besser. Im Gegenteil. Das Virus hat unseren Alltag fest im Griff. Eine stetig ansteigende Anzahl von Erkrankten und Toten sind zu beklagen. Und daher sind auch die Ausgangsbeschränkungen für die nächste Zeit gerechtfertigt und alternativlos.

In schlimmen Situationen und Lebensumständen hilft manchmal Humor - er lenkt für einen Moment ab und entlastet die Menschen zumindest zeitweise. "An dem Punkt, wo der Spaß aufhört, beginnt der Humor", sagte der Kaberettist Werner Finck (1902-1978).

Derzeit kursieren im Netz jede Menge flapsige Sprüche, Fotos, Filmchen und sonstige Beiträge über Covid 19, das unheilvolle Corona-Virus. Manche mögen darüber nicht lachen. Das kann ich verstehen, denn im Dezember hatte ich selbst mit einem äußerst aggressiven Virus zu kämpfen. Über 40 Grad Fieber und Schüttelfrost sorgten für einen kurzen Klinikaufenthalt. Mein Eindruck damals war, dass ein Krankenhaus auch ohne Corona an fehlendem Personal und freien Bettenkapazitäten leiden kann.

Die bisher im Bewusstsein der Menschen erstrangig verankerten Desaster wie Klimawandel und Waldsterben sind derzeit in die zweite Reihe gerückt, gleichwohl bleiben sie Bestandteil unserer kollektiven Probleme.

Unter dem Titel „Die Filmkritik“ schuf ich nun einen heiter-skurrilen Kurzfilm, welcher das Waldsterben thematisiert. „Humor ist, wenn man trotzdem lacht…" oder: "Es darf geschmunzelt werden!" (Lfzt. 7:00 Min)

Das Coronavirus beherrscht die Welt

15.3.20 - Die Nachrichten vom Auftreten des Coronavirus in China verfolgte ich anfangs wie wohl die meisten hierzulande zwar mit Bedauern für die Betroffenen, aber auch im Bewusstsein, dass sich diese Katastrophe so fern von uns abzuspielen schien. Mit der schnellen Ausbreitung von Covid-19 in Asien und ersten Verdachtsfällen in Europa kam erstmals ein ungutes Gefühl auf. Verbunden mit dieser Befürchtung war die Vorstellung von den Auswirkungen. Hier und da würden wohl Einschränkungen auftreten - vor allem mit Blick auf die Urlaubssaison. Doch nie und nimmer hätte ich für möglich gehalten, wie einschneidend das aggressive Virus in kürzester Zeit das normale Leben weltweit außer Kraft setzen würde. Die Dimension des ungeahnten Leids ist bereits heute nicht mehr absehbar, ob für den Einzelnen, die Gesellschaft oder unseren westlichen Wohlstand.

Denn keiner weiß, wie lange dieser Stillstand andauern wird. Was nicht gerade eine beruhigende Feststellung ist. Das Coronavirus erinnert sehr an die Spanische Grippe, eine Influenza-Pandemie in den Jahren 1918 bis 1920 mit weltweit über 50 Millionen Toten - ähnlich viele Opfer wie der Zweite Weltkrieg. Damals gab es natürlich kein konzertiertes Vorgehen, keine geordnete Lebensmittel- und Gesundheitsversorgung oder ähnliches. Hoffnung beim Coronavirus ist, dass der Krankheitsverlauf bei vier von fünf Infizierten relativ harmlos verlaufen soll. Und dass mit Hochdruck an Impfstoff gearbeitet wird. Allen meinen Besuchern wünsche ich: kommt gut durch die Krise.

22.3.20 - Mittlerweile sind die schlimmen Befürchtungen überall sichtbar. Zur Ablenkung entwickeln viele Menschen gewissen Galgenhumor. Fast täglich bekomme ich Fotos oder Filme meist per WhatsApp zugeschickt. Für all jene Besucher, die nicht in den Social-Medien unterwegs sind, hier eine kleine Zusammenstellung. siehe unten

26.3.20 - Am Sonntag, den 10.November 2019 feierten ehemalige Grenzbewohner aus Elend und Braunlage gemeinsam die Öffnung der Grenze 1989. Über das Ereignis erstellte ich einen ausführlichen Film mit historischem Material und Zeitzeugenbefragungen. Ironie des Schicksals: an derselben Stelle, wo vor drei Monaten das 30jährige Jubiläum gefeiert wurde, gilt wohl vorläufig wieder die einstige Landesgrenze ... jedenfalls wurden Tagesbesucher aus Niedersachsen in Ilsenburg/Sachsen-Anhalt wegen Ausbreitung der Corona-Pandemie zurückgeschickt.

Ungeachtet aller Grenzen hoffe ich inständig, dass baldmöglichst alle Krankenhäuser mit der notwendigen Schutzkleidung ausgerüstet sind.

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Im Guinnessbuch der Rekorde

Klaus Simon war ein außergewöhnlicher Eishockeyspieler. Seine aktive Laufbahn dauerte über sechs Jahrzehnte - eine sagenhafte Leistung! Dabei gehörte nicht die Anhäufung von vielen Meisterschaften oder Spitzenplätzen in Torjägerlisten zum persönlichen Markenzeichen, sondern Durchhaltevermögen und Zähigkeit. Mit 14 Jahren gab der sportliche Dauerbrenner seinen Einstand im Trikot des WSV Braunlage. Erster Gegner 1954 auf dem Gondelteich (siehe Foto) war der EC Hannover.

Später wechselte der gelernte Maler und Lackierer beruflich nach Berlin und ging dort in verschiedenen Vereinen seinem Sport nach, ehe er nach seiner Verrentung wieder nach Braunlage zurückkehrte.

Seinen persönlichen Höhepunkt erreichte Klaus 2009 mit einem Eintrag im Guinnessbuch der Rekorde. Als nun ältester aktiver Eishockeyspieler der Welt übertraf er die Bestmarke des legendären Kanadiers Gordie Howe, den dieser in der professionellen nordamerikanischen NHL aufgestellt hatte.

2016 mit 75 Jahren bestritt der eisenharte Verteidiger, hierzulande nur „Gnatzig“ genannt, sein letztes Spiel. Für den EHC Osterode und im Beisein vom NDR. Jetzt ist Klaus Simon verstorben - im Alter von 79 Jahren nach längerer Krankheit.

Linkes Foto: Ein Video-Interview von 2007 in der MTS-Doku über das Hörspiel „WSV Zwo“
und ein kurzer Ausschnitt vom Abschiedsspiel 2016.

Rechtes Foto: erinnert an seine Zeit als Fußballer: 1968 stand Klaus in der Braunlager Mannschaft, die Meister der Kreisklasse wurde. Trainer war
Günter Rusack aus Bad Harzburg; 1.Vorsitzender mein Vater.

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Fehlender Schnee und ein Fragezeichen

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Unter dem schwachen Winter mit fehlendem Schnee leidet nicht nur der Winterspor (linkes Foto) - Auch Räumfahrzeuge warten still und traurig (Foto Mitte)

Schmähungen

Für Millionen von Menschen ist Fußball nicht nur ein Spiel, sondern ein lebenslanger Begleiter in allen Lebenslagen. Die Beschäftigung mit der schönsten Nebensache der Welt als Dauerthema, mitunter als Dauerleiden, findet nicht nur an den Spieltagen statt. Das Spannungsverhältnis zwischen Leistungserwartung und gesellschaftlichem Stellenwert führt bei Aktiven, Experten und Fans gern zu hitzigen Diskussionen. Brennpunkt ist natürlich der „große“ Fußball, die Bundesliga.

Und in dieser Liga gärt es seit geraumer Zeit. Im Fadenkreuz der Hardcore-Fanszene steht Dietmar Hopp, Mäzen vom Bundesligisten TSG 1899 Hoffenheim. Herr Hopp ist ein großzügiger Mann mit einem gewaltigen sozialen Engagement in der Metropolregion Rhein-Neckar. Doch seinem Engagement bei der TSG darf man durchaus mit großer Kritik begegnen. Hoffenheim hat gut 3.000 Einwohner und der Verein spielte 1990 noch in der Kreisliga.

Gegen diese unnatürliche Konstellation laufen Anhänger diverser traditionsreicher Bundesligavereine seit Jahren heftig Sturm. Dem Multi-Milliardär wird vorgehalten, mit seiner Einsatzfreude für den Dorfverein die 50+1-Regelung zur unterlaufen. Diese Regelung vom Dachverband, dem DFB, soll verhindern, dass Kapitalgeber die vollständige Kontrolle über die Profimannschaften von Vereinen übernehmen. Man stelle sich nur vor, weitere Milliardäre entdecken ihre Liebe zu ihrem Heimatverein, bei dem sie in ihrer Jugend kickten, dann könnte die Bundesliga zum Tummelplatz bizarrer Begegnungen werden - mit einer ursprünglichen Fangemeinde, die in einen Bus passt. Logische Folge solchen Handelns wäre das Verschwinden weiterer Traditionsvereine mit ihren riesigen Fan-Potentialen aus der Eliteliga.

So kommt es bei Spielen mit Hoffenheimer Beteiligung immer wieder zu Protesten der Ultras, die ihren Unmut gegen Hopp mit dem Aushängen von Spruchbändern und Schmähplakaten ausdrücken. Dagegen wehrte sich dieser jüngst mit juristischen Mitteln. Erstes Urteil: die Fans vom BVB werden für die kommenden beiden Partien bei der TSG Hoffenheim ausgeschlossen. Mit absehbarer Reaktion … Zu erleben am 29.Februar in mehreren Stadien: Hopp im Fadenkreuz als ritualisiertes Feindbild. Die Ultras solidarisieren sich.

Billige Attribute wie Hurensohn von den Ultras werden vergolten mit Titulierungen wie Idioten und Chaoten von den Verantwortlichen einiger Bundesligisten. Viele fordern Ausschluss und Bestrafung der „Täter“. Das wird die ohnehin aufgeheizte Stimmung weiter verschärfen.

Beleidigungen und gegenseitige Schmähungen gibt es, seit Fußball gespielt wird. Als Beispiel sei der neutrale Schiedsrichter angeführt. In fast jedem Spiel wird der Pfeifenmann übel beschimpft, bedrängt oder verflucht - von Spielern, Trainern und weiteren Offiziellen. Trotz nachträglicher Einsicht und Appelle: es ändert sich nichts! Kein Wunder, dass immer weniger den Schiri-Job ausüben wollen. Zumal es in unteren Klassen auch mal Tritte und Schläge hagelt. Und dort spielen nicht von einem Milliardär gesponserte Millionäre gegen andere Millionäre, sondern reine Fußballbegeisterte aus Spaß und Freude.

Nebenbei ...

Internetnutzern drohen viele Gefahren. Sie müssen sich und ihre Daten vor Schadsoftware wie Trojaner und Würmer schützen, die ihre Rechner infizieren und ausspionieren wollen. Doch insbesondere Rentner sind extrem gefährdet, wie ein Klick auf das linke Bild zeigt ...

Das Lebensalter nimmt stetig zu. Grundsätzlich ein erfreulicher Aspekt. Allerdings erfreut das Erreichen eines hohen Alters nicht jeden. Und schon nimmt das Verhängnis seinen Lauf, wie ein Klick auf das rechte Bild zeigt.

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Bauten statt Bäume

Neulich wanderte ich auf der alten Harzburger Straße durch den Harzer Nationalpark und kam unterhalb von Königskrug an Gebäuden vorbei, die einst von Generationen von Schülern aus Braunschweig und Wolfenbüttel als Schullandheime genutzt und mit Leben erfüllt wurden. Nun stehen sie verlassen und menschenleer da, versehen mit Schildern „Betreten verboten“. Einzig zwei, drei bewohnte Privathäuser mit Ferienwohnungen in der näheren Umgebung halten die kleine Siedlung noch lebendig. Rundherum hat der Borkenkäfer wie allüberall im Harz ganze Arbeit geleistet. Erschreckend viele Flächen sind inzwischen baumfrei. Verdorrte Äste liegen in Haufen am Wegesrand, wo früher die Bäume im Saft standen. Gerippe ragen wie verrenkte Glieder in den Himmel, ein paar dürre Tannen stehen vereinzelt herum und warten scheinbar auf ihr nahes Ende beim nächsten Sturm. Kämen die einstigen Schullandheim-Kinder, die früher inmitten eines intakten Waldgebietes herumtobten und die Natur erlebten, heute hierher, wären sie aufgrund des traurigen Anblicks von Totholz und geschädigten Böden wohl schwer schockiert. Insbesondere bei nass-nebliger Witterung mit Matsch und dunklen Wolken wirken viele Bereiche im Oberharz mittlerweile wie Schlachtfelder. Sollten sich die Prognosen des fortschreitenden Klimawandels weiter in Tatsachen verwandeln, dürfte das Ausmaß an katastrophalen Zuständen noch zunehmen. Brandexperten schließen für den Harz sogar eine verheerende Feuersbrunst in den schwer geschädigten Wäldern nicht mehr aus.

Nun las ich unlängst, dass eine Investment GmbH aus Magdeburg plant, ebendort in der Siedlung Königskrug ein Hotel und ein Feriendorf mit über 100 Betten zu errichten. Der Investor will dazu die beiden Gebäudekomplexe des ehemaligen Schullandheims mit einem Anbau für ein öffentliches Restaurant verbinden, in den dreigeschossigen Gebäuden sollen Wohneinheiten, Hotelzimmer und Seminarräume entstehen. Insgesamt würde die bebaute Fläche dreimal so groß wie die ehemalige sein. Dazu käme die Versiegelung von Flächen für Parkplätze und Zuwegung.

Ein ambitioniertes Bauvorhaben in unsicherer Zeit, kann man da nur konstatieren.

Noch größer und bombastischer wird allerdings in St.Andreasberg geplant. Die Harzer Grundstücksentwicklungsgesellschaft will mit einer 62 Millionen Investition die ehemalige Rehberg-Klinik in ein Vier-Sterne-Plus Hotel umgestalten: das Rehberg-Resort mit 192 Zimmer auf 23.000 Quadratmetern. Neben einem medizinischen Bereich soll ein Spa-Bereich mit 3.800 qm geschaffen werden. Es entstehen 200 neue Arbeitsplätze. Baubeginn ist für Ende März vorgesehen. Soviel zu den Fakten aus der GZ.

Grundsätzlich sind solche Maßnahmen zu begrüßen. Es tut sich was im Oberharz ... und das ist gut so. Die Planung dürfte dabei von heutiger Nachfrage für eine solche Einrichtung ausgehen. Doch hält die Konjunktur (für das Hotelgewerbe) unverändert an? Immerhin haben wir seit 10 Jahren den längsten Wirtschaftsaufschwung überhaupt - eine solche positive Dekade gab es im gesamten 20.Jahrhundert nicht. Genauso wichtig ist die Frage: woher soll das heutige Personal kommen? Diese Frage ist deshalb berechtigt, weil im Ort ständig über unbesetzte Stellen im Handel und Gastgewerbe geklagt wird.

Daher gilt auch hier: Ein ambitioniertes Bauvorhaben in unsicherer Zeit ...

Teil 2: Bauten statt Bäume

Die Stadt Braunlage kriegt Geld. Vom Land. Für eine Straßensanierung. Der Zuschuss beträgt 65% des Investitionsvolumens von 1.3 Mio. Die Mittel werden für eine Baumaßnahme im Dunstkreis des Rathauses eingesetzt: Erneuerung der Herzog-Johann-Albrecht-Straße zwischen Bismarck- und Herzog-Wilhelm-Straße. Pferdefuß: der alte Baumbestand muss weichen. Schöne Allee passé. 1. Film

Eine solche Abholzaktion schlägt in Zeiten wie diesen verständlicherweise hohe Wellen. Es fallen im Harz gerade tausende Bäume um, vom Sturm getroffen, vom Borkenkäfer erledigt. Gemessen daran erscheinen dreißig mehr zwar wie ein Kollateralschaden, doch die Alleebäume werden Opfer einer Baumaßnahme. Das löst selbst großen Unmut aus, wenn es begründet ist. Es bleibt ein bedauerliches Faktum. Nicht nur ich hätte der alten Allee (Foto)den Gnadenstand von Herzen gegönnt.

Kleiner Trost: es sollen 12-14 Bäume neu gepflanzt werden. Eine Linde oder Ahorn von 3-4 Meter Höhe kostet mehrere tausend Euro. 50.000 Euro stehen zur Verfügung, das Land lehnt Zuschüsse dafür ab.

.1.Film (vor Abholzung).2. Fotos danach.3.GZ-Bericht.4.Lebensbaum.v.Rolf Lüer.

Erleuchtung

Nichts lässt die Erde mit größerer Sicherheit zur Hölle werden als der Versuch des Menschen, sie zu seinem Himmel zu machen.

Friedrich Hölderlin (1770-1843)

Rückzug

Nein, der Klimawandel ist nicht daran schuld, dass der SV Braunlage von 1921 im nächsten Jahr sein einhundertjähriges Bestehen wohl ohne eigene Fußballmannschaft feiern wird. Mangels einsatzbereiter Spieler blieb dem Verein zum 31.12.19 nichts anderes übrig, als mit sofortiger Wirkung die einzige Mannschaft im Stadtgebiet (Ortsteile Braunlage, Hohegeiß und St.Andreasberg) vom Spielbetrieb zurückzuziehen. Dabei umfasste der Kader zum Saisonstart im Sommer noch 23 Mann. Doch die Misere kündigte sich früh an. Dem Vernehmen nach war die Trainingsbeteiligung von Anfang an miserabel. So machte sich schnell Frust breit. Und ohne Schweiß kein Preis. Zudem sollen viele Akteure am Samstagnachmittag wohl lieber feucht-fröhlich die Live-Übertragung der Bundesliga verfolgt und infolge am Sonntag auch keine Lust auf das eigene Spiel verspürt haben. Insofern träfe SKY hier eine Mitschuld.

Falls jetzt Altvordere murren, früher sei alles besser gewesen: über mangelnde Trainingsbeteiligung wurde zu allen Zeiten geklagt. Ausgeprägter (und vielleicht auch besser) war seinerzeit sicher die Freude am gemeinsamen Feiern. Nach Abpfiff folgte im knallvollen Sportheim das gemütliche Zusammensein. Ein "Muss", das niemand freiwillig versäumen wollte, denn es stellte sozusagen die Belohnung für die erbrachte Leistung dar (selbst bei Niederlagen). Die heutige Spielergeneration tickt da völlig anders.

Wie geht's jetzt weiter? Wird der Ball im Oberharz jemals wieder rollen? Ist damit auch das Bestehen des Sportvereins gefährdet? Fakt ist: überall fehlt Nachwuchs - und Spielgemeinschaften stehen allein wegen der Fahrerei immer auf ganz dünnem Eis. Doch die Hoffnung stirbt zuletzt ...     kleiner Blick in die SVB-Historie klick

Aufgelesen: Irgendwas läuft schief oder?

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Ein Gedicht ...

Mehrmals präsentierte ich an dieser Stelle Frau Isa Wickenhagen, eine unterhaltsame Zeitzeugin aus Braunlage.

Mit ihren kurzweiligen und berührenden Schilderungen holt sie die Vergangenheit noch einmal zurück. Ob von Kindheit und Jugendtagen im Dritten Reich, von den Auswirkungen der Währungsreform oder ihren weihnachtlichen Erlebnissen in Amerika – Isa Wickenhagen versteht es, vergnüglich und einfühlsam, aber auch nachdenklich zu unterhalten.

Zuletzt beeindruckte mich ihre Erzählung von einer Begegnung im Schuhgeschäft ihres Vaters mit einem Kunden – nicht zuletzt deshalb, weil sie dazu ein längeres Gedicht vorträgt, auswendig und ausdrucksvoll.

Mit diesem Gedicht „bezahlte“ einst der Kunde die Besohlung seiner durchgelaufenen Schuhe. Ob dies als Anregung für die heutige, allzu materialistisch ausgerichtete Welt dienen könnte, vermag ich nicht zu sagen.

Als Beitrag für den Start ins Neue Jahr auf meiner Webseite finde ich es jedenfalls hervorragend geeignet ...

Alte Umweltsau?

Zwischen den Jahren sorgte ein altes Kinderlied für Schlagzeilen: "Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad". Der WDR dichtete den Text um und ließ den hauseigenen Kinderchor singen: "Meine Oma ist ne alte Umweltsau". Das brachte viele Omas auf die Palme. Meine rüstete sogar ihr altes Motorrad um. Klick Foto...

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Zuwächse

Seit 2007 unterhalte ich meine Webseite. Die Anzahl der Besucher stieg stetig - von 8.000 im ersten Jahr bis zu 80.000 in 2018. Der Zuwachs in 2019 übertraf jeoch alle meine Vorstellungen. Sage und schreibe

103.000 Besucher

schauten sich im letzten Jahr auf meinen Seiten um. Insgesamt machte es 1 Million 176 Tausend mal "klick".

Diese Zahlen erfreuen mich natürlich und ich bedanke mich bei allen Besuchern herzlich für ihr Interesse. Besonders bei jenen, die seit den Anfängen dabei sind und mir die Treue hielten.

GUTEN RUTSCH!

klick

Grenzöffnung 1989

Eine Dokumentation über die Grenzöffnung zwischen Elend und Braunlage in drei Teilen. Zu den Videos und mehr Information
klick bitte HIER

Beklemmend

Eule am Ural -Gedicht-.. . .-re Foto:Achtung!Nix für deutsche Kids

Als der Eiserne Vorhang fiel...

Am 9.November 1989 erklärt Günter Schabowski auf seiner legendären Pressekonferenz zur DDR-Reiseregelung, DDR-Bürger könnten „ohne Vorliegen von Voraussetzungen“ ihre Ausreise beantragen, Genehmigungen würden umgehend erteilt. Und er stellt auf Nachfrage fest: nach seiner Kenntnis gelte das ab sofort - unverzüglich! 

Was danach folgt, ist Geschichte. Kurz vor Mitternacht  drängen Tausende von DDR-Bürgern an der Bornholmer Straße in Berlin so massiv gegen die Befestigung des Grenzüberganges, bis die verantwortlichen Kommandanten völlig überfordert von der Wucht ihren Grenzsoldaten den Befehl erteilen, die Tore zu öffnen. Foto Damit fiel die Mauer, wird es später heißen.  

Aber nicht nur in Berlin, überall dort, wo Übergänge möglich waren, wurden sie entlang der ehemaligen Zonengrenze geschaffen. Im Harz war es am 11.+12.November soweit. Bis allerdings das Harzer Wahrzeichen bestiegen werden konnte, dauerte es noch bis zum 3.Dezember. Fast 30 Jahre hatte es geheißen, der Brocken sei der höchste Berg der Welt. "Keiner kommt hoch...". Jetzt folgten Momente des Glücks, als demonstrierende DDR-Bürger die Öffnung des Brockenplateaus erzwangen. Freie Bürger, freier Brocken. Wahnsinn, so damals der meist gebrauchte Begriff über die Ereignisse jener Tage.

Den historischen Moment, als der Schlagbaum endlich hochging und den Zugang freigab, hielt Axel Breustedt mit der Videokamera fest. Zum Film bitte Foto anklicken. Laufzeit 9:00 Minuten, 138 MB ----- (Empfehlung: Hansjörg Hörseljau "Der belagerte Berg" mit interessanten Fotos aus der Zeit von 1989-94)

Naturmythenpfad geht in den Winterschlaft

Der Pfad beginnt auf dem Kaiserweg rund 600 Meter hinter dem Sportplatzgelände Richtung Silberteich. Der Rundgang ist etwa 4 km lang. 10 Stationen laden zum Mitmachen oder einfach zum Innehalten und Besinnen ein. Jährlich zur Winterzeit werden einzelne Stationen abgebaut.

An zwei Stationen steht die Beziehung von Mensch und Wolf im Brennpunkt. Auf Tafeln wird eine Sage erzählt, die das bewegte Verhältnis zwischen Wolf und Mensch anschaulich schildert. Am Ende steht die Frage: verbindet uns mit dem Raubtier etwa mehr, als wir ahnen? Die Sage ist auch der rote Faden meines Videos über den Mythenweg. (für weitere Infos hier oder direkt zum Video bitte Foto anklicken)

Neuer Hotelkomplex eröffnet

Im Juli 2017 erfolgte der Spatenstich für das Lifestyle-Hotel "Echtzeit" auf dem ehemaligen und jahrzehntelang brach liegenden Tankstellengelände in der Elbingeröder Straße zwischen „Omas  Kaffeestube“ und dem "Restaurant Akropolis". Das Vier-Sterne-Garni-Hotel wurde mit einiger Verzögerung Mitte des Jahres baulich fertiggestellt und ist seit September in Betrieb - siehe Fotos!

Ende 2017 hatte ich hier einen Film vom Baufortschritt präsentiert, welcher auch historische Fotos von Vorbebauung und vormaliger Verwendung des Grundstücks zeigt. (bitte Foto anklicken)

Besondere Handwerksbetriebe verabschieden sich

Welche Gemeinsamkeit haben Kunstschmiedearbeiten und Glasgravuren? Sie gehören einer Handwerkskunst an, die ihren Zenit überschritten hat und vielleicht bald ganz der Vergangenheit angehört. Fast 70 Jahre lang erhielten in der Braunlager Firma Eiselt Gläser, Krüge, Pokale und andere Glasgegenstände vielfältige Gravuren. Der Familienbetrieb stellte selbst die Meister, so wie den jahrzehntelangen Werkstattleiter Wolfram Ames. In ihrer Kreativschmiede wurde das Glas kunstvoll veredelt - ihr guter Ruf reichte weit über den Ort hinaus und schaffte es sogar auf die Titelseite des Magazins "Spiegel". Der berühmteste Kunde war sicherlich Tankerkönig Onassis. Doch das Geschäft mit Glasgravuren lohne sich nicht mehr, teilten die letzten Inhaber, Tochter Susanne und Schwiegersohn Hubertus Finsterwalder, jetzt der Öffentlichkeit mit. Das Geschäft wurde zum 30.September 2019 geschlossen. Foto

Weniger zerbrechlich war das Material, aus dem der Kunstschmiedemeister Mai seine Handwerkskunst formte. Überall in Braunlage und Umgebung zeugen Tore, Gitter und Dekorationsgegenstände vom Schaffen an der Esse, der offenen Feuerstelle in seiner Werkstatt. Doch der Handwerksbetrieb schließt aus Altersgründen nun seine Pforten. Allerdings hofft der 80jährige Kunstschmied Siegfried Mai darauf, dass sein Sohn Michael eine kleine Schmiedewerkstatt eröffnet, in der er beim „schönsten Beruf der Welt“ noch ein wenig aushelfen könnte.

Mit der Schließung der beiden Betriebe verliert Braunlage den Platz für eine Handwerkskunst, die dem Zeitenwandel nicht oder nur in beschränkter Form standhalten konnte.

Wechsel im Rat

Nur selten berichte ich über politische Vorgänge in meinem Blog. Jeder hat das Recht auf Meinung, aber nicht jeder muss sie öffentlich machen, heißt meine Devise. In diesem Fall möchte ich jedoch zwei neue Ratsmitglieder im Rat der Stadt Braunlage willkommen heißen, weil ich mit ihnen persönlich zu tun habe bzw. hatte. Da wäre zunächst Willi Beyer zu nennen, der als Nachrücker jetzt die CDU verstärkt. Willi war 1981/82 während meiner ersten Trainertätigkeit für den Herrenbereich des SVB eisenharter Vorstopper in der ersten Mannschaftt, die in einer starken Kreisliga Vizemeister wurde. Für die Bürgerliste rückt vom 1.November 2019 an Stephen Buchholz in den Rat nach, ein guter Freund und seit Kindertagen bekennender MTS-Fan. Beide lernte ich als durchsetzungsstarke und aktive Menschen kennen. Ich wünsche ihnen bei ihrer Tätigkeit für die Stadt Braunlage Erfolg und ein glückliches Händchen.

Feststellungen

Immer wenn man die Meinung der Mehrheit teilt, ist es Zeit, sich zu besinnen. (Mark Twain)

Wirkliche Einsamkeit hat nicht etwas damit zu tun, wie allein man ist. (Charles Bukowski)

Wer will, der kann, und wer nicht kann, soll nicht wollen (Michail Genin)

Statt prähistorischer Kultstätte: Gipfelplateau jetzt mit Berg-Erlebnis

Lange Zeit wurde vermutet, dass die eigenartigen Steinanlagen auf dem Wurmberggipfel zu Relikten einer jahrtausendealte heidnischen Kultstätte gehörten. Eine aus unbehauenen Steinen gefügte Treppe, im Volksmund „Hexen- oder Heidentreppe“ genannt, führte in ihrer Verlängerung zu einem Terrassenfeld mit runden Steinhaufen. Diese vermeintlich keltische Kultanlage wurde bis zu Beginn des 21. Jahrhunderts von Fachleuten sehr intensiv erforscht (Foto). Doch am Ende fielen die archäologischen Ausgrabungen im kreisförmig eingezäunten Gelände ernüchternd aus:  Erwies sich eine quadratische Formation der Anlage doch nicht als Fundament eines vorgeschichtlichen Tempels, sondern einer von 1820 bis 1840 bestehenden Steinhütte, welche der berittene Oberförster Daubert dort angelegt hatte.  Er und seine Tochter waren für ihre ausschweifenden Gelage auf dem Berg bekannt, die jedoch von der Braunlager Bevölkerung in irrigem Aberglauben an die schauerliche Harzer Sagenwelt als atheistische Handlungen gedeutet und verbreitet wurden.

Dagegen wirkt die vor einiger Zeit entstandene Berg-Erlebniswelt realistisch und unverfänglich. Sie wartet neben dem neu erstellten Aussichtsturm als spannende Attraktion mit hohem Unterhaltungswert auf.  Mittelpunkt der Anlage ist der sogenannte Schnei-See mit max. 42.000 m3 nutzbarer Wassermenge. Dieser wird gespeist durch das hochgepumpte Wasser der Bode und sorgt im Winter für ausreichend Schnee mittels Schneekanonen. In den übrigen Jahreszeiten genießen insbesondere Kinder das kleine Spieleparadies mit Booten und Klettermöglichkeiten.

Neues Wahrzeichen auf dem Wurmberg eröffnet

Mit dem Abriss der Schanzenanlage 2014 wurde aus dem „oben ohne“ - Wurmberg ein Allerweltsberg. Das weithin sichtbare Wahrzeichen von Braunlage und dem Harz war wegen Einsturzgefahr abgerissen worden. Sehr zum Bedauern nicht nur der Braunlager Bevölkerung. Denn eine Schanze auf dem höchsten Gipfel eines Bundeslandes war eine einmalige Konstellation.

 Ohne die Initiative von Karin Lauber, Tochter der ehemaligen Wurmbergbauden-Betreiber Oskar und Ursula Wesche, wäre der Berg wohl für alle Zeiten ohne prägende Silhouette geblieben. Im Andenken an ihre Eltern hatte sich Frau Lauber jedoch zur Aufgabe gemacht, wieder einen Turm zu erstellen. Kein einfaches Unterfangen, wie sich jeder angesichts von zu erwartenden behördlichen Auflagen und Vorschriften vorstellen kann. Doch die Investorin ließ sich nicht beirren – und am 5.September 2019 war es nach 13 Monaten Bauzeit so weit: die Einweihung des neuen Aussichtsturmes konnte erfolgen. Mehr als eine Million Euro hatte das Unterfangen am Ende verschlungen...

 Der Turm ist 32 Meter hoch, die Aussichtsplattform erreicht eine Höhe von 1.000 Meter über NN. Gegen Entrichtung eines Eintrittspreises von € 5 können die Gäste über 162 Treppen oder bequem per Fahrstuhl in lichter Höhe die Rundumsicht genießen, Ausstellungen über die Geschichte des Wurmbergs ansehen – und anschließend eine Rutschpartie erleben: Eine Edelstahlröhre schlängelt sich außen in einer Höhe von 12m um den Turm und verspricht eine aufregende Abwärtsfahrt. Zum Video bitte Foto anklicken --- HD-Video - Lfzt. 5:35 Min.

c/Haitzinger

Horst Haitzinger ist der wohl bedeutendste Karikaturist Deutschlands. 1939 in Österreich geboren, studierte er zunächst Gebrauchsgrafik in Linz und danach Malerei in München. Seit Abschluss seines Studiums ist Haitzinger freiberuflich als Karikaturist für viele bekannte Zeitungen und Zeitschriften tätig.

Weniger bekannt ist hingegen, dass der Künstler sich schon in jungen Jahren mit der Ölmalerei beschäftigte. Seine Werke zeichnen sich durch utopische Stimmungen zwischen Idyll und Abgrund in einer beeindruckenden Fantasiewelt aus. Haitzingers Gemälde sind bis heute unverkäuflich, werden aber künftig in Ausstellungen präsentiert.

In meinem HD-Video (bitte Foto anklicken) habe ich einige seiner Arbeiten versammelt und mit der atmosphärischen Musik von Freund Rolf unterlegt. Lfzt: 2:30 Min.

Gesammelte Werke...

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bitte Fotos anklicken

Ein Koffer auf Sightseeing-Tour

Jägerlatein (eine Erzählung)

Baumwipfelpfad Bad Harzburg

ÜBER ALLEN GIPFELN IST RUH' .... damit hat es jetzt ein Ende, sagten sich die Event-Gestalter im Kurort Bad Harzburg 2015 und schufen im Kalten Tal einen Baumwipfelpfad. Die Daten: die gesamte Weglänge beträgt 1000 m, die Aussichtsplattform an der Eingangskrone erreicht 26 Meter Höhe, der Einstiegsturm sogar 30 Meter. Hoch und weit hinaus also - und damit viermal länger und zweimal höher als der erste eingerichtete Holzsteg durch die Baumkronen im Pfälzerwald bei Fischbach von 2003.

Unter der Baumwipfelpfad-Anlage befinden sich ein Märchenwald und ein „Skyrope-Park“, sprich Hochseilgarten. Für reichlich Abwechslung ist also gesorgt. Daneben bieten verschiedene Verpflegungsstationen Abhilfe gegen den großen und kleinen Hunger an.

Parkplätze gibt es direkt neben der Burgbergseilbahn-Talstation oder am Ortsausgang an der B4 etwa 1km entfernt. Karte KLICK

Vom Borkenkäfer und anderen Widrigkeiten

Morgens in Braunlage - es gießt in Strömen. Auf dem Weg zum Bäcker begegne ich einer Kolonne Borkenkäfer. Na, frage ich, auf dem Weg zur Zerstörung? – Wir geben uns größte Mühe, antwortet der Truppführer. Heute marschieren wir zum Wurmberg. - Aber es regnet doch, ist Nässe nicht euer größter Feind? – Die gesamte Kolonne bricht in höhnisches Gelächter aus, bis der Truppführer sie mit strengem Blick und steil aufgestellten Fühlern stoppt. Hör mal, wendet er sich an mich, wir Borkenkäfer gestalten den Harz der Zukunft. Die Rahmenbedingungen dafür sind prächtig, so gut wie zuletzt um 1800. Das bisschen Regen hindert nicht. Die Fichten bräuchten die dreifache Menge, damit sie genügend Harz produzieren können, um uns nachhaltig abzuwehren.

Ich höre staunend zu, während die Kolonne ungeduldig mit den Füßen scharrt. Der Kipppunkt ist längst erreicht, fährt der Oberkäfer fort. Ihr Harzer könnt nur noch zuschauen, wie eure Bäume verdorren und absterben. So, wir müssen weiter! Reichlich zu tun!, ruft er mir zum Abschied zu und trippelt der Kolonne voran.

Zu wenig Wasser?, geht mir durch den Kopf. In Braunlage? Der Ort wurde erst kürzlich und wiederholt zum niederschlagsreichsten Platz in Niedersachen gekürt. Das müsste doch reichen, um ein paar Käfer zu ersäufen! Doch als ich das Wasserrad am Hapimag sehe, kommen mir Zweifel: wegen Wassermangel im Mühlenbach dreht es sich nicht mehr. Die Schaufeln, eben dank privater Spenden erneuert, stehen in einem Rinnsal und gammeln wie die Vorgänger vor sich hin.

In einem Film aus meinem Archiv betrachte ich wehmütig, wie sich das Wasserrad früher drehte. FILM 1 - Ich sinniere vor mich hin, wie man den Regen zu wirklich ausreichendem Erscheinen verlocken könnte. Vielleicht mit einem grandiosen Feuerwerk empfangen, wie es die Menschen in einem südlichen Land tun? FILM 2 -Man könnte auch, wie auf einer deutschen Insel gesehen, ihm zu Ehren ein Denkmal setzen, aus Freude darüber, dass der Himmel seine Pforten öffnet. FILM 3-

..1...2...3.

50 Jahre Mythos Woodstock

Wenn von Woodstock die Rede ist, wissen nicht nur Rockfans in aller Welt, was gemeint ist. Der Name steht für ein unvergessliches und einzigartiges Ereignis. Dabei fand das Musikfestival nicht einmal an dem Ort statt, dessen Namen es trägt, sondern im 70km entfernten Bethel auf dem Gelände des Farmers Max Yasgur.

Was machte ausgerechnet Woodstock zum Faszinosum? Vor dem Hintergrund des verheerenden Vietnamkrieges pilgerterten wie nie zuvor in der Geschichte der Populärmusik fast eine halbe Million von musikbegeisterten jungen Leute in schier endlosen Kolonnen zum Veranstaltungsort. Sie trotzten schlechtem Wetter, Versorgungsengpässen und fehlenden sanitären Anlagen. Drei Tage lang feierten sie ein friedliches Miteinander - bei einer solchen Menschenansammlung fast ein Wunder. Nur den Veranstaltern trieb der unerwartete Andrang den Angstschweiß auf die Stirn. Zunächst waren sie hoffnungslos überfordert, doch ihr Durchhaltewille begründete am Ende den Mythos. Für die legendäre Popularisierung des Love-and-Peace-Festival sorgte meiner Meinung nach jedoch der Film des Regisseurs Michael Wadleigh. Sein Streifen erhielt 1971 den Oscar für den besten Dokumentarfilm. 

An Pfingsten 1971 fand auch im Harz ein prägendes Rockfestival statt. An der Kalkrösecke in Langelsheim am Nordrand des Harzes startete das größte Open Air Festival, das in unserer Region jemals durchgeführt wurde (leider blieb es auch das letzte). Veranstalter war Werner „Wenne“ Liebig - Besitzer des über den Harz hinaus bekannten „Beatclubs“.  

Insgesamt hatten sich 30.000 Rockfans eingefunden, um ihr eigenes „Woodstock“ zu zelebrieren. Ich war dabei, gemeinsam mit meinen Freunden Udo und Mathe. Klick Uns umgab das Flair der friedlichen bunten Blumenkinder. Ich erinnere mich, dass es ungewöhnlich geregelt zuging, ohne dass jemand eine Ordnung vorschrieb. Viele Geschäfte in Langelsheim hatten trotz der Feiertage geöffnet. Schon frühmorgens bildeten sich lange Schlangen in den Kolonialabteilungen. Die gebotene Musik war großartig! Neben deutschen Spitzenbands wie Frumpy, Eloy, Can oder Scorpions erlebten wir auch viele Topacts: Steamhammer, Spooky Tooth, Status Quo, Ashton, Gardner & Dyke, Family und allen voran - zumindest für mich - Colosseum!

Unser Harzer Woodstock - unvergessen bis zum heutigen Tage. 

V_e_n_e_d_i_g

Seit Jahrhunderten gilt Venedig vielen Menschen als Sehnsuchtsort – literarisch gerühmt, in zahlreichen Filmen und noch zahlreicheren Fotos verewigt. Auf etwa 100 Inseln und Millionen von Holzpfählen wurde die Lagunenstadt erbaut und mit etwa 400 Brücken verbunden. Private Motorboote und Busboote, sog. „Vaporettos“, sogar Polizei und Feuerwehr pflügen flott durch die über 150 großen und kleinen Wasserstraßen. Von den weltberühmten schwarzglänzenden Gondeln mit singenden Gondolieres samt Ringelhemd und Strohhut gibt es auch noch etliche Hundert.

Langsam droht die „Serenissima“, wie Venedig respektvoll von den Einheimischen genannt wird, im nie versiegenden Ansturm ihrer Bewunderer zu versinken. 30 Millionen Besucher jährlich, das geht an die Substanz. Dennoch erlebte ich Venedig als lebensfrohe Mittelmeer-Metropole, in heiterer und gelassener Stimmung und mit Menschen, die durchaus die vielen zahlenden Touristen auch zu schätzen wissen.

Während einer Gondelfahrt durch enge Wassergässchen und auf dem Canale Grande konnte ich ein wenig den sprichwörtlichen morbiden Charme von Venezia spüren und auf mich wirken lassen.

Stigmatisierung

Urlaubszeit ist Reisezeit, und auch die deutsche Bevölkerung zeigt sich reisefreudig und urlaubt an mehr oder weniger fernen Orten. Nur: wie kommt man dorthin in Zeiten des Klimawandels, ohne diesbezüglich allzu großen Schaden anzurichten? Einzig hilfreich für unser Klima wäre nur die Fortbewegung per pedes. Schon mit dem umweltfreundlich geltenden Fahrrad würde man durch Bremsabrieb Feinstaub produzieren, ganz abgesehen vom vermehrten CO2-Ausstoß des Fahrers. Das Auto ist genauso bedenklich. Schlimm ist das Flugzeug, aber was anscheinend gar nicht geht sind Kreuzfahrtschiffe.

In einem TV-Bericht wurden die Schiffe unlängst unter Anklage gestellt. Tenor: allesamt Dreckschleudern und Klimakiller Nr.1. Im Social Media Netz machten daraufhin Posts die Runde, die auch die Reisenden nicht verschonen: Noch nix vom Klimawandel gehört, Kreuzfahrer?

Auf Umweltsünden hinzuweisen, kann durchaus helfen, sie künftig zu vermeiden. Und Kreuzfahrtschiffe sind alles andere als umweltschonend. Doch Kreuzfahrt- Reisende in diesem anklagenden Duktus gleich mit zu stigmatisieren, halte ich für sehr bedenklich. Wer ist in Sachen "Umweltbelastung" schon frei von Schuld? Daher sollte sich zunächst jeder selber fragen, wie viel hunderttausende von Flugmeilen und Autokilometer er in seinem Leben schon zurückgelegt hat, ehe er solche Posts mit dem "Daumen hoch" weiterleitet. Das jetzt mit Unwissenheit abzutun wäre zumindest grenzwertig: das Baumsterben im Zusammenhang mit Treibhausgasen wurde beispielsweise schon vor 40 Jahren thematisiert.

Frauenpower und alternative Lebensform

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MTS-Film

Zur hohen Zeit des harmlos-heiteren Blödsinns in den 70ern drehten wir mit unserem Hörspielverein "MTS" auch kleine Filmchen ohne tiefgründige Anliegen - einfach nur so zur gefälligen Unterhaltung und Belustigung. Gedreht wurde im Super 8mm Format mit nachträglicher Vertonung. Die heutige Technik bietet diesbezüglich ganz andere Möglichkeiten. Und so verpasste ich dem hier vorliegenden Film von 1974 eine etwas aufwendigere Kommentierung.

Die Handlung spielt um 1870: eine Gruppe unzufriedener Braunläger Außenseiter etabliert in der ortsnahen Kollie eine ungewöhnliche Lebensform. -- HD-Video Lfzt. 20.Min. - 600 MB - bitte Foto anklicken...

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Schierker Feuerstein Arena

Mit der "Schierker Feuerstein Arena" verfügt der Nachbar von Braunlage nun ebenfalls über eine multifunktionale, ganzjährig nutzbare Veranstaltungsarena. Ein besonderer Hingucker ist aus meiner Sicht die spektakuläre, futuristische Dach-Architektur. Die Eröffnung nach Umbau erfolgte 2016. Von der denkmalgeschützten Anlage ist einzig der ehemalige Schiedsrichterturm verblieben. Auf der einstigen Natureisfläche wurde seit 1910 Eishockey gespielt.

Die Nutzung der Freizeitanlage ist ganzjährig, auch kulturelle Veranstaltungen werden angeboten. Überdacht ist jedoch nur die sportlich nutzbare Fläche, die Tribüne nicht. Geparkt werden kann in unmittelbarer Nähe der Arena im Parkhaus Am Winterbergtor, das 715 Autos Platz bietet. bitte Foto anklicken HD-Video Lfzt. 3:10 Min.

Hingegen ist der Fortbestand des Braunlager Eishockeys schwer gefährdet. Rund 200.000 Euro Verbindlichkeiten drücken die "Harzer Falken". Damit am 12. Juli vor dem Insolvenzgericht eine Besserstellung der Gläubiger im Vergleich zu einer reinen Abwicklung erreicht werden kann, wurde vom Förderverein die Aktion "Bergretter" initiiert. Spendenziel waren € 40.000, erreicht sind bisher wohl rund € 11.000.

Weisheit aus der Antike

Wer die Welt bewegen will, sollte sich erst selbst bewegen! (Sokrates 469-399 v Chr)

...sagte ich am 14.3.19 in Hamburg spontan zu zwei Demonstranten der "Fridays for future" Bewegung, als sie mit Coffee-To-Go Wegwerfbechern an mir vorbeiliefen. Ein vorbildliches Verhalten beobachtete ich bei McDonalds. Der jugendliche Kunde hatte für seinen Kaffee einen wiederbenutzbaren Becher mitgebracht. Zu seinem Ärger konnte die Fachkraft den Rabatt nicht verbuchen ... kommt wohl zu selten vor, obwohl schon 2017 eingeführt.

Heimatfilmer Achim Winkel

Braunlage mit den Augen eines Amateurfilmers - Joachim (Achim) Winkel schuf in den 70er Jahren herausragende Filme über seine Heimatstadt und ihre Umgebung. Seine Dokumentationen wurden regelmäßig im Kinosaal des Kurhauses aufgeführt. So erfreuten sich Kurgäste und Einheimische an den beeindruckenden Aufnahmen vom Ort, von Flora und Fauna sowie von den Menschen und ihrem Wirken in Vereinen oder bei Veranstaltungen. Achim Winkel hatte einen ausgezeichnetem Blick für die Wirkung von Bildern entwickelt. Dazu kam eine schier unendliche Geduld, um faszinierende und farbenprächtige Aufnahmen von der heimischen Tier- und Pflanzenwelt zu allen Jahreszeiten in den „Kasten“ zu bekommen. 

Die Wiege des Filmers stand 1924 in Braunlage. Später zog die Familie nach Hasselfelde, wo Achim auch seine Schulzeit verbrachte. Im Anschluss erlernte er in Braunschweig den Kochberuf. Nach Krieg und Gefangenschaft bekam er zunächst eine Anstellung als Koch im hiesigen Krankenhaus. Danach ging er auf eine ausgedehnte berufliche Wanderschaft. Norderney, Montreux, Freiburg sowie das renommierte Hotel Mussmann in Hannover hießen einige seiner Stationen. Am Ende zog es ihn in den Harz zurück - und zwar als Küchenmeister in den Hahnenkleer Hof. FOTOS Dort lernte er 1958 auch seine spätere Ehefrau Lore kennen. Nach der Heirat erfüllten sie sich gemeinsam ihren Wunsch nach Selbstständigkeit und eröffneten 1961 mit Haus Sonnenhang ihre eigene Pension in Braunlage. Nach der Geburt des Sohnes Thomas kaufte sich Achim seine erste 8mm Filmkamera. Der stolze Papa wollte für die Dokumentation der schönsten Momente keine Fotokamera nutzen: „Der Film lebt“, so meinte er. Dabei entdeckte er sein Talent zum Filmen allgemein.

Im Jahre 2010 verstarb Achim Winkel 86jährig. Seine Filme seien ein einmaliges Zeitdokument, befand vor Jahren Museumsleiter Heinz-Jörg Fulst und initiierte eine Digitalisierung des Films "Braunlage im Herzen des Harzes". Um Näheres über das Entstehen und Drehen zu erfahren, bat ich Lore Winkel zu einem Interview vor meine Videokamera. Zu den Videos hier

Samba auf dem Lande

Im Rahmen der Kulturellen Landpartie im Wendland kam ich erstmals in den Genuss, eine Samba-Trommel-Band mit ihren lateinamerikanischen Rhythmen live in einem Konzert zu erleben. Alles andere als langweilig. Der energiegeladener Auftritt der überwiegend weiblichen Akteure von der Gruppe "Samba das Salinas" aus Lüneburg sorgte bei allen Zuschauern für großes Vergnügen. Ich filmte einen Teil ihrer Bühnenshow. Wer sich ein Bild davon machen möchte, kommt mit einem KLICK zum HD-Video. - Lfzt. 20.Min.- 600MB

Bademeister

In vielen Berufen geht der Nachwuchs aus. Ob in der Gastronomie, im Handwerk, im Einzelhandel, in der Pflege und Krankenbetreuung oder bei Polizei, Feuerwehr und Ehrenamt - allüberall fehlt potentieller Nachwuchs oder ist rar.

Blick zurück. Abitur für alle, hieß einst das Motto aus Gründen der Bildungsgerechtigkeit. Übertriebener Akademisierungswahn wird es heute genannt. Wenn alle das Abitur haben, hat es am Ende keiner. Und weil nicht jeder Lernende über die gebotene Lernfähigkeit verfügt, leidet zwangsläufig das Unterrichtsniveau. Zur Lösung dieses Problems wurden im Laufe der Zeit die Leistungsanforderungen an die Leistungsstärke der Schüler angepasst. Das wiederum führte zu vermehrten Klagen seitens der Universitäten: viele Studenten müssten vor Aufnahme des Studiums erstmal mit Sonderkursen fit gemacht werden. Nach erfolgreichem Abschluss stellt sich die nächste Frage: wohin mit der Schwemme von Akademikern? Wieviele adäquate Arbeitsplätze stehen zur Verfügung vor dem Hintergrund aufkommender künstlicher Intelligenz? Doch noch heute erliegen viele Eltern dem Irrglauben, nur ein Studium eröffne gute Zukunftsperspektiven.

Hingegen fehlt in vielen, vor allem sozialen Berufsfeldern der Nachwuchs. Schüler, die ohne Bildungsoffensive vielleicht "nur" einen "mittleren" Abschluss gemacht hätten, wären in der Lage, diese Lücke zu schließen - ohne damit ein mittelmäßiger Mensch zu sein. Die Auswirkungen dieser falschen Ansätze sind bereits spürbar.

So ist es nicht weiter verwunderlich, dass inzwischen auch ein Mangel an ausgebildeten Bademeistern besteht, wie dieser Tage zu lesen war. 2500 Stellen seien in Deutschland unbesetzt. Als Gründe wurden fehlende Wertigkeit und unattraktive Arbeitsbedingungen genannt. Wie jetzt, frage ich mich, fehlende Wertigkeit? Und erinnere mich an meine Jugend zurück. Ein Bademeister in den 50er, 60er Jahren genoss allein durch seine körperliche Präsenz - athletisch gestählt, nahtlos gebräunt - das uneingeschränkte Wohlwollen nicht nur der weiblichen Badegäste. Zugegeben, heute ist seine Erscheinung eher farblos. Meist unauffällig und unbeachtet trottet er um das Becken. Einzig wenn Badende etwas zu bemängeln haben, wird er heran zitiert. Doch ohne qualifizierten Bademeister ist das Schwimmen in deutschen Schwimmbädern nicht erlaubt. Woher die Fachkräfte aber nehmen? Gottlob macht Not erfinderisch. So gehen in ersten Badeanstalten nur noch Mitglieder aus eigens dafür gegründeten Vereinen baden, wohl aus rechtlichen Gründen. Die Badeaufsicht übernimmt ein Vereinsmitglied. Als Qualifikation reicht vermutlich das Seepferdchen. Man stelle sich eine solche Lösung für den gastronomischen Bereich vor. Der 1.Vorsitzende steht in der Küche, der Stellvertreter hinter der Theke und der Schatzmeister serviert und kassiert - die Mitglieder fungieren als zahlende Gäste. Vorteil hier wie da: das Meckern entfällt zugunsten Dankbarkeit, dass der Laden überhaupt geöffnet hat.

Franz Grillparzer:

Das sind die Starken, die unter Tränen lachen, eigene Sorgen verbergen und andere glücklich machen.

Beobachtungen

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Video-Beobachtungen

1.-Fotoausstellung im Rahmen der Kulturellen Landpartie Wendland--Video 3:40 Min-

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2. TRANSPORT--Früher/Heute ----- Video 63 Sekunden

Fotografie und mehr

Die Treffen mit meinem alten Freund Udo Toetzke fallen immer besonders aus. Häufig finden sie in Hamburg statt, und Udos Begeisterung für „seine“ Stadt färbt dann auch auf mich ab. Er kennt sich bestens aus und führt mich an sehenswerte Orte mit speziellem Flair. Meistens beginnen wir unsere „Tour“ mit einer Portion Kultur – diesmal war es die interessante Fotoausstellung "New Age" in den Deichtorhallen: Für Fotos klick  Natürlich regte die kunstvolle Atmosphäre danach zu intensiven Gesprächen und kreativen Fantasien an. Siehe Fotos klick

Udo bildet zusammen mit seinem Partner Stefan Mohr das Team MOTO, das sich in der Fotografie durch hohen Qualitätsanspruch auszeichnet. Ihren Schwerpunkt sehen sie in der "street photography". Für mehr Info siehe www.bildsetzer.de

Ihre gemeinsamen Fotos sind auch immer wieder auf Ausstellungen zu sehen. Der nächste Termin steht für Ende Mai an. Bis zum 9.Juni werden unter dem geheimnisvollen Titel „Das Auge hört mit“ im Rahmen der „Kulturellen Landpartie“ im Wendland knapp 80 Musikerporträts vor allem aus den Genres Pop, Blues und Jazz gezeigt. Der Ort des Geschehens ist die „Kathedrale“, eine große Scheune des Kulturzentrums Neritz 10 bei Wustrow. Für Vorschaufotos und mehr Details klick

Viel gelacht

Theatervorstellung in der sogenannten Provinz. Interaktives Abo-Publikum. Nicht immer frei von unbeabsichtiger Komik. Doch das sorgt manchmal erst für richtig gute Unterhaltung. Bitte Foto anklicken ...

Siebenmal

In vielen Kulturen steht die 7 für eine Glückszahl, in anderen bedeutet sie Unglück. Beim Braunlager Eishockey-Oberligisten Harzer Falken helfen selbst Siebengescheite nicht mehr weiter. Viel mehr wären inzwischen sieben Weltwunder nötig, um den Spielbetrieb fortsetzen zu können. Einmal mehr führte die Nichtbeachtung der wichtigsten aller sieben Tugenden zum Exitus: gib nicht mehr Geld aus als du hast! Wenn bestehende Gläubigerforderungen nicht mehr bezahlt werden können, bleibt nur der Weg zum Insolvenzverwalter. Und das ist im Braunlager Eishockey bereits zum siebten Mal der Fall. Die meisten Spieler haben ihre Siebensachen schon gepackt und suchen neue Vereine.

Den Protagonisten und Verantwortlichen der sieben Pleiten in der 35jährigen bewegten Geschichte des hiesigen Eishockeys seit der Trennung vom WSV kann man sicher nicht genügend Leidenschaft, Zähigkeit und Einsatz absprechen. Leider standen am Ende alle vor derselben schmerzlichen Erkenntnis: semi-professionelles Eishockey hat im Oberharz kein tragendes Fundament. Spieler einzukaufen kostet  - woher die dafür benötigten Mittel dauerhaft nehmen, wenn finanzstarke Gönner und Mäzene im Umfeld fehlen? Ferner führt der stete Einwohnerschwund schon quantitativ dazu, dass nur unzureichend einheimische Nachwuchsspieler die Basis stellen. Jetzt soll ein Neubeginn in der Amateur-Regionalliga versucht werden. 

Und ich hoffe, es gelingt, denn sonst verbleiben am Ende nur eine wunderbare Broschüre über das Harzer Eishockey von Heinz-Jörg Fulst und zwei kultige Hörspiele vom Mülltonnensender mit einer hellseherischen Aussage:

„Der Aufstieg könnte unser Untergang sein...!“ 

Gruseliges im Schweizer Rundfunk

Im Schweizer Rundfunk gibt es seit 1975 ein Sendeformat, das inzwischen Kultstatus erreicht hat: die Krimi-Kurzhörspiele unter dem schrulligen Titel „Schreckmümpfeli“ (Foto: Quelle SRF). Jede Woche am Montag quietscht beim SRF 1 zu später Stunde bei einer eingefleischten Fangemeinde eine singende Säge das Brahms’sche Wiegenlied als Erkennungsmelodie und kündigt eine weitere Folge von teuflischen, gruseligen und abstrusen Geschichten an. Der Phantasie der Autoren sind kaum Grenzen gesetzt, und so starten ohne falsche Rücksicht auf moralische Zwänge oder „political correctness“ die kultigen, ironischen und fiesen Kurzkrimis in den Äther.

Seit Ostermontag, 22.4. 2019 kann ich mich auch zum erlauchten Kreis der internationalen Autoren zählen, die für das „Schreckmümpfeli“ tätig sein dürfen. Titel meines ersten Krimis:

 „Der Abendspaziergang“

Inhaltsangabe: Ein Ehepaar trifft auf seinem abendlichen Spaziergang scheinbar zufällig auf einen Mann.
Das Aufeinandertreffen wird zur schicksalhaften Begegnung, denn alle drei haben einen Plan...klick

Der Empfang des SRF 1 ist hierzulande nur über Internet möglich. www.srf.ch GZ vom 20.4.19 klick

Pessimismus

Früher war alles besser. Die Natur unberührt, das Essen gesünder - und die Menschen starben mit 35. Heute überschreiten die Meisten locker die 80, hocken gut situiert in ihren Seniorenresidenzen und schimpfen auf Umweltverschmutzung und Pharmaindustrie. 

Oder Leute wie mein Nachbar und ich räsonieren, dass Autobahnen mit Baustellen übersät, Züge unpünktlich und die Flughäfen überlastet sind. Da wirste automatisch zum Misanthropen, sagt mein gebildeter Freund Rolf.

Frohe Ostern

Schmugglertreffen am Kaffeehorst

Nach 1945 waren die Auswirkungen der zunehmenden Spannungen zwischen den Besatzungsmächten auch im Harz spürbar. Die Einteilung in britische und russische Zone kappte die Verbindungen zwischen Ortschaften wie Braunlage und Schierke. Das trennte nicht nur die Gemeinden, sondern auch deren Bewohner, von denen viele miteinander verwandt waren. Um zueinander zu kommen, mussten sie jetzt eine Grenze überschreiten. Zwar war diese noch „grün“, also unbefestigt, doch im Osten wurden Übergänge in den Westen bereits als "Verbotene Wege" bezeichnet und die Gegend kontrolliert. Der allgemeine Mangel führte zum Schmuggel. Unerschrockene tauschten fehlende Lebensmittel aus dem Westen gegen überlebenswichtigen Schnaps aus dem Osten. Nach der Zweistaatengründung 1949 wurden die Grenzanlagen ausgebaut und das bis dato florierende Schmugglertum kam zum Erliegen.

Seit der Wiedervereinigung 1990 treffen sich jährlich die Mitglieder der Harzklubs aus Schierke und Braunlage mit Gästen, um an spannende Schmugglerabenteuer zu erinnern. Damit das Treffen an historischer Stelle trockenen Fußes stattfinden konnte, wurde die damalige Wegstrecke mit einem Brückenschlag über die Bremke am Kaffeehorst in zusammenschweißender Gemeinschaftsarbeit reaktiviert klick. Höhepunkt jeder Veranstaltung am jeweils ersten April-Sonntag ist der Austausch von Braunläger Rollmops gegen Schierker Kräuterschnaps durch die Vorsitzenden der beiden Zweigvereine.

Das 25jährige Jubiläum 2015 besuchte ich mit der Videokamera. Klick

Ostpreußische Spezialitäten, meine Oma und ihre Schwester

Neulich besuchte ich mit einer Bekannten ein Restaurant mit ostpreussischen Spezialitäten. Erinnerungen nehmen oft kuriose Wege, und so erwachte beim Blick auf die Speisekarte eine Kindheitserinnerung: die Schwester meiner Oma lebte einst im ostpreussischen Königsberg. Ihr Mann unterhielt dort ein Malergeschäft. Nach dem Krieg mussten die deutschen Einwohner bekanntlich ihre Heimat und ihren Besitz aufgeben und die seinerzeit deutsche und heute russische Enklave verlassen. Die Schwester und ihr Mann bauten sich später in Scharbeutz an der Ostsee eine neue Existenz auf. Einmal nahm mich meine Oma dorthin mit. Wir saßen in der kleinen gemütlichen Wohnküche und bei einer ostpreußischen Spezialität lauschte ich den Erinnerungen der beiden Frauen. Ein Thema war die Gastfreundschaft der Ostpreussen, die wohl sprichwörtlich gewesen sein muss. Originalzitat: "Wo vale äte, wart ook noch eener satt."

Zurück zu unserem Restaurant. Wir studierten die Speisekarte mit den original ostpreußischen Gerichten - jedes mit einer kleinen Erläuterung versehen über Entstehung und Zubereitung. Die berühmten Königsberger Klopse, die leckere Sülze mit Mostrich und Bratkartoffeln, der gehaltvolle Schmandhering, die Flinsen … (Foto1) die Erinnerung an die Düfte und den Geschmack aus Kindertagen liessen mir bereits das Wasser im Mund zusammen laufen und riefen mir die kleinen Geschichten meiner Oma und ihrer Schwester ins Gedächtnis: von den Pferdegespannen, den hilfsbereiten Nachbarn aus der Straße, vom Malerbetrieb - eben von jenen Dingen, welche durch Krieg und Vertreibung schmerzlich zurückgelassen werden mussten. Die Familie hatte übrigens in Königsberg bis zuletzt ausgeharrt - und sich nach Besetzung durch die Russen im April 1945 bis zum Kriegsende sechs Wochen lang mit Hustensaft aus einer benachbarten verlassenen Apotheke „ernährt“. Der Zucker im Medikament rettete ihnen das Leben.

Ich erzählte meiner Bekannten diese kleinen Geschichten, bis unser Essen aufgetischt wurde: die Klopse in der Kapernsoße schmeckten gut, aber natürlich schmeckten mir in meiner Erinerung die selbst gemachten Klopse nach dem „Geheimrezept“ von Omas Schwester damals besser…

Und dann berichtete ich versonnen, wie sehr mir meine Oma teuer und lieb war und dass sie für mich stets als Respektsperson, lebenserfahrene Dame und Vorbild gedient hat. Sie betrieb nach dem allzu frühen Tod meines Opas allein einen Blumenladen in Braunlage. (Foto2) In jener Zeit der 50+60er Jahre waren Omas noch geschlechtsneutrale Wesen, bieder und praktisch gekleidet, verbunden mit dem Geruchsgemisch von frischem Apfelkuchen und Kernseife, allenfalls an Feiertagen mit einem Spritzer Eau de Cologne aufgepeppt. Dagegen steigen heutzutage die modernen Omas schwungvoll von ihrem Rennrad, schwitzen im Fitness-Studio „Only for Ladies“, lassen sich mit Hyaluron und Botox behandeln und vom Schönheitschirurgen generalüberholen. Lohn der Mühe: beim Ausflug mit den Enkelkindern gehen sie problemlos als deren Mama durch. Und doch: früher wie heute sind sie wichtig, die Großmütter, für die Enkelkinder, deren Erinnerungen, Gerüche und Erinnerungen an Kindheitstage.

Anmerkung: Meine Begleiterin ist selbst Dreifach-Oma. Wertfrei stellte sie im Vergleich fest: „Früher lebten Omas oft allein, weil ihre Männer im Krieg geblieben sind. Heute leben sie allein, weil sie sich von ihren Männern getrennt haben.“

Kasperle für Alte

In der Hamburger Morgenpost war am 24. März als Titelaufmacher zu lesen, dass die Polizei bundesweit mit Kasper-Puppen alten Leuten (ab welchem Alter ist man eigentlich ein Alter?) vor Gefahren im Straßenverkehr warnen möchte. Wem fällt so ein Schwachsinn ein und mit welchem Ziel? Senioren, die ihr Leben lang Straßen und Wege nutzen, auf dieselbe Stufe zu stellen wie kleine Kinder, die erst mit deren Nutzung zurecht kommen müssen, ist schon ein starkes Stück, selbst wenn eine gute Absicht dahinter steht. Nebenbei: dem bewährten Verkehrskasper geht es ja an den Kragen. Und das aufgrund fehlernder Kapazitäten bei vielen einschlägigen Bühnen, die früher auf spielerische Weise für die Kinderverkehrserziehung sorgten. Da kann man ihn jetzt wohl gut den Alten und Senilen anbieten. Oder geht es nur darum, Kasperltheater zu spielen, um auf Teufel und Großmutter komm raus Kreativität aufzuzeigen? Tri Tra Trallala ....

Interessantes aus der Fußballwelt

"Da hat jemand ins Spiel eingegriffen, der nicht hätte eingreifen sollen.." Petrik Sander, Trainer von Budissa Bautzen über den Schiedsrichter nach dem Platzverweis eines seiner Spieler... Wofür ist der Schiri überhaupt da?

Vor dem Spiel Carl Zeiss Jena gegen KFC Uerdingen wurden die Jenaer Spieler nicht vom (offenbar dazu unfähigen) Trainer auf das Spiel heiß gemacht, sondern von einer Abordnung Fan-Ultras. In Höhe Mittellinie appelierten sie voller Leidenschaft an die Spieler ... Und da sage mir einer, der Fußball hätte in heutiger Zeit keine Innovationen mehr zu bieten.

Nach der deutlichen Niederlage seines Teams begann Trainer Torsten Fink von Austria Wien sein Statement gegenüber dem Reporter vom ORF im Brustton der Überzeugung mit der Feststellung: Wir waren heute die bessere Mannschaft! Nach der Analyse des Reporters und dessen ungläubiger Nachfrage, die Austria hätte doch 0:2 verloren und eigentlich müsse er froh sein, dass die Niederlage aufgrund der mangelnden Chancenverwertung des Gegners nicht höher ausgefallen sei, blieb er hartnäckig dabei: Wir waren die Besseren! Und gab dem Reporter die Empfehlung: er solle lieber Skilaufen kommentieren, vom Fußball hätte er keine Ahnung! - Unterhaltsam!

Hipgnosis

Hipgnosis war eine britische Grafikdesign-Agentur in den Jahren 1968-1985 mit Sitz in London. Die beiden Chefdesigner  Aubrey Powell und Storm Thorgerson erstellten an die Hundert Schallplattencover für angesagte Bands wie Pink Floyd, Led Zeppelin, Genesis, Peter Gabriel, AC/DC u.a.m. Sie schrieben damit Musikgeschichte, denn jeder Rockfan hatte diese kunstvollen LP-Hüllen in der Hand, bevor er die Platte auflegte. Mit skurrilem Humor und Doppeldeutigkeiten entwickelten sich die meist surrealistisch inszenierten Fotografien und Collagen zur eigenen Kunstform als innovative Gestaltung von Rock- Alben.

Gegründet wurde Hipgnosis in den 60ern - und wie häufig kam ein Zufall zu Hilfe: die Designer kannten Syd Barrett und Roger Waters von der Band Pink Floyd, die ein Cover für ihre neue LP brauchten. Es wurde ein Erfolgsmodell. Fortan mischten sie
die Rockwelt mit ihren Covern auf. Dabei ließen sie sich in ihrer Kreativtät auch von Surrealisten wie Dali und Bunuel inspieren. Die Entwürfe für die Plattencover waren klar als Kunst angelegt -  für die Plattenfirmen mitunter schwer zu ertragen, weil meist nicht mal der Name der Band oder der Albumtitel auf den sog. „non-covers“ stand! Die damalige Herstellungsweise erfolgte ohne Digitalisierung und Photoshop, mit ungewöhnlichen Bearbeitungstechniken oder gefährlichen Stunts wie beim berühmten brennenden Mann.

Heutzutage in Zeiten von „Me too“ und Kinderpornografie-Problematik wären etliche Motive schlicht unvorstellbar: nackte Kinder auf Felsen, entblößte Frauenbrüste mit Kaugummi – doch in den 70ern stand diese Kunst für Freiheit und Revolution.

In der Wanderausstellung „Daring to dream. 50 Jahre Hipgnosis“ gibt es eine sehenswerte Kollektion aus dem Bestand des Werkstatt-Archivs von Hipgnosis zu bewundern. Ich sah sie mir in Lüneburg an. Im Video sind einige Beispiele zu sehen. Lfzt. 3.Min., unterlegt mit der Musik von Sebastian und Rolf.

Feststellungen

Der Westen gewann die Welt nicht durch die Überlegenheit seiner Ideen, Werte oder Religion,
sondern eher durch die Anwendung organisierter Gewalt. Westliche Menschen vergessen das oft - die Anderen nicht.
Oliver Stone - Regisseur, Produzent und Autor

Ein kluger Mann lebt weder geistig noch finanziell über seine Verhältnisse.
Philip Stanhope - Staatsmann und Schriftsteller, (1694-1773)

Kleinode

----- -75---------Neulich im Westen Kurzvideo-

Wassergraben

In Braunlage wurde der erste künstliche Wassergraben um 1750 angelegt. Der Abzweig "Mühlengraben" wird aus der Bode gespeist und beginnt unterhalb des Eisstadions. Früher sorgte der Graben für den Betrieb der "Mahlmühle" auf dem Gelände der heutigen Neuen Mitte. Danach quert der Bach die Marktstraße und verbindet sich beim Cafe "Monis-Hexenhäuschen" (vormals Schlösschen) mit dem Schultalwasser, ehe das Gewässer vorbei am Hapimag-Resort an der Kolliebrücke zurück in die Bode fließt.

Ballett

Freund Rolf besuchte im Opernhaus Hannover das Ballett "Nevermore - ein Abend für Edgar A. Poe". Die Aufführung gefiel ihm derart gut, dass er seine Begeisterung überaus launig in einem Gedicht ausdrückte. Da er meine Vorliebe für seine Texte kennt, überließ er es mir zur Veröffentlichung an dieser Stelle. Danke dafür. klick - Zudem erhielt Rolf von Hildegard ein dickes Lob für sein Gedicht: "Ein sehr gelungenes Wortspiel.."

Luftfahrtmuseum Wernigerode

Das Luftfahrtmuseum wurde 1999 eröffnet. In vier Hallen auf einer Fläche von 6.000 qm sind restaurierte Exponate von Luftfahrzeugen und Ausrüstungsgegenstände von Piloten ausgestellt. Die Sammlung umfasst sowohl den zivilen wie den militärischen Bereich.

Dazu gibt es noch einen Automobilbereich, wo unter anderem Fahrzeuge von Rolls-Royce oder Jaguar zu sehen sind. Insgesamt können über 1000 Ausstellungsstücke bestaunt werden.

Mein Video vermittelt einen kleinen Ein- und Überblick. Lfzt. 6.Min

Mehr Infos unter https://www.luftfahrtmuseum-wernigerode.de/de/

Begeisterung auf dem Eisteich

Der Wintersport in Braunlage blickt auf eine lange Tradition zurück. Bereits 1934 fanden hier und in Schierke die Deutschen Winterkampfspiele statt. Zwei Jahre zuvor hatten einheimische Eishockeyfreunde den ersten Eishockeyverein gegründet. Gespielt wurde auf dem zugefrorenen Gondelteich - im Winter folgerichtig Eisteich genannt. Natürlich ist das Spiel von damals nicht mehr vergleichbar mit dem Eishockey in heutiger Zeit. Den damaligen Spielern dienten anfangs dicke Äste als Schläger und nur der Tormann trug eine Art von Schutzkleidung. Trotzdem kam es auf dem Eisteich zu heißen Schlachten vor Hunderten von begeisterten Zuschauern rund um die Spielflächenabsperrung.

Wer an mehr Informationen von der Entwicklung des Harzer Eishockeys interessiert ist, findet in der ausführlichen und anschaulichen Broschüre von Heinz-Jörg Fulst jede Menge Material. Der zeitliche Bogen spannt sich dabei über fast ein Jahrhundert. Das Buch "Vom Eisteich zum Eisstadion" kann übrigens im Museum käuflich erworben werden.

In seiner Funktion als Museumsleiter richtete Heinz-Jörg im Winter 2015 eine umfängliche Ausstellung über die Eishockeyhistorie aus. Die Präsentation wurde im Video festgehalten. So kann der geneigte Betrachter heute noch Auszüge dieser sicher einmaligen Veranstaltung nacherleben.

-------------------------Video-Lfzt. 5.Min----Blick ins Buch--100---Fotos vom Eisteich-------------

Gesunder Menschenverstand

Der gesunde Menschenverstand wird gern bemüht, wenn es argumentativ nicht mehr vorwärts geht oder eine Problematik die eigene Vorstellungskraft übersteigt. Er sei ausschließlich ein Gefühl, meinen die Einen, und manche Experten verspotten diese Form von Einfühlungsvermögen sogar als eingebaute Betrugssoftware. Andere wiederum bezeichnen ihn als Instinkt, bestehend aus Erfahrungen, Erlebtem und Beobachtungsgabe. Diesbezügliche Erkenntnisse dienen vorwiegend konservativem Geist, sind aber auch kritisch mit der Neigung zum Vorurteil. Das erklärt ein Stück weit auch die oftmals ausgeprägte Skepsis gegenüber umwälzenden Neuerungen. Bleiben lieb gewonnene Gewohnheiten auf der Strecke, wird gern an deren Vorzüge erinnert: Lassen wir die Dinge, wie sie sind, denn wie sie sind, sind sie gut - eben weil sie vertraut sind. Gerechtfertigt mit dem Hinweis auf den gesunden Menschenverstand. Doch im Allgemeinen lässt sich technischer, sozialer und ökonomischer Fortschritt auch gegen hartnäckigen Widerstand nicht aufhalten.

Ein Beispiel: als vor knapp 200 Jahren die Eisenbahn ihren Siegeszug um die Welt antrat, wurde auf den gesunden Menschenverstand pochend darauf gewettet, dass sich die Raserei von 40-50 km/h krankhaft auf die menschliche Psyche auswirken würde. Heute wissen wir: Zum Problem wurde nicht die Geschwindigkeit, sondern die Vielzahl umwälzender Veränderungen, die damit einher gingen. Viele Stadtmauern fielen dem Gleisbau zum Opfer. Wen will man abwehren, wenn der Zug freie Fahrt bis zum Stadtkern hat? Danach begann ein Umdenken, weil das Reisen mit der Bahn den Menschen ganz neue Erlebniswelten eröffnete. Heute in Zeiten von Klimawandel und Luftverschmutzung legt uns der gesunde Menschenverstand mehr oder weniger nahe, die Bahn zu nehmen und auf das indivuelle Autofahren mit Spitzengeschwindigkeiten zu verzichten.

Wider jeden gesunden Menschenverstand verhielt sich der Damenschneider Reichelt aus Paris. Ihn hatte tief bewegt, dass um 1900 im Zuge der aufkommenden Fliegerei viele todesmutige Piloten beim Versagen ihrer Flugmaschinen verunglückten und den Tod fanden. Und so sann er darüber nach, wie man das Leben eines abstürzenden Piloten retten könnte. Schließlich kam er auf die Idee, mittels eines selbst kreierten Fallschirmanzugs der tödlichen Gefahr zu begegnen. Doch liefen die Konstruktionsprinzipien seines Fallschirms allen physikalischen Erkenntnissen zuwider - was der Damenschneider leider nicht wahrhaben wollte, nachdem er seine Erfindung zunächst mit aus dem Fenster geworfenen Ankleidepuppen getestet hatte und ihm ein eigener Sprung aus sechs Meter Höhe auf einen Strohhaufen gelungen war. Flugs meldete er Patent und medienwirksam einen Sprung von der ersten Plattform des Eiffelturms an.

Zwar erteilte die Behörde für die Vorführung die Auflage, den Test nur mit einer Puppe durchzuführen, doch Reichelt missachtete das Verbot. So versammelten sich viele Schaulustige und Reporterteams am 4.Februar 1912 morgens um 8 Uhr vor dem Pariser Wahrzeichen in Erwartung einer spektakulären Sensation. Die Kameras liefen, als der Schneider aus einer Höhe von 57 m nach einigem Zögern absprang. Und natürlich kam es so, wovor viele Experten gewarnt hatten: Reichelt fiel weitgehend ungebremst zu Boden und starb unmittelbar nach dem Aufprall. Klick Film

Der Begriff "gesunder Menschenverstand" ist durchaus interpretierbar. Sein Verwendung ist dort ein Gewinn, wo Vernunft waltet, wo er sich auskennt oder als Wahrheitssinn fungiert. Andererseits ist er fehlbar und irrend - ebenso wie Expertenmeinungen.

Das Braunlager Bermuda-Dreieck

In den 60er Jahren erfreute sich die Oberharz-Metropole einer äußerst lebhaften Kneipenszene. Fünf angesagte Lokale verteilten sich rund um die Kreuzung Herzog-Wilhelm-, Bahnhof- und Lauterberger Straße und trugen klangvolle Namen: „Herkules-" und "Achtermannkeller“, die „Quelle“ mit der Tanzbar „Neue Welt“, die Bierkneipe „Zur Wiederkehr“ sowie „Die letzte Station“. Nicht nur bei jungen Leute galten diese Treffs als Oase fröhlicher Geselligkeit - und alkoholischer Exzesse. Es gab seinerzeit wohl nur wenige Kneipengänger, die hier nicht mal versackten, in Havarien gerieten oder einfach absoffen! Wegen der Untergangsgefahr bezeichnete der "Braunlager Volksmund" diese Ecke auch als "Bermuda-Dreieck" - der allgemein geläufige Inbegriff für gefährliches Gewässer.

Mit einem Augenzwinkern lasse ich im Video anhand von Fotos und einer fiktiven Story diese Zeit noch einmal aufleben.

Ich präsentiere den Film zudem aus besonderem Anlass: zwei "Mitwirkende" feiern Ende Januar einen runden Geburtstag. Beiden herzlichen Glückwunsch und alles Gute!

Magische Kräfte

Vor Jahren veröffentlichte ich beim Deutschen Theaterverlag einen Band mit Einakter-Theaterstücken unter dem Titel
"Magische Kräfte". Auch die Natur hält scheinbar magische Kräfte vor, die bei näherem Hinsehen von ihr selbst ausgelöst werden. Ein tanzender Zweig oder eine tanzende Zigarette: Phänomene im Video festgehalten!

Die Phänomene auf den drei Fotos sind indes menschengemacht...

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Winterzeit

Derzeit schüttelt Frau Holle über einigen Landschaften kräftig ihre Kissen und Betten aus und bedeckt Häuser, Bäume und Wiesen mit weißer Pracht.

Man fühlt sich an Kindheitstage erinnert, in denen starker Schneefall noch andere Assoziationen auslöste als Chaos und Katastrophenalarm. Die Menschen waren gewöhnt, winters gewisse Einschränkungen im Alltagsleben hinzunehmen und richteten sich entsprechend ein. Eingeschneite Dörfer waren in Berggegenden die Regel. Gleichwohl denkt man etwas wehmütig zurück an unzählige Schneeballschlachten und heiße Schlittenrennen, an die Freude über selbst erschaffene Schneemänner und Iglus, an den Geschmack von Eiszapfen, an eiskalte Finger, rote Backen und Schniefnasen, denen der schneidende Wind nichts anhaben konnte.

In Zeiten des Klimawandels bedeutet ein strenger Winter sofort Notfall und Krise. Unser Vertrauen wird erschüttert, weil viele unserer Straßen nicht befahrbar und nicht alle Bergdörfer erreichbar sind. Erst wenn die gewohnte Ordnung wieder hergestellt ist, erinnern wir uns daran, dass schneebedeckte Landschaften und Wälder mit jungfräulichen Spuren im Glitzerschnee auch heute noch stille Freude auslösen.

Ich habe einige Winterbilder aus Alt- Braunlage --in einer Datei zusammengefasst und daneben noch einen Auszug aus einem Prospekt der 60er Jahre: "Was bietet Braunlage?"

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Faszinosum Skispringen

Skispringen ist beileibe kein Breitensport. Lediglich 1500 aktive Springer gehen in Deutschland über den Bakken. Gleichwohl verfolgen insgesamt über einhunderttausend begeisterte Zuschauer vor Ort den prestigeträchtigsten Wettbewerb des Skispringens: die Vierschanzentournee, die in diesen Tagen bereits zum 67.Male ausgetragen wird.

Dazu kommen Millionen von Zuschauern, die vom heimischen Sofa aus die Springer anfeuern. Als Sven Hannawald 2002 seinen legendären Grand-Slam bei der Tournee (Sieger in allen vier Springen) schaffte, fieberten 15 Millionen vor den TV-Apparaten mit.

Die Faszination erklärt sich wohl aus dem scheinbaren Todesmut, mit dem sich die Springer in die Tiefe stürzen. Wer schon einmal auf dem Anlaufturm einer Schanze stand und den Blick über den Schanzentisch in die Tiefe schweifen ließ, wird auch ohne Sprungskier unter den Füßen eine erhöhte Pulsfrequenz gefühlt haben. Wohl ein jeder kann sich den gewaltigen Adrealinausstoß vorstellen, wenn der Springer mit rund 100 Stundenkilometer vom Schanzentisch abhebt und für mehrere Sekunden durch die Lüfte segelt. Eine geglückte Landung wiederum, so Ex-Skispringer Helmut Reichertz aus Braunlage, bewirke ein einzigartiges Glücksgefühl und erkläre auch den speziellen Reiz des Skispringens. 

Helmut Reichertz war 1961 übrigens deutscher Vizemeister und zeitlebens ein Experte in Sachen Skispringen, ob als Aktiver, Trainer, Funktionär oder Schanzenchef. In meinem Videoporträt vom letzten Jahr erzählt Helmut von den verschiedenen Stationen seiner Karriere - für mehr Infos bitte HIER klicken!

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Die Anzahl der Besucher meiner Webseite erzielte auch 2018 einen stattlichen Aufschwung und übertraf sogar die achtzigtausender Marke. Das waren immerhin 11.000 mehr als im Jahr zuvor. Der bunte Rean!! Jetzt sammeln Exekutive und Vereinsvorstand Fakten ein. Ein weiterer Fall, wo sich am Ende der Angegriffene wohl noch über die „Verhältnismäßigkeit der Mittel“ aufklären lassen muss.

MEHR BLOGBEITRÄGE AUS ANDEREN JAHREN UNTER ARCHIV

"Die einzige dauerhafte Form irdischer Glückseligkeit liegt im Bewußtsein der Produktivität" (Carl Zuckmayer)